Dienstag, 6. Januar 2015

Fokus richtig setzen bei den Ausgaben

Schon als Jugendlicher merkte ich, dass ich anders bin als viele andere. Das wurde mir neulich wieder im Sportverein bewusst, als manche Leute jaulten, als sie hörten, die Trikots kosten Geld, so um die 60 € pro Kombination aus Leibchen und Hose. Da jaulten erwachsene Männer mit regelmäßigen Einkommen über eine Ausgabe, die man vielleicht einmal in fünf Jahren tätigt. Und diese Textilien müssen so oder so angeschafft werden. Ansonsten müsste man was anderes durchschwitzen. Außerdem kann man das Trikot auch verkaufen, wenn man den Verein verlässt und ein neuer Spieler es braucht.

Diese Trikot-Diskussion hatte ich auch schon in meiner Jugend, als die Lautstärksten Geld sparen wollten und entschieden, dass wir mit Grau spielen und jeder sich seine Nummer hintendraufnähen sollte. Grau deshalb, weil herauskam, dass fast jeder was graues hatte. Meine Einwände, dass jeder ein anderes Grau hatte (sieht beknackt aus) und dass ich meines nicht opfern wollte (es war ein Markenshirt, gut verarbeitet) und lieber in Weiß spielen wollte, wurde abgelehnt. Weiße T-Shirts bekommt man überall zu kaufen und Weiß ist Weiß ist Weiß. Es gibt kein Hellweiß und kein Dunkelweiß.

Was daran so schlimm und teuer gewesen wäre, einmalig weiße T-Shirts zu bestellen... Ich weiß es nicht. Das spielte sich vor zwanzig Jahren ab.

Da sind die Leute geizig, bei ihrem Lieblingssport, den sie mehrfach pro Woche ausführen. Wenn es darum geht, in den Urlaub wegzufliegen, dann wird jeder Preis bezahlt. Oder wenn die Leute um die Kneipen ziehen und da für ein kleines Gläschen Korn 2 € und mehr auf den Tisch legen.

Ich überlege mir, wie wichtig die Anschaffung für mich ist. Was wird mir die Anschaffung einsparen? Vielleicht gar nichts. Welche Verbindlichkeiten sind damit verbunden? Wie häufig kommt die Anschaffung zum Einsatz? Welchen Belastungen ist sie da ausgesetzt?

Bei Sportbekleidung und bei Sportgeräten ist Qualität schon wichtig. Es ist schon ein Unterschied, ob man neue Fußballschuhe jedes Jahr oder alle zwei Jahre neu  kaufen muss. Die Belastungen für die Schuhe sind enorm. Irgendein Billigschuh für zehn Euro ist da fehl am Platze.

Weil ich mir bewusst bin, dass das billigste nicht immer das günstigste auf Dauer ist, bin ich finanziell erfolgreich. In den meisten Monaten konsumiere ich weniger, als ich einnehme. Selbst Sonderausgaben, wie z. B. Nachzahlung bei den Mietnebenkosten, kann ich problemlos aus dem Monatsgehalt finanzieren und es bleibt immer noch eine Menge übrig.

Krimskrams kaufe ich auch nicht. Ich erwähnte ja schon Unverständnis darüber, dass Menschen bereit sind, für einen einzelnen Schluck einer 08/15-Spirituose 2 € und mehr auf den Tisch zu legen. Ist mir wirklich unbegreiflich, nicht nur weil ich mit Alkohol ohnehin nichts anfangen kann.

In hatte in den letzten Tagen häufiger Kontakt mit Menschen, die dazu neigen, Krimskrams zu kaufen und wo die Bude mit unnötigem Zeug vollgestellt ist. Die Dame hatte schon ein Kindle, kaufte sich aber einen neuen, obwohl der alte noch getan hätte. Ich nutze meinen Kindle einfach länger und auch häufiger. Man hatte sich auch eine Popcorn-Maschine vor zwei Jahren gegönnt. Wie oft wurde sie eingesetzt? Noch nie! Wird über Investitionen nachgedacht, geredet, wie man das Gehalt, das man monatlich bezieht, Schritt für Schritt durch passives Einkommen ergänzen kann? Nein. Stattdessen denkt und redet man über das nächste Smartphone. Das wurde dann im Zuge der Feiertage auch angeschafft.

Und leider gibt es das häufig. Wer sich dem verweigert und auch nur 100 € pro Monat spart und investiert, fährt auf Dauer einfach besser, selbst wenn man ein geringes Gehalt. Ich bin mit der Gabe ausgestattet worden, dass ich nicht so sehr darauf schaue, was andere machen. Mit der Masse bin ich nie geschwommen. Ich machte mir meinen eigenen Kopf und handelte entsprechend meiner Überlegungen und meiner Intuition. Das bewahrte mich vor Drogenkonsum aller Art, inklusive Rauchen und Alkohol. Das bewahrte mich vor Riesterprodukten, Bausparen und Kapitallebensversicherungen. Ich habe auch nie Autos angebetet, sondern entsprechend meiner Überlegungen es als teure Verbindlichkeit eingeordnet. Aber meiner Meinung nach kann man es auch trainieren, rational zu handeln und nicht der Herde hinterherzulaufen. Wenn man älter wird, wird man doch ohnehin robuster demgegenüber, was andere über einen so reden.

Ich fragte vor wenigen Jahren in einem Diskussionsforum, was die Diskutanten für den langfristigen finanziellen Erfolg als wichtiger erachten: Viel einzunehmen oder die Gabe, mit wenig auszukommen. Ich habe gehofft, dass wenigstens einer letzteres anwählt und erklärt, warum es so ist. Ich fand es bezeichnend, dass die meisten das hohe Arbeitseinkommen für wichtiger erachten.



Kommentare:

  1. Du spielst Fussball?

    Ich hätte wetten können, dass du das für einen Prolethen-Sport gehalten haben würdest!

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  2. @Couponschneider: Kann dir nur komplett Recht geben, gut geschrieben!
    Grüße

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  3. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch schon gemacht. Nur nicht über Geld nachdenken, könnte ja was schlechtes rauskommen^^

    Ich weiß leider nicht mehr, wer es gesagt hat, ob Warren oder ein anderer Milliardär. Denke aber es war Warren.

    "Man wird nicht reich durch das Geld, dass man einnimmt, sondern durch das Geld, das man nicht ausgibt."

    Ist irgendwie mein Leitspruch geworden, den ich auch bei unpassenden Gelegenheiten zum Besten gebe. Meistens dann, wenn wieder einmal behauptet wird, ich hätte Geld und wäre reich. Wobei ich Reichtum nicht an der Kontogröße festmache. Zeit haben ist für mich wahrer Reichtum.

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    1. Ich glaube, das Zitat ist von Henry Ford. Und ja, es stimmt.

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  4. Ferdinand Piech hat das auch schon gesagt:"Reicht wird man vom Behalten!"

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  5. Du bist nicht allein, Couponschneider! Schöner Artikel!

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