Sonntag, 21. Dezember 2014

PEGIDA - Der Schuss geht nach hinten los.

Seit wenigen Wochen gibt es die "Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes" (PEGIDA). Die etablierten Medien sehen diese Bewegung sehr kritisch. Ich auch.

Womit ich konform gehe: PEGIDA spricht wichtige Punkte an und sicherlich haben die etablierten Medien es zu verantworten, dass diese Bewegung entstanden ist und dass deren Medienkritik teilweise treffend ist. Oft erlebt man es, dass der Migrationshintergrund eines Gewalttäters in Zeitungsartikeln nicht erwähnt wird. Das spielt natürlich in den Hände von Verschwörungstheoretikern, die eine Gleichschaltung vermuten. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schaffte es sogar Demonstrationen als friedlich zu bezeichnen, auf denen Palästinenser skandierten: "Hamas, Hamas, Juden ins Gas.", während bei zweifelhaften Äußerungen eines Thilo Sarrazin über "jüdische Gene" hyperventiliert wird. Und dieses Verhalten ist äußerst kritikwürdig, denn den muslimischen Zuwanderern gestattet man Narrenfreiheit und die Einheimischen werden für Geringeres mit "Shitstorms" fertiggemacht. Sarrazin beispielsweise hatte nie(!) einen Vernichtungswunsch geäußert, aber der Vernichtungswunsch wurde mehrfach auf den antisemitischen Demos dieses Jahres geäußert.

Dennoch sehe ich PEGIDA kritisch, genauso wie ich die AfD kritisch sehe. Warum? Diese Organisation zieht natürlich Verschwörungstheoretiker und andere Vollidioten an, auch echte Extremisten. Berechtigte Medienkritik entwickelt sich zur Verschwörungstheorie. Ich beispielsweise finde die Berichterstattung über Putin ausgewogen und vielfältig. Die Kritik an Putin ist schon sehr sorgfältig begründet. Einen antirussischen Furor erkenne ich nicht. Dennoch bilden sich PEGIDA-Anhänger ein, die deutschen Medien wären antirussisch gleichgeschaltet.

PEGIDAs Positionspapier halte ich schon recht vernünftig, von denen ich vieles unterschreiben würde, nur sehe ich nicht, dass die PEGIDA-Anhänger wirklich diese Positionen vertreten. Das was man proklamiert, ist etwas anderes als die Realität. Die DDR hatte die Demokratie auch im Namen, aber sie war nicht demokratisch. Laut nordkoreanischer Verfassung ist Glaubensfreiheit garantiert, aber tatsächlich landen Christen in nordkoreanischen Lagern. Und PEGIDAs Positionspapier spricht sich für einen asylfreundliche Politik aus, aber auf den Straßen äußern sich Hass, Wut und Ausländerfeindlichkeit.

Mal sehen, wie lang es dauert, bis auch bei Pegida die Antisemiten Oberwasser bekommen. Wenn da solche Gestalten wie Jürgen Elsässer und Ken Jebsen auftauchen, dann wird's auf Garantie eine antisemitische Chose.

Kommentare:

  1. Mir macht diese Bewegung auch Sorgen. Ein Sammelsurium seltsamer Gestalten, die die "normale" Bevölkerung vor ihren Karren spannen. Ich hoffe nur, dass das nicht alles aus dem Ruder läuft. Die Regierung ist hilflos. Erst Islam, dann Judentum, dann Farbige, keine Ahnung wo das noch hinführt. Wohl ist mir dabei jedenfalls nicht.

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  2. Wo ist aber dann die Kraft, die hier parallel zum in der Verfassung garantierten Recht auf Asyl für Verfolgte die Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen so regelt, dass sie auch den Einheimischen nutzt? Weit und breit ist da nichts zu sehen.
    Andere Länder machen vor wie das geht, und wir können das auch.
    Ein entsprechendes Gesetz wird kommen, wir beobachten die Geburtswehen.

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