Dienstag, 24. Juni 2014

Die famosen 100000 € Depotvermögen

Ich bin heute 32 Jahre alt, habe also noch 35 Jahre zum offiziellen Renteneintrittsalter. Mein Aktiendepot beträgt heute etwas mehr als 100000 €. Nun mache ich folgende Überlegung: Was wird aus diesem Vermögen, wenn ich nichts mehr von meinem Arbeitseinkommen in Aktien investiere und nichts von meinen Dividendeneinnahmen?

Wenn ich mein Nettogehalt komplett verbraten würde, dann würde ich zweifelsfrei sehr gut leben. Ich würde mir Designerklamotten leisten, gute Schuhe, vielleicht ein schickes Auto, viel reisen und gute Restaurants besuchen. Ich würde vielleicht auch besser wohnen.

Das Aktienvermögen aber bliebe weiterhin bestehen und hätte Zeit zum Wachsen. Ich nehme 5 % Kurswachstum pro Jahr an. Zum offiziellen Renteneintrittsalter hätte ich dann 551601,54 € (100000 € * 1,05^35). Die zusätzlichen regelmäßigen Dividendenzahlungen könnten problemlos in den Konsum fließen. Das sind bei angenommen 3 % Netto-Devidendenrendite 3000 € im ersten Jahr. Nicht schlecht. Diese 3000 € würden jährlich auch um 5 % steigen.

Ich habe es also so weit geschafft, dass ich heute schon in Saus und Braus leben kann und mir meiner halben Million € zum Renteneintrittsalter sicher bin. Diese könnte mir dann zu jährlichen Dividendeneinnahmen von 16548,05 € netto verhelfen.

Was passiert, wenn ich die Dividende dennoch reinvestiere. Ich rechne einfach mit 8 % Rendite pro Jahr (Nettodividendenrendite + Kurswachstum). Dann habe ich zum Renteneintrittsalter 100000 € * 1,08^35 = 1478534,43 €.

Und das alles, ohne dass es schmerzt, denn ich würde solange das machen, was viele Menschen notgedrungen machen: Das Arbeitseinkommen komplett ausgeben und allenfalls nur für mittelfristigen Konsum ansparen.

Ich werde es aber nicht machen und das hat vielerlei Gründe: Ich kann nicht erkennen, dass das Lebensglück zunimmt, wenn ich mehr konsumiere. Meine materiellen Bedürfnisse sind bereits gedeckt, wenn ich knapp 50 % meines Arbeitseinkommens ausgebe. Darin enthalten sind gute Bücher, Theaterbesuche, frische Brötchen, bester Käse, bester Kaffee, bester Tee.

Außerdem weiß ich nicht, was die Zukunft bringt. Was ist, wenn sich dann doch Konsumwünsche einstellen, wenn ich morgen meiner zukünftigen Frau begegne, wir heiraten und Kinder bekommen? Dann ist es doch super, wenn man finanziell einen langen Atem hat. Ich habe Kollegen (u.a. den dicken Dirk), die jahrelang nicht gespart haben, sich jetzt aber überstürzt teure Immobilien ans Bein ketten und über 20 Jahre lang abzahlen werden. Wäre das bei mir der Fall, könnte ich so viel Eigenkapital einbringen, dass die Schuld schon nach 10 Jahren, wenn nicht sogar noch früher, getilgt wäre.

Ich bleibe dabei und spare über 1000 € pro Monat meines Arbeitseinkommens und investiere in Aktien. Ich rechne mal vereinfachend mit 1000 € pro Monat bzw. 12000 € pro Jahr. Und mit 8 % Rendite (Kurswachstum + Nettodividendendrendite), die Dividenden werden dabei reinvestiert.

In acht Jahren, also wenn ich 40 bin, habe ich:

100000 € * 1,08^8 + 12000 € * (1,08^9-1)/(1,08-1) = 334943,72 €

Wenn ich 50 bin:

100000 € * 1,08^18 + 12000 € * (1,08^19-1)/(1,08-1) = 896957,11 €

Wenn ich 60 bin:


100000 € * 1,08^28 + 12000 € * (1,08^29-1)/(1,08-1) = 2110301,87 €


Kommentare:

  1. Ein hundertprozentiges Aktiendepot bedeutet hohes Risiko für die Altersversorgung. Man sollt, so sagt es die Portfoliotheorie über mehrere Asset streuen, so wie man auch nicht alles in einer Aktie anlegt.

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  2. Naja. Bei der Portfoliotheorie wird einmal angelegt fertig. Spielpläne verbilligen bei Crashs die Aktienpositionen

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  3. Hallo lieber Couponschneider,

    erstens vielen Dank für deine Kommentare auf meinem Blog. Ich finde es sehr gut, dass du mit 32 ein sechsstelliges Vermögen aufgebaut hast. Das braucht eine sehr hohe Sparquote. Das kann nicht jeder.

    Eine durchschnittliche Rendite von 8% zu erreichen ist trotz 100% Aktienposition ziemlich schwierig. Man braucht erstmal ein weltweit-diversifiziertes Portfolio. Was ich lese, dass du eine Menge Dividenden-Einnahmen hast. Ich denke, dafür hast du einzelne individuelle Aktien im Portfolio. Das ist meiner Meinung nach sehr riskant. Außerdem ist es besser, wenn man die Steuer auf die Dividenden vermeiden kann. Damit kannst du von dem Zinzeszinseffekt profitieren.

    Es gibt vieles zu schreiben, was vielleicht in einem Kommentarfeld nicht passt. Ich kann dir vielleicht eine kostenlose Quelle empfehlen. Auf http://www.bogleheads.org/ kannst du viele Informationen über Asset-Allocation, ETFs, Tax Avoidance, usw.. finden. Auf dem Bogleheads-Forum gibt es mehrere Anleger (davon viele schon Millionäre), die Erfahrungen austauschen.

    Viel Erfol und alles Gute!
    Der goldene Adler

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