Donnerstag, 8. Januar 2015

Charlie Hebdo, PEGIDA und die deutsche Gesellschaft

Traurigerweise muss ich mich schon wieder zu Worte melden; die Terroristen lassen einem keine andere Wahl. Interessant ist aber, was in der deutschen Gesellschaft passiert: Man dürfe den Islam nicht vorverurteilen, heißt es da. Und dann wird auch noch mal eindringlich vor PEGIDA gewarnt.

Ich bin ein Gegner von PEGIDA. Ich sehe auch die deutschen Medien kritisch. Aber anders als PEGIDA-Jünger verwende ich nicht solche Begriffe wie "Systempresse" und "Lügenpresse".


Was ich der deutschen Gesellschaft vorwerfe: Sie hat verlernt, zu diskutieren, redlich zu argumentieren, ohne zu emotionialisieren. Die Emotion ist sogar durch die eingeführten Betroffenencouchen (auch als Menschencouchen bekannt) in deutschen Talksshows institutionalisiert worden. Wer mit Statistik kommt, z. B. dass Hartzer unterdurchschnittlich gebildet sind, dafür aber überdurchschnittlich häufig alkoholabhängig, erzeugt hysterische Anfälle und dann werden Einzelfälle aus dem Hut gezaubert und schon ist man machtlos. Die Diskussion ist eigentlich kaputt. Der typische Regelfall wird durch einen untypischen Einzelfall zerredet.

Was passiert infolgedessen? Man sichert nach allen Seiten ab. Die Politiker haben angefangen, so zu reden, dass sie nichts sagen, die Journalisten haben es größtenteils übernommen. In der nordenglischen Stadt, in der die pakistanische Minoriät die Engländer terrorisiert, englische Töchter zur Prositution zwingt, haben Politik und Polizei deshalb zugesehen, weil sie Angst hatten, sie würden der Islamfeindlichkeit bezichtigt.

Das Phänomen sehen wir auch im deutschen Blätterwald. Gewalttäter mit türkischer oder arabischer Nationalität werden zu "jungen Männern", man könnte glauben, ganz ohne Migrationshintergrund. Und egal welcher Terroranschlag der letzten Jahre: Es dauerte nicht lange und schon schrieb man davon, man dürfe Muslime nicht vorverurteilen. Besteht denn die Gefahr, wenn man das Kind beim Namen nennt, dass der Islam diese Menschen hervorbringt?

Es ist aber dennoch falsch, die Presse als "Lügenpresse" zu schelten, denn es passiert nicht mit der Absicht, zu desinformieren. Ob Politiker, englische Polizisten oder deutsche Journalisten: Sie sind Teil ihrer jeweiligen Gesellschaft und mit den gleichen Fehlern ausgestattet.

Denn irgendwas kann doch daran nicht stimmen. Es gibt seit Jahren einen islamistischen Terroranschlag nach dem anderen, aber man möge die Muslime nicht vorverurteilen. Es keine jüdischen Terroranschläge und die israelische Armee ist die vorbildlichste Streitkraft der Welt. Dennoch schafft es ein Gedicht in eine auflagenstarken deutsche Tageszeitung, in der Israel als Gefahr Nummer 1 für den Weltfrieden bezeichnet wird, noch vor Nordkorea, noch vor Iran, noch vor den Pakistan und Indien.

Und so, wie es verdächtig ist, wenige Minuten nach dem Terroranschlag zu schreiben, die Terroristen hätten den Islam verraten, genauso verdächtig ist es, als erstes konstatieren, man solle Israel kritisieren dürfen, ohne als Antisemit bezeichnet zu werden. Für mich heißt die vorausschauende und ritualisierte Warnung und Absicherung: der Islam hat doch etwas mit dem Islamismus zu tun und die Israelkritik, die dann folgt, ist antisemitisch motiviert.

Dass die Presse nicht perfekt ist, schreibe ja nicht zum ersten Male. Und weniger verfängliches Thema sind Finanzen. Die Deutschen sind ein Volk, das Aktien sehr reserviert gegenübersteht; "Privatier" ist sogar ein Schimpfwort. Logischerweise ist durchschnittliche Journalist wie der durchschnittliche Deutsche ebenso sehr reserviert zum Thema Aktien. Dies zu ändern, wäre toll, aber das erreicht man nicht dadurch, dass von "Lügenpresse" redet, sondern dass man aufzeigt, dass der Journalist Unsinn schreibt, ob zum Thema Aktien, zum Thema Israel oder zum Thema Islam und die arabische und türkische Migration.

Kommentare:

  1. Die Ansicht, dass die Presse nicht mit Absicht desinformiert, teile ich eher nicht. Ich glaube vielmehr, dass die Presse die Problematik der Zuwanderung absichtlich untertreibt, damit die Versorgung der Wirtschaft mit möglichst vielen und billigen Arbeitskräften nicht unterbunden wird. Heute noch mehr als früher sind die Zeitungen von ihren Anzeigenkunden abhängig, und da richten sie sich natürlich nach deren Wünschen. Es würde mich auch stark wundern, dass die Presse völlig unabsichtlich ständig die Mär vom Fachkräftemangel und von den angeblich segensreichen Wirkungen des Euros wiederholt, wenn man die Tatsachen in Betracht zieht, dass zahlreiche Kommentatoren eben diese Mär vom Fachkräftemangel überzeugend widerlegen, die Manipulationen der Arbeitslosenstatistik allgemein bekannt sind und die Ökonomen lange auf die problematischen Seiten einer übernationalen Währung hingewiesen haben. Falls das alles ohne bestimmte Intentionen geschieht, dass muss man doch feststellen, dass die Intelligenz und die Allgemeinbildung der Journalisten nicht so wirklich gut ausgeprägt zu sein scheint.

    Was die Muslime angeht: Zumindest an den Universitäten scheint die Mehrheit der Muslime westlich eingestellt zu sein. Vor allem einige muslimische Frauen verabscheuen die Fundamentalisten, was auch nicht sehr verwunderlich ist. Wer gibt schon gerne seine Freiheit auf? Das trifft doch nur auf eine Minderheit zu. Fraglich ist aber, ob sich die Zustimmung zur Demokratie halten kann, wenn die Zunahme an schlecht bezahlten Jobs und der Arbeitslosigkeit so weiter geht, oder ob totalitäre Ideen wie Nationalismus und religiöser Fundamentalismus an Attraktivität gewinnen.

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  2. "die israelische Armee ist die vorbildlichste Streitkraft der Welt"

    Bei so einer Aussage kommt mir das Kotzen!

    Eine Armee die unschuldige am Strand spielende Kinder totbombt soll die vorbildlichste Streitkraft der Welt sein? Eine Armee die gezielt irgendwelche Wissenschaftler "liquidiert" egal ob im Auto vielleicht noch drei Unschuldige dabei sitzen...ohne Prozess. Unschuldsvermutung interessiert die auch nicht.
    Eine Armee die hunderttausenden Palistinänsern ihr Zuhause nimmt und sie hält wie Tiere. Ohne Nahrung, Strom usw...

    Mannmannmann, dich kann man gar nicht mehr Ernst nehmen.

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  3. Moin,

    ich stimme dem Couponschneider bis auf die Aussage zur Israelischen Armee vollkommen zu. Eine Diskussionsatmosphäre wird in Deutschland kaum zugelassen, da viele Themen (Islam, Israel, Einwanderung, Asyl, ...) tabuisiert werden. Traut sich jemand mit nonkonformen Themen in die Öffentlichkeit (z.B. Sarrazin, Grass), holen Medien und Politik die Nazikeule heraus und schlagen blind um sich. Die Empörungsmaschine läuft auf Hochtouren.
    Meiner Meinung nach ist dies die Ursache für das Entstehen von Bewegungen wie PEGIDA. Und ich kann den dort mitlaufenden Menschen noch nicht mal einen Vorwurf machen. Sie sehen dort die Möglichkeit ihrer Frustration Luft zu verschaffen.

    Zum Thema Israel:
    Ich halte dieses Land für einen Vorposten westlicher Werte im arabisch geprägten Teil der Welt. Die Geschichte Israels ist eine Geschichte des Überlebenskampfes. Wären die Israelis nicht so radikal, gäbe es dieses Land schon lange nicht mehr.
    Und die Palästinenser im Gaza-Streifen haben ihren Henker (Hamas) selber demokratisch gewählt. In anderen Teilen der Autonomiebehörde geht es ihnen deutlich besser.

    Allerdings können auch nicht alle Maßnahmen Israels als vorbildlich bezeichnet werden. Wenn jedoch alle paar Monate Raketen der Hamas aus dem Gaza-Streifen Richtung Israel fliegen kann ich auch einige Generäle verstehen die sagen:"Alle Infrastruktur kaputt bomben und die Palästinenser hungern lassen. Wenn sie zu tun haben Essen und Obdacht zu finden, kommen sie nicht auf die Idee Raketen durch die Tunnel zu schmuggeln.

    Das heißt nicht, dass ich diese Maßnahmen gut heiße.



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  4. Israel ist wirklich radikal, unglaublich radikal! Die sind sogar so radikal das sie die Leute die in der Gegend oder in dem Haus wohnen das bombardiert wird mit Flugzettel und per SMS warnen!

    Im übrigen, es fliegen nicht alle paar Monate Raketen auf Israel - sondern täglich! Und zwar immer dann wenn die Leute zur Arbeit aufbrechen, bzw. die Kinder zur Schule gehen.
    Die Hamas weiß ganz genau das dann die Chance am besten ist, möglichst viele Juden zu töten!

    Ich bin zur Erkenntnis gelangt, das ich "alle" Maßnahmen die Israel zur Bekämpfung des Terrors, der Hamas, der Fatha setzt erstmal für gut heiße. Ob sie eine Raketenstellungen einer UN-Schule oder Hamasführer im Ausland auslöschen.
    Es geht um das Überleben Israels.

    Jeder andere Staat der Erde hätte eine derartig fanatisierte Bevölkerung wie die palästinensischen Araber längst in alle Winde zerstreut wie es rechtens wäre.

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