Montag, 9. Juni 2014

Wer billig kauft, kauft zweimal

Ich bin nun Anfang dreißig und vor elf Jahren begann ich meinen ersten eigenen Haushalt zu führen. Ich war damals schon ein sparsamer Mensch, aber ich habe Fehler gemacht.

Da wäre der Rechner aus dem MediMax. Mein alter Aldi-Rechner gab nach drei Jahren Laufzeit plötzlich den Geist auf. Ein neuer Rechner musste schleunigst her, denn ich war ja Informatik-Student. Der MediMax-Rechner war nicht der billigste, aber wohl auch nicht der teuerste, qualitativ jedenfalls war er nicht, denn vier Jahre später, ausgerechnet während der Diplom-Phase, machte auch er Ärger. Oder nehmen wir meine günstig erstanden Laptops. Obwohl gebraucht oder billig neu gekauft, erwiesen sie sich als Flops, weil ich sie nicht nutzen wollte.

Ich bin mir heute im Klaren, was ich genau brauche und kaufe das, was ich bezahlen kann oder lasse es bleiben. Einen Laptop habe ich nicht mehr. Ich habe dafür ein Netbook. Ist es nicht für meine Ansprüche unterdimensioniert. Nein, denn wenn ich auf Reisen bin, kommt mir nicht der Sinn zum Programmieren. Ein bisschen programmiere ich dennoch auf dem Netbook, aber es ist vor allem eine Bildungs- und Unterhaltungsmaschine. Und das Netbook ist in Ordnung, ein paar mal runtergefallen und dennoch hielt die Festplatte. Und wenn ich reisen will, habe ich genug andere Sachen zu schleppen. Extra eine Laptop-Tasche mit dem ganzen Geraffel mitzuschleppen, darauf habe ich einfach keine Lust. Und das Netbook ist nicht nur auf Reisen ein nützlicher Begleiter, sondern bereichert meinen Alltag. Ich nutze das Netbook im Bett, im Wohnzimmer, auf dem Balkon. Heute würde man für diesen Zweck ein Pad kaufen, aber das war Anfang 2010 noch nicht marktfähig. (Das iPad kam erst im Sommer 2010 raus.)

Ich habe aber auch noch einen stationären PC, der nun fünfeinhalb Jahre alt ist. Ich habe die Einzelkomponenten selbst zusammengestellt. Funktioniert. Blauäugig war ich beim Netzteil, welches ich nach zwei Jahren durch ein lüfterloses Netzteil (Was für eine Wohltat!) ersetzte.

Im Bereich Kleidung habe ich auch noch ein paar Anekdoten vorzuweisen, z. B. den Fünferpack Billigsocken aus dem Famila. Ein Gelegenheitskauf. Die Dinger rutschten ständig. Obwohl ich Student war und jeden Euro sparen musste, habe ich diese Socken nach zwei Wochen weggeschmissen. Da ich nun schon zwei Jahre gute Erfahrungen mit einem Paar Falke-Socken habe, habe ich mir kürzlich wieder zwei Paar gekauft. Ich plane, die schlechten Socken sukzessive aus meinem Leben zu verbannen.

Felsenfest vorgenommen habe ich mir, den ganzen Billigkram kritisch zu überprüfen und mehr auf die Qualität zu achten. Ich habe schon zu häufig erlebt, dass sich billig hinter als teurer herausgestellt hat. Qualität hat ihren Preis, aber der höhere Preis zahlt sich häufig aus, durch längere Haltbarkeit und mehr Freude mit dem Produkt. Das heißt aber nicht, dass alles Billige keine Daseinsberechtigung hätte. Wer nur ab und zu im Urlaub ein paar Fotos schießt, dem reicht eine digitale Kompaktkamera. Eine Spiegelreflexkamera ist da völlig überdimensioniert, nicht nur preislich. Erstens benötigt man als Gelegenheitsknipser viele der Funktionalitäten nicht und zweitens macht der Urlaub keinen Spaß mehr, wenn man ständig einen riesigen Klopper als Kamera mit sich führt. Irgendwann lässt man ihn aus Bequemlichkeitsgründen im Auto oder im Hotelzimmer liegen und immer wenn die Situation für gutes Foto da ist, ärgert man sich, dass man diese Kamera nicht zur Hand hat. Das ist wie mit den schweren Laptops, die ich nicht bei jeder Bahnreise mitschleppen will.

Ich mag Geschichten und mich interessiert, welche Erfahrungen der Leser gemacht hat, in Hinblick auf billige Produkte, die sich hinterher als teuer herausgestellt haben.


Kommentare:

  1. Da bin ich deiner Ansicht.

    "Ich bin mir heute im Klaren, was ich genau brauche und kaufe das, was ich bezahlen kann oder lasse es bleiben."

    Auch sehr schönes Zitat.
    Viele leben heute in den Tag hinein, ohne an die Zukunft zu denken und kaufen sich auf Pump unnützes Zeug, das sie glücklicher machen soll.
    Aber wenn man nicht dankbar und glücklich mit dem ist, was man schon hat, wer garantiert, dass neue Sachen einen glücklicher machen?

    p.s.

    Schöne Themen, direkt aus dem Alltag. Viel Erfolg weiterhin!

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  2. Genauso mache ich es auch. Es gibt aber auch Dinge, die vom Preis her billig sind und totzdem eine gute Qualität haben und lange halten. Andererseits gibt es auch teuren Müll. Ist gar nicht so einfach, da immer den richtigen Weg zu finden.

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