Samstag, 31. Januar 2015

Islamophobie ist nicht der neue Antisemitismus

Seit Jahren ärgert mich der Begriff der Islamophobie und der Gleichsetzung mit Antisemitismus. Sicherlich gibt es Ressentiments gegen Moslems aber kann man das gleichsetzen? Es besteht schon ein großer Unterschied zwischen einer Phobie und einer feindlichen Einstellung. Ein Arachnophobiker schlägt keine Spinnen tot, erdichtet keine Verschwörungstheorien und dichtet Spinnen nicht sonst was an.

Wie ich auf das Thema komme? Bei den Anschlägen von Paris waren die meisten Todesopfer Juden. Worüber hat man sich aber in der deutschen Debatte am meisten Sorgen gemacht? Dass "Islamophobie" um sich greifen könnte, denn die Täter waren zu 100 % islamischen Glaubens und beriefen sich auf den Islam.

Solche Äußerungen kommen dann auch von nicht gerade dummen Menschen; viele haben studiert. Und ich frage mich, was diese Menschen antreibt, denn nach kurzer Überlegung müsste man doch vor dem Antisemitismus warnen, der diese Todesopfer hervorbringt, als vor einer möglichen Islamophobie, die sich breit machen könnte.

Und der Begriff der Phobie steht nicht für Angst, sondern für eine irrationiale, krankhafte Angst. Wer jede Kritik am Islam und jede Besorgnis wegen des Islams als Phobie denunziert, der trägt dazu bei, dass tatsächliche Probleme nicht angesprochen werden.

Tatsächlich stellen die moslemischen Emigranten mit ihrer Macho-Kultur ein Problem dar. Ob das vom Islam herrührt oder ob es die türkische oder arabische Kultur ist, die die Menschen dazu bringt, ihre Töchter zu verschleiern, zwangszuverheiraten oder zu ermorden, ist eine müßige Diskussion und überlasse ich lieber anderen. Tatsache ist aber, dass viele arabischstämmige Terroristen sich auf der Islam berufen, dass arabische Finanziers Menschen im Westen indoktrinieren und für die ISIS rekrutieren lassen, und sich dabei auf den Islam berufen. Die Mehrheit der Bevölkerung Saudi-Arabiens sagt sogar, ISIS verkörpere die Ideale des Islams. Daher ist es auch falsch, zu sagen, Islamismus und Islam hätten nichts miteinander zu tun. Doch, sie haben etwas miteinander zu tun, denn islamische Erziehung sorgt überproportional dafür, dass man Terrorist wird oder Sympathien für die Terroristen hat.

Ist dies eine Verteidigung für PEGIDA? Wie ich schon einmal schrieb, finde ich das offizielle Programm der PEGIDA gar nicht mal so verkehrt. Und sicherlich mag es auch PEGIDA-Leute geben, die ganz vernünftig sind. Aber was sich da gebärdet, ist häufig dumpfe Fremdenfeindlichkeiten. Und wie jede neue Bewegung oder Partei zieht bekanntlich Dumpfbacken an. Ich gestehe PEGIDA durchaus zu, dass sie wichtige Punkte ansprechen (Kritik am Islam, Kritik an Medien), aber der Stil und die Stoßrichtung gefallen mir überhaupt nicht. Kritik an Medien ist die eine Sache, aber von der "Lügenpresse" zu schwadronieren, geht eindeutig zu weit. Und das große Verständnis für Putin zeigt, dass die PEGIDA-Leute tatsächliche "Lügenpresse" leider für bare Münze nehmen.

Was muss man in einer solchen Situation tun? PEGIDA nicht verteufeln, sondern mit den Leuten reden, diskutieren. Die vernünftigen Leuten zurückholen. Es ist ein Unterschied, ob sich Menschen nun seit Jahren einbilden, von einer "Lügenpresse" desinformiert zu  werden und jeder Verschwörungstheorie anhängen, oder ob jemand spontan an diesen Demonstrationen teilnimmt, wer mit der Situation, wie der Islam als Problem herunterspielt wird, unzufrieden, aber dennoch noch nicht in den Verschwörungstheoriensumpf abgedriftet ist. Wenn man aber diesen Leuten vor den Kopf stößt, überlässt man die halbwegs Vernünftigen jenen, die von der "Lügenpresse" sprechen, denn die können ja sagen: "Seht ihr, diese Lügenpresse bezeichnet euch als Nazis."

Den rhetorischen Kniff wendet Ken Jeben an. Vor versammelter Gruppe fragt er nicht rhetorisch, ob er selber wie ein Nazi daherrede. Nein, er sagt: "Seht euch an. Seht ihr wie Nazis aus?" - Natürlich nicht. Viele dürften keinen Nazis sein, aber sie könnten schnell welche werden. Abgelenkt davon, welche antisemitischen Parolen sie da nachplappern. Abgelenkt von den Inhalten wiegen sich die Demonstranten in Selbstsicherheit, keine Nazis zu sein.

Im Deutschland des letzten Sommers gab es zahlreiche Demonstrationen durch Araber, die um die Situation im Nahen Osten besorgt gewesen zu sein schienen. Wogegen hat man demonstriert? Gegen den Schlächter Assad? Gegen das Könighaus Saud? Gegen die Verbrecher von der Hamas? Gegen ISIS? Nein, gegen Juden. Man skandierte "Hamas, Hamas, Juden ins Gas!", "Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!", "Kindermörder Israel". Und solange die weiterhin gegen Israel skandieren, anstatt z. B. gegen ISIS zu demonstrieren, sind die Distanzierungen von Islamisten nach Terroranschlägen hohles Geschwätz und das Gerede davon, dass Islamophobie der Antisemitismus sei, einfach nur Heuchelei.

1 Kommentar:

  1. Danke,ich war fast bis zum Schluss bei Ihnen. Aber nur FAST. Sie betreiben nämlich auch Gehirnwäsche. Das finde ich sehr schade... Ja, es gibt Leute, die die Sache mit Putin und Assad ganz anders als Sie sehen, und das aus gutem Grund.

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