Sonntag, 14. Dezember 2014

Die Ulbrichtisierung der Politik

Zwei Begebenheiten, die nichts miteinander zu tun haben, öffnen zusammen plötzlich den Blick.

Begebenheit 1:

In den letzten Wochen beschäftigte ich mich zunehmend mit der SED-Diktatur und ihren Verbrechen. Youtube ist reich Dokumentation über das Frauengefängnis Hoheneck, über den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, über Hohenschönhausen, Bautzen usw. Interessant fand ich auch diesen Interview-Ausschnitt mit Wolfgang Leonhard:



Er charakterisiert Ulbricht als jemanden, der sich nur dafür interessiert, dass er was durchsetzt, der aber nicht darüber nachdenkt, ob es sinnvoll ist, was er da durchsetzt.

Begebenheit 2:

Heute las ich bei SPON über die UN-Klimatagung in Lima. Der Autor scheint unzufrieden, dass so wenig dabei herumgekommen ist. Und es werden auch ausschließlich Leute zitiert, die noch mehr durchsetzen wollten.

Und das meine ich mit Ulbrichtisierung: Es geht nur noch ums Durchsetzen und nicht mehr darum, ob es überhaupt richtig ist. Denn ob es die globale Erwärmung gibt, ist immer noch nicht bewiesen, dass das der Mensch dagegensteuern kann, ist höchst zweifelhaft und dass dies wirtschaftlicher wäre als einfach mit den Folgen einer möglichen globalen Erwärmung zu leben, ist noch zweifelhafter. Der Autor des SPON-Artikel interessiert sich nicht für diese Fragen. Und woher der Wert mit den 2 Grad kommt, ist auch willkürlich festgelegt, nicht das Ergebnis von Wissenschaft, sondern von Politik. Allein an diesem Umstand erkennt man doch, dass es nicht mehr um die Sache geht. Würden die denn vom 2-Grad-Ziel abweichen, wenn man wüsste, dass 1,9 Grad reichten? Das darf bezweifelt werden.





Und wenn ich mich recht ersinne: Ich habe noch nie ein Lob auf den Bundesrat und unserer behäbiges Gesetzgebungsverfahren gelesen. Ich halte es für einen Standortvorteil, denn so blöd manche Gesetze auch sind: Ich bin der Überzeugung, es wird mehr Blödsinn verhindert und ausgebremst, als dass es bei guten Anliegen passiert, denn unsere Politiker regieren auch im Sinne Ulbrichts und wollen sich durchsetzen, egal wie blöd es ist. Wie anders erklärt sich denn die Herdprämie der CSU?

Ein gutes Beispiel ist auch das EEG. Eine CO2-Reduktion wurde dadurch nicht erreicht, sondern eine Steigerung der CO2-Emissionen, weil viele Kohlekraftwerke bei einem ungünstigeren Wirkungsgrad laufen müssen, aber auch nie komplett abgeschaltet werden können.

Man konnte behaupten, dass vor zwanzig Jahren die Idee der globalen Erwärmung noch tatsächlich fair diskutiert wurde, aber mittlerweile hat es sich zum Selbstläufer entwickelt. Jeder Bundesumweltminister wird vor allem daran gemessen, was er für den Klimaschutz getan  hat, egal wie unsinnig das ist.


Übrigens schrieb ich das auch im SPON-Forum, aber der Kommentar kam nicht durch die Zensur. Ich hatte wohl einen wunden Punkt getroffen.

Kommentare:

  1. Ich verstehe schon, was Sie meinen. Und dass der Klimaschutz inzwischen zu einer Religion verkommen ist, zu der man sich bekennen muss, sehe ich. Da es sich wissenschaftlich eigentlich um ein naturwissenschaftliches Problem handelt, ist es eigentlich erstaunlich, dass darüber ein derartig heterogenes Meinungsbild entsteht. Aber das hatten wir bei der Atomkraft auch schon.
    Nichtsdestotrotz kann die Menschheit nicht einfach abwarten, ob die Hypothese der menschengemachten Erderwärmung stimmt. Zu verheerend wären die Folgen. Und dass es politisch unglaublich schwierig ist, fast 200 Staaten mit unterschiedlichsten Intressen, Entwicklungsständen zu einem gemeinsamen Aktionsplan zu verpflichten ist auch klar.

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    1. Mir ist das alles zu vage mit der Erderwärmung und dem Klimaschutz. Es ist auch nicht entscheidend, ob die Erderwärmung stattfindet oder nicht. Wenn wir Milliarden € bewegen, braucht es triftige Gründe und in diesem Falle muss die Erderwärmung tatsächlich stattfinden, sie muss tatsächlich ein Problem sein (sie kann ja auch positiv sein), wir müssen die Mittel haben, um die Erderwärmung zu stoppen (Ist CO2-Reduktion ausreichend?) und diese Mittel müssen kostengünstiger als andere Mittel oder mit dem Klimawandel leben. Man redet aber immer nur über die erste sehr vage Prämisse, ob es die Erderwärmung gibt oder nicht.

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  2. Beide Polkappen der Erde vereisen im jeweiligen Winter. Tendenz fallend. Diesen Zustand nennt man erdgeschichtlich "ausgehende Eiszeit". Eine Erwärmung ist also völlig normal. Das Alfred Wegener Institut hat zudem vor Kurzem Auswertungen von Eisbohrkernen veröffentlicht die zeigen, dass aktuelle Klimamodelle in ihren "Vorhersagen" um bis zum Faktor 50 (in Worten Fünfzig) vom tatsächlich stattgefundenen Klimageschehen abweichen.

    Nach dem alten Watergate-Motto "Follow the Money" lohnt es sich immer, genau hinzuschauen, wer was äußert. Der Chef des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (WAS für ein entlarvender Name) oder ein wohlversorgter Hansel irgendeiner NGO müssen natürlich das Klima-Märchen daherbeten - sie verdienen damit immerhin ihr Geld!
    Manche Forderung der Klima-Spinner kann ich voll unterstützen, allerdings immer nur in meiner Eigenschaft als Selbständiger und Kaufmann, denn Verschwendung, auch die von Energie war mir immer ein Graus.

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