Mittwoch, 22. Januar 2014

In jungen Jahren gilt: Sparen wie ein Berserker

Viele halten Vermögen für Glücksache oder als Resultat sehr großer Anstrengung oder Entbehrung. Dem ist nicht so und dies will ich mit diesem Blogeintrag zeigen.

Ich gehe bei meinen zwei Fallbeispielen von einfachen Arbeitnehmern aus, von keinen Überfliegern. In meinen Betrachtungen kommt nur eine Anlageklasse in Betracht: die Aktie, die sich mit 7 % p.a. rentiert. Das ist eine recht konservative Schätzung, da viele von 8 % und mehr ausgehen. Ich bilde auch das typische Leben eines Mannes ab, das heißt, in jungen Jahren kann er mehr sparen als später, wenn Frau und Kinder da sind.

Grundlagen

Für meine Betrachtungen ist es unerlässlich, Zinsrechnung zu beherrschen.

Zins und Zinseszins

Es ist eine recht einfache Betrachtung, die jeder von der Schule kennen sollte. Wenn eine Anlage mit 3 % verzinst, dann ist der Zinsfaktor 1,03. Wer 250 anlegt, hat nach einem Jahr 250 * 1,03, nach zwei Jahren 250 * 1,03 * 1,03 und nach n Jahren 250 * 1,03^n.

Die geometrische Reihe

Die meisten Sparvorgänge beinhalten nicht einmaliges Anlegen und Warten, sondern ein kontinuierliches Anlegen gleicher Beiträge, z. B. über vier Jahr lang immer 1000 €, bei einem Zinssatz von 3 %. Die ersten 1000 € verzinsen  über vier Jahre, die zweiten 1000 € nur noch über drei usw.

1000 € * 1,03^4 = 1125.56 €
1000 € * 1,03^3 = 1092.73 €
1000 € * 1,03^2 = 1060.90 €
1000 € * 1,03^1 = 1030.00 €
---------------------------
                = 4309.19 €


Das kann man auch smarter notieren:

                 1,03^4 - 1        
1000 € * 1,03 * ------------ = 4309.19 €
                 1,03   - 1


Oder allgemeiner ausgedrückt:

          p_f^(n + 1) - 1
a * p_f -----------------
          p_f         - 1



a ist die jährliche Sparrate
p_f ist der Zinsfaktor
n ist die Laufzeit in Jahren

Diese Formel findet man in jeden Tafelwerk und in der Wikipedia unter
geometrischer Reihe.

Der Faktor p_f befindet sich auch noch vor dem Bruchstrich. Das liegt daran, weil ich hier einen Sparvorgang beschreibe, bei dem die erste Einzahlung Jahresbeginn gemacht wird. Sollte immer zum Jahresende einzahlen, dann fiele der Faktor weg.

Fallbeispiel 1: Geringverdiener (Nichtakademiker)

Ich betrachte einen Geringverdiener von 22 Jahren, der 1500 € netto mit nach Hause bringt. Er wird mit 27 Jahren heiraten und mit 31 Jahren das erste Kind haben. Daraus ergeben sich grob drei Lebensphasen:
  1. Junggesellenphase
  2. Verheiratet, aber kinderlos
  3. Verheiratet, mit Kind

Phase 1 ist prädestiniert fürs Sparen und der Junggeselle ist diszipliniert. Er lebt noch in einer WG oder bei den Eltern und schafft es daher, 600 € monatlich zu sparen bzw. 7200 € pro Jahr.

In Phase 2 braucht er schon eine eigene Wohnung für sich und seine Partnerin, d.h. Aufwendungen für Miete werden mehr und das Leben an sich wird teurer, wegen erhöhter Ansprüche; zum Glück bringt die Frau auch noch Geld mit nach Hause, sodass man sich die Miete teilen kann. Er schafft es aber immer noch, 300 € monatlich zu sparen bzw. 3600 € pro Jahr.

In Phase 3 sind die Aufwendungen am größten und es sind nur noch 100 € pro Monat, die gespart werden können bzw. 1200 € pro Jahr.

Die Frage ist, welches Vermögen erwächst aus diesem kontinuierlichen Sparvorgang bis Ablauf des 65. Lebensjahres.

Phase 1 dauert fünf Jahre. Nach Ablauf der fünf Jahre verzinst sich das Vermögen weiter bis Ablauf des 65 Lebensjahres, also noch 38 Jahre weiter, weshalb die einfache Zinszinsesrechnung auch noch zum Tragen kommt.

                         1,07^5 - 1
s_1 = 7200 € * 1,07 * ---------------- * 1,07^38 = 579460 €
                         1,07   - 1

                       1,07^4 - 1
s_2 = 3600 € * 1,07 * ---------------- * 1,07^34 = 170652
                       1,07   - 1

                       1,07^34 - 1
s_3 = 1200 € * 1,07 * ----------------- = 164684
                       1,07    - 1


s_1 + s_2 + s_3 = 914796 €



Man sieht, dass der Löwenteil auf den Sparvorgang in Phase 1 zurückzuführen ist. Schaut man sich die Rechnung an, erkennt man, dass die Sparrate linear eingeht, die Vorgangsdauer (Spardauer + Restdauer) exponentiell. In Phase 1 trifft die höchste Sparrate auf die längste Vorgangsdauer und diese Kombination macht den Erfolg aus.

Würde er von Beginn an nur 100 € pro Monat sparen, bekäme er nur 318145 € heraus. Das ist besser als nichts, aber viel weniger als in meinem Beispiel. Und das ist gar nicht so unrealistisch. Ich bin von einem moderaten Gehalt und einem moderaten Zinssatz ausgegangen. Der Lebenslauf ist auch nicht so abenteuerlich.

Entscheidend ist, dass man in jungen Jahren spart wie ein Berserker. 600 € von 1500 € Nettoeinkommen zu sparen, ist möglich.

Fallbeispiel 2: Gutverdiener (Akademiker)

Der Akademiker hat einen etwas anderen Lebenslauf. Angenommen, er ist  erst mit 26 Jahren im Beruf und hat mit 28 Jahre seine Schulden aus dem Studium getilgt. Er heiratet mit 31 Jahren und bekommt dann auch ein Kind. Sein Nettogehalt beziffere ich auf 2500 €. Er hat zwei Sparphasen, von 28 bis 31 und danach. In Phase 1 kann er 1500 € monatlich (= 18000 € jährlich) sparen und investieren. Danach kann er nur noch 300 € monatlich zurücklegen, also 3600 € jährlich.

                       1,07^3 - 1
s_1 = 18000 € * 1,07 * ---------------- * 1,07^34 = 617834
                       1,07   - 1

                       1,07^34 - 1
s_2 =  3600 € * 1,07 * -----------------  = 494052 €

                       1,07    - 1

s_1 + s_2 = 1111886 €


Auch bei ihm hat es sich ausgezahlt, dass er in der ersten Phase intensiv gespart hat. Obwohl der Akademiker 66 % mehr Netto hat, hat er am Ende nur 23 % mehr Vermögen. Es liegt an der längeren Gesamtspardauer des Geringverdieners.

Resümee

Der Grundstein für Vermögen wird im jungen Alter gelegt. Einerseits durch die Bildung (der Akademiker in meinem Beispiel bezieht ein höheres Gehalt und kann mit viel höheren Raten sparen), andererseits durch den sehr langen Anlegehorizont. Beide haben in jungen Jahren gespart wie die Berserker, auf überflüssiges verzichtet, denn wie anders erklären sich Sparraten von 40 % bzw. 60 %?

Kann man denn von 900 € bzw. 1000 € monatlich leben? Ja gewiss! Man kann in jungen Jahren beim Wohnraum sparen. Wozu Drei-Zimmer-Wohnung, wenn es auch kleiner geht? In einer WG lässt sich sehr viel sparen (Kaltmiete, Strom, Heizung, Wasser) oder aber man nimmt einen Untermieter auf und lässt sich so einen Teil der Miete erstatten. Man sollte arbeitsplatznah wohnen, um kein Auto zu benötigen. Wer keine große Wohnung hat, braucht keine Möbel, die kaputt gehen können und die genau dann verkauft werden, wenn man mit der Frau zusammenzieht.

Aber braucht man eine Million für die Rente? Gewiss ist dies nicht der Traum eines jeden, im Alter Millionär zu sein. Die Früchte des Sparens und Investierens genießt man schon im mittleren Alter. Es ist ungemein beruhigend, ein Aktiendepot von mehreren 100000 € Wert zu haben. Den ganzen Stress, den andere Ehepaare haben, z. B. wegen Arbeitslosigkeit, Geldsorgen und mehr, kann man so aus dem Weg gehen. Wenn man dann zwischendurch etwas mehr Geld braucht, kann man es häufig durch laufende Dividendeneinnahmen schultern. Die nichtinvestierten Dividenden wirken sich nur geringfügig auf das Endergebnis aus. Und wenn zum Renteneintrittalter "nur" 600000 € da sind statt der Million... Wen kümmert's, wenn diese 600000 € Aktienvermögen immer noch 24000 € jährlich an Dividenden ausschütten.

Die üblich propagierten Sparvorgänge kann man eigentlich vergessen. Da wird versprochen, dass man über Jahrzehnte Monat für Monat den gleichen geringen Sparbeitrag leistet. Das sieht dann z. B. bei der Kapitallebensversicherung oder der Riesterrente ziemlich lausig aus, was dabei am Ende herauskommt. Auch das Sparen in verschiedene Töpfen ist Unfug, denn gekocht wird doch nur mit Wasser (Riester, KLV und Bausparen ist, wenn man hinter die Fassade schaut, alles das gleiche: Eine Konstruktion, die hauptsächlich auf Anleihen basiert.). Das Geld, das man spart und investiert, interessiert sich nicht, ob es für die Anschaffung  eines Autos, eines Hauses oder für die Altersvorsorge ist. Das Investment sagt sich doch nicht: "Ich bin die Altersvorsorge, also rentiere ich mich auf lange Sicht etwas besser." Hat sich der Leser schon mal gefragt, warum es Ärztefonds gibt? Das Geld von Ärzten ist doch kein anderes als das von Ingenieuren. Geld ist Geld. Der Grund für Ärtzefonds ist: Ärzte haben ein gutes Einkommen, aber relativ wenig Ahnung von Geld. Sie sind leichte Beute für Finanzberater und deshalb kann man ihnen auch Ärztefonds andrehen.

Ich bin Akademiker und habe viel mit Mathematikern, Ingenieuren und Informatikern zu tun. Diese dürften kein Problem mit den mathematischen Grundlagen haben, aber trotzdem tun sie sich schwer, weil sie Opfer ihrer Konsumwünsche sind und in jungen Jahren mit viel zu geringer Sparquote an den Start gehen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen super Artikel. Du zeigst wirklich sehr anschaulich was möglich ist. Auch wenn du in deinen Berechnungen an der einen oder anderen Stelle ein bisscen verinfachst (Steuern/Inflation) so stimmt auf jeden Fall die Tendenz der Berechnungen.
    Auch stimme ich dir bei der Höhe der möglichen Sparquoten zu.
    Was mir besonders gefällt ist der Schwerpunkt auf den Lebensphasen. Ich glaube es ist sehr wichtig zu verstehen, dass man mit Frau (Mann) und Kind nicht mehr so viel sparen kann wie als Single in der WG. Leider übersehen das viele und rechnen entweder die Sparquote zu Singlezeiten hoch oder rechnen mit einem höheren Einkommen im Alter (wovon aber ein großer Teil wieder für die Familie ausgegeben werden muss).
    Vielen Dank und weiter so!

    VG Jan

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    1. Man kann die 7 % Rendite auch als Nettorendite ansehen. Sonst geht man ja davon aus, dass bei Aktien 9 bis 10 % Rendite p.a. hat. Ich wollte die Rechnung nicht unnötig verkomplizieren, denn dann hätte man noch berücksichtigen müssen zwischen wachstumsorientierten Aktien (z. B. SAP) und dividendenstarken Aktien. Erstere haben den Vorteil, dass ein Großteil im Unternehmen verbleibt und nicht von der Abgeltungssteuer betroffen ist, sehr wohl aber dem Aktionär zugutekommt.

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  2. Selten so ein unrealistisches Rechnungsbeispiel gesehen. 600 EUR bei Singles als geringverdienender Junggeselle zu sparen im Monat. Lassen sie mich raten, Sie haben noch im Leben so eine Person getroffen oder können sich nur ansatzweise in deren Situation versetzen? 1600.- EUR netto ist doch für deutsche Großstädte bei den aktuellen Mietpreisen, sofern man nicht in einer Bruchbude wohnt ein Witz. Rechnen sie mal für Wohnung, Nahrung, diverse Versicherungen, Alltägliches (Kleidung, Sprit/Fahrkarten, usw.) u.a. lieber mal mit mind. 1200.- EUR. Dann hat dieser Beispielmensch zwar noch rechnerisch 400.- übrig, aber noch kein (soziales) Leben. Klar kann auch zuhause sitzen oder an der frischen Luft spazieren gehen, den Wengisten dürfte das aber ausreichen.
    Meine bisherigen Lebenserfahrungen (auch Akademiker, aber Arbeiterkind) hat mich gelehrt, dass es solche "Beispielmenschen" wie Sie hier aufgestellte haben, zwar gibt, sie aber deutlich in der Minderheit sind. Der "Durchschnitt" dürfte eher so aussehen:
    Gering- bis Normalverdiener, (z.T. erhebliche) Schulden für Ausbildung/Studium und nur sehr wenig Geld im Monat, selbst bei eiserner Diszipilin, um großartig etwas zurücklegen zu können. Dann noch das ganze verlorene Vertrauen in das ganze System "Finanzmarkt" und sie haben "Millionen (?)" von Menschen die ihr Geld lieber anderweitig nutzen, als es Spekulanten in den Rachen zu werfen, seien es nun Sparguthaben, Anlagen, Aktien o.ä.
    Kein Wunder, dass diese Gesellschaft immer mehr auseinanderdriftet.

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    1. Naja, ich weiß nicht. Ich bin so ein "Geringverdiener". (Bisher dachte ich allerdings, dass ich mit dem Gehalt schon zu den Besserverdienenden zähle). Meine Sparrate war auch tatsächlich so hoch (hab noch bei meinen Eltern gewohnt, bis ich mein Kind bekam). Nur habe ich leider (aus Unwissenheit) nicht investiert, sondern ein Haus gekauft. Das wird jetzt höchstmöglich abgezahlt und dannach habe ich vor genau so eine Sparrate wieder anzulegen (trotz Kind)

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    2. Sie schreiben mindestens 1200 €? Lassen Sie das Auto weg, dann kommen sie unter 1000 €.

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    3. Und wozu die ganzen Versicherungen? Man versichert immer nur Risiken die man selbst nicht tragen kann und wer spart statt das Geld den Versicherungen in den Hals zu werfen, der kann sich bald viele Versicherungen sparen. Dann kann man sich eine neuen Brille, das Handy oder das Urlaubsgepäck dann auch schnell selbst kaufen und später dann den Hausrat, das Auto und irgendwann übersteigt der Depotwert sogar den des Eigenheims.

      Aber genau diese scheibare Gefühl der Sicherheit welches Versicherungen den Leuten vermitteln und teuer verkaufen, bringt die Leute dazu diese anzuschliessen. Dabei fliegt man oft schon nach zwei kleineren Schäden raus oder bekommt eine dicke Beitragserhöhung, denn Zahlen mögen die Versicherungen nicht so gerne wie kassieren und die Drohung mit der Anzeige wegen des Verdachtes auf Versicherungsbetrug wirkt auch meistens.

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    4. @Anonym
      Sie sagen es: Viele Versicherungen sind überflüssig und werden es mit der Zeit, weil man Vermögen hat. Ich habe auch schon häufig den Gedanken geäußert: Aktienvermögen bringen nicht nur Dividenden in Form von laufenden Einkommen, sondern auch in Form von nicht zu zahlenden Versicherungsbeiträgen.

      Ich habe mir das mal bei
      https://www.hannoversche.de/produkte/kapitallebensversicherung-rechner.htm
      angeschaut.

      Da gibt's einen KLV-Rechner. Wenn ich 50 € monatlich abdrücke und 30 Jahre lang durchhalte, bekomme ich 26000 €. Was man im Todesfalle bekommt, war nicht geschrieben. Ich fand's auch komisch, dass man nirgends einstellen konnte, was man im Falle des Todes bekommt. Auch 26000 €?

      Wenn man also schnell 26000 € in jungen Jahren anlegt (man muss halt wie ein Berserker sparen), dann gibt es vielleicht 4 % Dividendenrendite, also 1040 € jährlich und man spart sich die 50 € Monatsgebühr für eine äquivalente KLV, also 600 € jährlich. Und Vermögen ist Erbmasse, was man nie vergessen darf.

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  3. Ich halte das nicht für unrealistisch. Ich lebe recht sparsam. Das mit dem fehlenden sozialen Leben lasse ich nicht gelten. Ich bin im letzten Monat mit 925 € ausgekommen, dabei habe ich 60 € für Theaterbesuche ausgegeben. Ich spiele auch drei bis vier Mal die Woche Basketball... Das kostet mich gerade mal 19 € pro Monat, aber das habe ich bereits als Quartalsbeitrag von 57 € im Januar bezahlt. Durch den Basketball komme ich auch rum. In diesem Jahr hatte ich bereits fünf oder sechs Ligaspiele.

    Viele Leute haben einfach Probleme, die Kostenfallen zu sehen und ihre Gewohnheiten zu ändern. Ich habe einen Kollegen, der schon als Student 1000 € pro Monat verkloppt hat. Er legt aber auch Verhaltensweisen an den Tag, die sehr kostspielig sind, z. B. das Kaufen von Getränken an der Tankstelle. Und das nicht gerade wenig. Der hat sogar noch Schulden aus seinem Studium, kauft sich aber ein Motorrad.

    Nur weil ich sparsam lebe, heißt das nicht, dass ich mir nichts gönne. Gerne kaufe ich auch exotischere Käsesorten, teuren Kaffee oder teuren Tee. Letzteres ist mitunter sogar wieder günstiger als qualitativ schlechterer Teebeuteltee. Bei Kleidung gebe ich auch gerne einen Groschen mehr aus.

    Natürlich habe ich den Vorteil, dass ich kein Partymensch bin und keinen Alkohol trinke. Aber selbst wenn ich jedes Wochenende 50 € in irgendwelchen Diskotheken ließe, könnte ich immer noch genug sparen.

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  4. Ja, ja, die e-Funktion: Fängt ganz manierlich an, wächst dann aber über alle Maßen. ;-)
    Deshalb volle Zustimmung zum These "Der Grundstein für Vermögen wird im jungen Alter gelegt".
    Zum Kommentar von Anonym:
    "Dann noch das ganze verlorene Vertrauen in das ganze System "Finanzmarkt" und sie haben "Millionen (?)" von Menschen die ihr Geld lieber anderweitig nutzen, als es Spekulanten in den Rachen zu werfen, seien es nun Sparguthaben, Anlagen, Aktien o.ä."

    Wenn man Aktien kauft, dann wird man Mitbesitzer einer Firma => man wirft keinem Spekulaten "Geld in den Rachen"
    Wenn man eine Aktie kauft mit dem Wunsch sie schnellstmöglich mit Profit weiter zu verkaufen, dann ist man selbst ein Spekulant.

    Was meinen Sie mit Anlagen? Sind Anleihen gemeint? Anlagen ist der Oberbegriff für Aktien, Spaguthaben, Anleihen.
    Wie soll jemand am Finanzmarkt reüssieren, der noch nicht einmal die verwendeten Worte sauber definieren kann?

    Auch bei der Sparguthaben wirft man einem Spekulanten kein Geld in den Rachen, wenn man sein Geld bei einer
    Bank anlegt, die dem deutschen Einlagensicherungsverband angeschlossen ist. Die Konditionen sind klar und man bekommt sein Geld mit ziemlicher Sicherheit zurück.
    Auch hier gilt: Vorher informieren! Wenn´s um den Erwerb eines Smartphones geht, dann wird jede Testzeitschrift vorher genau studiert und dann das Internet umgepflügt auf der Suche nach dem besten Preis.
    Und das alles für ein Stück Plastik, das nach 2 Jahren komplett veraltet ist.
    Nur beim Thema "private Finanzen" soll sich alles ohne weitere Recherche und Planung zum Guten wenden...
    Woher kommt diese Ignoranz?

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    1. Ja richtig. Ich halte die klassischen Sparer (Sparbuchinhaber, KLV-Sparer, Bausparer) für die eigentlichen Übeltäter. Die füttern mit ihrem Wunsch, risikolose Anlagen zu haben, einen ganzen Spekulationsmarkt.

      Die Aussage, die Aktionäre hätten mit ihrer Zockerei die Krise verursacht, ist eine üble Nachrede, vergleichbar mit den brunnenvergiftenden Juden.

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  5. Und dann kommt der Staat an und kassiert alle Sparguthaben > 100.000 Euro über Nacht ein

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    1. Eine Unternehmensbeteiligung ist kein aber Sparguthaben. Man kann höchstens die Gewinne anders besteuern.

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  6. Sparen wie ein Berserker ist gut. Es ist richtig, daß gerade die frühen Jahre am meisten zählen. Der Zinseszins macht es möglich. Ich hab Deinen Blog auf meinem Blog verlinkt. Schöne Seite mit tollen Praxisbeispielen hier. Grüße.
    Robert

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  7. Seine Altersversorgung mit 100 % auf Aktienbasis zu realisieren, erfordert Mut. Die oben angenommene Durchschnittsrendite von 7 % ist sicherlich möglich, bleibt aber das, was sie ist, nämlich ein Durchschnitt. Deshalb können solche Modellrechnungen ein falsches Bild von der Realität liefern.
    Hat unser Sparmillionär nach 40 Jahren seine Million in Form von über alle Zweifel erhabenen Bluechips beieinander und es kommt ein Crash wie der von 2000 oder von 2008, dann können, wie wir gesehen haben, auch beste Qualitätsaktien binnen Wochen 60 % (siehe DAX 2008/09) abgeben.
    Und dann ist plötzlich, just zu dem Zeitpunkt als es mit der Rente losgehen sollte, nur noch eine halbe Million da. Dividenden werden auf breiter Front gekürzt oder fallen ganz aus (siehe Banken und Versicherungen in der Finanzkrise). Ob dann eine Erholung der Aktienmärkte wieder so schnell geht wie bei den letzten Krise, weiß keiner. Beim Crash 1929 hat es 28 Jahre gedauert bis die alten Indexstände wieder erreicht wurden. Dann gute Nacht Rentner. Nicht wenige amerikanische Pensionäre mussten dann im zarten Alter von 70 Jahren wieder irgendeinen Job annehmen, um über die Runden zu kommen.

    Dieser Kommentar soll die Aussage des Beitrages nicht in Frage stellen, sondern nur aufzeigen, dass die Realität noch ein paar Dinge auf Lager hat, die man im Hinterkopf haben sollte. Deshalb gibt es ja auch die Faustformel (an die ich mich auch nicht halte), eine Aktienquote von höchstens 100 minus Lebensalter zu fahren. Freilich gibt's mit anderen Anlagen derzeit weit und breit keine 7 % Rendite.

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    1. Den Einwänden kann ich wenig abgewinnen. Wo ist das Problem, wenn die Aktienkurse just zum Renteneintritt fallen? Wer nie geplant hat, alles zum Renteneintritt zu verhökern, um dann vom Baren zu leben, dem können die Kurse egal sein. Die Dividendenkürzungen muss man einfach aussitzen. Und noch ist ja nichts gesagt darüber, was überhaupt investiert wurde.

      Wenn ich heute 20000 € in Google investiere, die dann einen Tag vor Renteneintritt 1000000 € wert sind, wo soll das Problem sein, wenn dann der Kurs um 50 % einbricht? Selbst nach diesem Kurseinbruch war es doch noch ein gewinnbringendes Geschäft. Das kann sogar mancher Totalverlust sein. Wer 40 Jahre lang knackige Dividenden von Kodak erhalten hat, kann sich doch nicht hinterher hinstellen und behaupten, dass das ein total mieses Geschäften gewesen wäre, nur weil Kodak den Anschlusszug an die Digitalfotografie verschlafen hat. Wenn man dann ehrlich nachrechnet (mit Dividenden und allem drum und dran), erkennt man, was man wirklich von dem Investment hatte.

      Ein bisschen Bargeld sollte man immer auf hohen Kante haben, unabhängig vom Alter. Dass ich von Fausformel Aktienquote = 100 - Lebensalter nichts halte, habe ich schon vor einem Jahr beschrieben:

      http://couponschneider.blogspot.de/2013/05/aktienanteil-100-minus-lebensalter.html

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  8. Also wenn du als Akademiker wirklich nur 2500 Euro netto rauskriegst frage ich mich warum du studiert hast?

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    1. Ich halte die 2.5k netto im Schnitt für eine faire Angabe.

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    2. 2,5k netto entsprechen über 50k brutto im Jahr. Ist je nach Branche sogar ziemlich gut.

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    3. Jopp, mit Informatik steigt man moment bei so 42000-48000 typischerweise ein, wenn man an einer halbwegs bekannten uni war und in einer größeren stadt arbeitet. Mediziner liegen auch ähnlich (minimal tiefer).
      Ka was das netto bedeuten, aber praktisch alle die ich kenne liegen unter 50.000 und da war kein geisteswissenschaftler bei, der froh ist überhaupt was zu finden!

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  9. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  10. Erstmal Glückwunsch zum sehr gut gemachten Blog. Was mich aber stört, sind manche Pauschalurteile, die so einfach nicht stimmen.

    Beispiel Riester: Das kann sich sehr wohl lohnen, wenn man
    -auf Fonds statt auf Versicherungen setzt
    -in jungen Jahren anfängt
    -Kinder hat und / oder
    -mittelbar förderberechtigt ist

    Leider gibt es ja hier keine Kontaktmöglichkeit - auf Wunsch sende ich (ebenso Zahlenfetischist wie Du) gerne einen Excel-Screenshot zu, der belegt, dass die Rendite sogar über der von den meisten Aktien-Investments liegt. Nur so viel: Im konkreten Fall sind nach sieben Jahren 73 Prozent mehr an Kapital, als in den sieben Jahren eingezahlt wurde. Das kann sich schon sehen lassen. Nimmt man nur den Garantiewert, liegen wir immer noch bei über 40 Prozent im Plus.

    Herzliche Grüße aus Bayern

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  11. In jungen Jahren denken die Menschen an Vergnügen und Konsum. Das Leben sit ja noch soooo lang. Irrtum. Daher sollte man jungen Menschen das Sparen nahelagen ohne Ihnen den Konsum zu vergrätzen. Etwas Spaß muss sein, aber es muss nich alle 2 Jahr ein neues Ipups 10 oder die jährliche Fernreise nach Malariastan sein.
    Das kann man sich sparen.

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  12. Von Mathematik haben Sie allerdings nicht viel Ahnung - oder?
    Bei dem Beispiel mit den 1000€ muss die Rechnung so lauten:1000*1.03*(1.03^4-1)/(1.03-1) = 4309,14€

    Im Fall mit den 7200€ jährlicher Ansparsumme über 5 Jahre und dann gerechnet auf 38 Jahre muss es lauten:

    7200*1.07*((1.07^5-1)/(1.07-1)*1.07^38 = 579.460,03€
    usw., usf

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    1. Natürlich habe ich Ahnung, aber wo ist das Problem, wenn man sich verschreibt bzw. vertippt?

      Selbstverständlich haben Sie recht.

      Angenommen man investiert 1000 € jährlich am Jahresende, dann bekommt man

      1000 € * (p^n - 1)/(p-1).

      Ist es am Jahresanfang, wie in meinem Beispiel, dann kommt der Zinsfaktor noch einmal zur Anwendung:

      1000 € * p * (p^n-1)/(p-1)

      Der Fehler ist nur meiner Schusslichkeit zu verdanken; sicherlich aber kein Fehler, dass ich da das p falsch in den Zähler gezogen hätte.

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    2. OK! Damit ist die Sache hinreichend erklärt

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  13. Korrektur bei dem Fall mit 7200€18000*(1.07^4-1)/(1.07-1)*1.07^34=797.440,60€

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  14. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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