Montag, 21. Juli 2014

Dirk Müller - mal wieder

Gestern durfte ich mich mal wieder ärgern. Über Dirk Müller.  Hintergrund ist ein Artikel in der FAZ. Ich las ihn seinerzeit und fand ihn richtig, denn er traf ins Schwarze. Thema war der Konflikt in der Ukraine und Reaktionen der Leser. Im Artikel geht es auch um Müller:

Im Internet finden sich auch einfachere Deutungen der Vorgänge. Beispielhaft ist ein Video, das reißenden Absatz in sozialen Netzwerken fand: „Ukraine, was steckt wirklich hinter den Unruhen?“ Darin bewertet überraschenderweise Dirk Müller, der Börsenfachmann aus dem Fernsehen, die Lage in der Ukraine und die Weltpolitik an sich. Begründung: Was hier in Europa gemacht werde, das müsse man „wirklich mal fragen“. „Ein Teil unserer Medien“ führe schließlich eine „Gehirnwäsche“ durch, sagt Müller. Doch was eigentlich befähigt Müller zu Ukraine-Analysen?

Ich finde die Frage richtig: Was befähigt Dirk Müller? Die Frage darf man stellen, die Frage muss man stellen. Was befähigt eigentlich mich, mich zur Börse oder zur Politik zu äußern? Ich bin mir völlig im Klaren, dass ich ein Laie bin, aber ich trete nicht auf wie Herr Müller, der die absolute Wahrheit scheint gepachtet zu haben, hier ist seine Reaktion, die ich gestern auf Youtube gefunden habe:




Darin wertet er die Kritik bereits als Maulkorb. Dem Autoren wirft er unflätige Sachen an den Kopf, wie zum Beispiel: "Noch keine Haare am Sack, aber im Puff drängeln wollen." - Er verlangt von seinem Gegenüber Demut, aber wo ist seine?

Müller habe ich erstmals vor vier Jahren über die Medien wahrgenommen. Er sagte da noch vernünftige Sachen bzgl. Immobilien. Ihm scheint aber der Medienrummel über den Kopf gestiegen zu sein, verbreitet nur noch Verschwörungstheorien und pöbelt herum.

Und obwohl Müller nur Laie ist (er spricht meines Wissens noch nicht einmal Russisch), nimmt er sich ganz schön viel heraus. So ein Verhalten ist mir zuwider, denn schließlich äußere ich mich nie derartig respektlos. Noch nicht einmal in meinem Beruf. Ich bin Diplom-Informatiker und sicherlich ein überdurchschnittlich guter, dennoch würde ich mich nie derartig herablassend über meine Kollegen äußern, die nicht meine Wissbegier und meinen Fleiß teilen und entsprechend weniger können.

Ich halte Müller für recht gefährlich, schließlich hat er eine große Anhängerschaft, die sich von der Demokratie und den guten Sitten längst verabschiedet hat. Dass so ein Mann von unseren Parlamentariern konsultiert wurde, ist eine Beschädigung der Reputation des deutschen Parlamentarismus. Mich würde nicht wundern, wenn es bald die ersten antisemitischen Äußerungen von Müller gibt. Mit den zwei anderen Verschwörungstheoretikern Jürgen Elsässer ("Bin Laden war Agent der CIA") und Ken Jebsen ("Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat.") hat er schon regen Kontakt. Man kann es ergoogeln.

Dass Müller heute seltener in Talkshows eingeladen wird, hat gute Gründe. Wer so herumpöbelt, ist einfach nicht ernst zu nehmen. Da kann man auch gleich Schirinowski einladen. Müller ist kein Mann der Selbstreflektion und die zunehmende Ablehnung der Leitmedien interpretiert er als Verschwörung gegen sich. Müller ist narzistisch und paranoid.


1 Kommentar:

  1. Aufgrund diverser Artikel in letzter Zeit hier in deinem Blog (Israel, Konsumidioten), fragen sich sicherlich andere auch: Was befähigt Couponschneider?

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