Samstag, 5. Januar 2013

"Kritische" Aktionäre

Ich bin heute meinen Aktionärspflichten nachgekommen und habe bei der Siemens AG an der elektronischen Briefwahl teilgenommen. Es gab einen Gegenantrag, den Gegenantrag A vom "Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre". Schon der Name dieses Verbandes ist furchteinflößend, weil man schon erahnen kann, was diese Leute bewegt: Gender-Mainstreaming, Ökologie und "Klimaschutz".

Die schlagen vor, dass man die Dividende von 3 € auf 2,50 € kürzt, um mit den freiwerdenden Mitteln Samariter zu spielen. Es geht um das Belo-Monte-Staudamm-Projekt in Brasilien an dem Brasilien beteiligt ist. Es werden indigene Völker angeführt, deren Menschenrechte man angeblich verletzt. Mit dem globalen Klima wird auch argumentiert.

Ich halte es für baren Unfug. Was die Rechte der indigenen Völker angeht: Diese können entschädigt werden, u. a. durch die Finanzierung einer Umsiedlung oder durch Jobs, durch Perspektiven, die eine zuverlässige Stromerzeugung bietet. Es ist nicht der Traum eines jeden Urwaldindianers immer Urwaldindianer zu bleiben. Ich bezweifle stark, dass dieser Dachverband Rückhalt bei den betroffenen Menschen hat. Und der "Klimaschutz" interessiert mich nicht. Ich halte "Klimaschutz" für eine große Abzockmasche, weshalb ich das Argument noch weniger Ernst nehme.

Dieser Dachverband nennt sich kritisch, aber er surft auf der obersten Welle des Zeitgeistes mit. Da ist überhaupt nichts kritisch, denn zur Kritik gehört zuallererst die Selbstkritik und es wäre mir neu, dass in diesem Milieu die Theorie des Klimawandels hinterfragt wird. Ich selbst kann von mir behaupten, dass ich das getan habe, dachte ich über den Klimawandel und über Klimaschutz vor zehn Jahren noch ganz anders. Klimawandel war für mich bewiesen und Klimaschutz deshalb sinnvoll. Ich sehe das heute ganz anders: Klimawandel ist nicht bewiesen und Klimaschutz ist nicht sinnvoll, unabhängig davon, ob die Erderwärmung eintritt oder nicht.

Interessant ist, was dieser Dachverband mit dem Geld aus der vorgeschlagenen Dividendenkürzung anstellen möchte. Man möchte "mindestens 20000 AnwohnerInnen" entschädigen und "ökologische Ausgleichsmaßnahmen" finanzieren. Nehmen wir an, 20000 Menschen sind tatsächlich betroffen. 421.374.835 € kämen bei der Dividendenkürzung heraus. Das wären pro Person 21068,74 €. Dies ist aber nicht die einzige Entschädigung, schließlich werden die 20000 Menschen umgesiedelt, d.h. bezahlt vom brasilianischen Staat, von wem auch sonst. Was sollen diese Menschen mit dem Geld? Die haben ohne Konzession gejagt und gefischt und können es nun woanders tun. Und man will ja noch "ökologische Ausgleichsmaßnahmen" finanzieren, d.h. bei den Betroffenen käme noch weniger Geld an.

Es ist zu vermuten, dass ein Großteil des Geldes zu den üblichen Verdächtigen fließen soll: Umweltschutzorganisationen, die den rückständigen Menschen Solarkocher bringen, anstatt Bücher, Computer und Elektrizität.  Tatsächlich ist der Gegenantrag unterzeichnet von zahlreichen dieser Organisationen: "GRÜNE LIGA e.V.", "Pro REGENWALD", "Robin Wood" und andere.

Würde der Gegenantrag umgesetzt, würden nur entsprechenden Organisationen profitieren, z. B. "urgewald". Diese Organisation hat weniger als 40 Mitglieder. Wenn denn von den über 421 Millionen € auch nur 1 % für sich abknappsen können, dann sind das ja schon über 4 Millionen € oder 100000 € pro Mitglied. Das ist auch der Grund für das große Engagement. Wenn die jährlich bei 100 Hauptversammlungen derartige Gegenanträge stellen, und vielleicht drei Gegenanträge angenommen werden, dann ist das schon ein Heidengeld, was da zusammenkommt. Die Abmahnbranche funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Den Gegenantrag habe ich abgelehnt.


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