Samstag, 14. September 2013

Keine Alternative für Deutschland

Die "Alternative für Deutschland", kurz AfD, gibt es nun eine ganze Weile. Ich bin von deren Inhalten wenig überzeugt, da sie konservativ und nicht liberal sind. Gegen den Euro und ein bisschen gegen die EU zu sein, reicht nicht, um liberal oder wirtschaftsliberal zu sein; die wirtschaftsliberalen Duftnoten fehlen im Programm der AfD. Dafür redet man dem Zentralismus das Wort.

In diesem Artikel möchte ich aber etwas zu den Anhängern der AfD sagen: Ich finde sie - offen gesagt - ausgesprochen dämlich und nervend. Sie treten vermehrt in den Online-Diskussionen auf. Ich kann ihren Beiträgen nichts abgewinnen und finde aufgrund dieser Beiträge eine nachgesagte Nähe zu den rechtsextremen Parteien durchaus plausibel.

Die Hauptmerkmale ihrer Beiträge sind:

1. Plakativ ausgedrückt: Egal um welches Problem in der BRD geht, es wird darauf reduziert, dass wir wegen der Griechenlandhilfen kein Geld hätten. Das ist insofern Unsinn, weil wir lange vor den vielen Rettungsschirmen genauso sowohl Geldnot als auch Verschwendung zur gleichen Zeit in unserem Staatsapparat beobachten konnten.

2. Selbst bei einem noch so unpassenden Thema wird das "Geldschuldsystem" als Hauptübel angesehen und dass Banken "Geld schöpfen" können. Es wird zum Problem hochstilisiert, dass Banken nicht alles mit Eigenkapital hinterlegen. Aber so funktioniert nunmal eine Bank und das ist ja gerade der Vorteil. Wenn jeder Unternehmer so lange warten müssten, um 100 % Eigenkapital für eine Investition zusammen zu bekommen, dann wäre die Wirtschaft ruiniert. Und wenn man das von den Banken fordert, genauso. Ein tatsächliches Problem ist aber die vielleicht zu geringe Eigenkapitalquote und die Tatsache, dass für Staatsanleihen keine Sicherheiten hinterlegt werden müssen. Aber dass Staatsanleihen als 100 % sicher gelten, haben nicht die Banken so entschieden, sondern verantwortungslose Politiker.

3. Wenn die AfDler eine bestimmte Beobachtung nicht erklären können, beispielsweise dass die AfD bei der Sonntagsfrage nur 3 % holt, dann ist schnell der Vorwurf der Manipulation gefallen. Und wo man die Manipulation wähnt, ist die Verschwörung nicht weit. Und ganz abstrakt wird dann auf "das System" geschimpft. Wer das Buch "LTI" von Victor Klemperer gelesen hat, bei dem klingelt es in den Ohren, wenn auf "das System" geschimpft wird. Im Dritten Reich war "das System" die Weimarer Republik, die von den Nazis für jede Unbill verantwortlich gemacht wurde.

Aufgefallen ist mir auch noch die Ähnlichkeit zwischen AfDlern und Dirk-Müller-Fans. Von Dirk Müller halte ich genauso wenig. Seine Fans und er reden auch ständig von der Manipulation, z. B. des Goldpreises. Die können sich nicht erklären, warum der Goldpreis gesunken ist, weil er doch nach ihrer Lesart hätte steigen müssen. Dass aber eine Vielzahl von Menschen dem Gold nichts abgewinnen kann und objektiv gesehen tatsächlich wenig benötigt wird und der Goldpreis infolgedessen sinkt, wird nicht akzeptiert. Der Goldpreis könne ja nur manipuliert sein. Ich bin mir sicher, dass Dirk Müller Fans nahezu deckungsgleich mit AfDlern sind.

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