Freitag, 2. Januar 2015

Also doch: PEGIDA nun auch antisemitisch.

Ich äußerte mich kürzlich über PEGIDA. Mein letzter Absatz war folgender:


Mal sehen, wie lang es dauert, bis auch bei Pegida die Antisemiten Oberwasser bekommen. Wenn da solche Gestalten wie Jürgen Elsässer und Ken Jebsen auftauchen, dann wird's auf Garantie eine antisemitische Chose.  

Nun wurde ich auf einen interessanten Blog-Beitrag hingewiesen. "Egoteaist" hat sich unter das PAGIDA-Volk gemischt und mit Israel-Flagge demonstriert und pro-israelische Standpunkte eingenommen. Was passierte, hätte ich nicht anders erwartet. Es gab die üblichen antisemitischen Schmähungen.

Menschen, die glauben, sie würden vom "System" kontrolliert, sind immer an extremismusgefährdet. Wer vom "System" schwafelt, auf die "Systempresse" schimpft, ist mir schon verdächtig. Ich habe Victor Klemperers LTI gelesen und dort lässt er sich in einem Kapital über dieses Wort aus. Schon die Nazis haben diesen Begriff derart schmähend verwendet.

Die PEGIDA-Leute, die KenFM-Weltverbesserer und Elsässers werden auch nie konkret. Die Demonstranten in der DDR von 1989 hatten ausschließlich staatlich kontrollierte Medien vor sich, aber man äußerte sich nicht so, wie es PEGIDA tut, man schwafelte nicht von der "Systempresse". Meine Vermutung ist: Umso abwegiger die Gleichschaltung der Medien ist, umso lauter muss man tönen, dass man selber dran glaubt. Bestätigung sieht man darin, dass es der Mitdemonstrant genauso sieht. Abends liest man dann in Elsässers "Compact" auch nur Bestätigungen und bei der Fahrt zur Arbeit hört man einen KenFM-Podcast, der den gleichen Unsinn vom Stapel lässt. Die bestätigen sich alle in ihrem Irrglauben.

Es ist auch infam, wenn PEGIDA sich in der Tradition der Montagsdemonstrationen von 1989 sieht.

Kommentare:

  1. 'Umso abwegiger die Gleichschaltung der Medien ist, umso lauter muss man tönen, dass man selber dran glaubt.'

    In der Krise 2008 gab es eine Runde bei der Kanzlerin, in der diese darum bat, die führenden Medien mögen zurückhaltend berichten. Sie haben sich weitgehend daran gehalten. Und auch sonst gibt es mittlerweile zu vielem eine einstimmigen Chor, der leider sehr an vergangene Zeiten erinnert.

    'Die Medien' verbreiten die Ansichten ihrer Eigentümer und wichtiger Inserenten, da hat es Vielfalt schwer.

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  2. Das Problem der Medien ist, das deren Macher, Gestalter immer "links" von der Gesellschaft stehen. Der Durchschnittsjournalist ist sozialistisch und grün - mit einem starken Drang zur Weltverbesserung.

    Dieser Einstellung können nur starke Verleger/Eigentümer entgegentreten und auch durchsetzen. In Amerika z. B. FOX-News. In Deutschland tlw. das eine oder andere Springer-Blatt (in sehr abgeschwächter Form).

    Was "Anonym" oben fordert ist genau das was wir im staatliche Fernsehen ARD/ZDF haben. Keine Eigentümer, keine private Finanzierung. Heraus kommt ein von Gruppeninteressen geleitetes auf Hamonie zugeschnittenes überteuertes Muskiantenstadl-Fernsehen vom feinsten!

    Der letzte Satz von Anynom ist daher Schwachsinn pur! Nur Medien mit Eigentümer können Vielfalt gewährleisen, und nicht sozialistisch geprägte Kommissionen.

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    1. Es ist doch ein bekanntes Phänomen, dass die deutschen Redakteure vornehmelich Rot-Grün wählen, aber der einzelne Journalist ist nicht der Durchschnittsjournalist. Wer die taz kauft und liest, weiß doch, worauf er sich einlässt, genauso bei SPON, Freitag, FAZ, Welt und SZ.

      Wer darauf insistiert, dass die Medien die "Wahrheit" schreiben sollen, der bereitet den Weg in den totalitären Staat. Medien müssen einerseits berichten, sie dürfen und müssen auch kommentieren, argumentieren und es darf Streit geben. Wenn es nur die "Wahrheit" geben soll, ist es ein totalitärer Ansatz. Bezeichnend, dass das Zentralorgan der KPdSU "Wahrheit" hieß: "Prawda".

      Was man den deutschen Medien, insbesondere dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ist die sehr einseitige und postive Darstellung von Umweltprotestgruppen und ihren Anliegen. Das ist ja geradezu kritiklos. Aber ich habe nicht gehört, dass sich Pegida darüber aufgeregt hätte.

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