Samstag, 31. Januar 2015

Mein Ziel ist nicht Altersvorsorge, sondern Vermögensaufbau

Hier und da lese immer wieder, dass Menschen sich um ihre Altersvorsorge kümmern oder kümmern sollen. Ich finde es nur teilweise richtig. Die Menschen sollten sich besser um ihren Vermögensaufbau kümmern. Dieses Ziel ist von viel abstrakterer und generellerer Natur, denn geschaffenes Vermögen ist Altersvorsorge, während Altersvorsorge nicht zwangsläufig Vermögensaufbau ist.

Wer mit gutem Gewissen Altersvorsorge betreibt, hat vielleicht auch eine Leibrentenversicherung abgeschlossen. Davon halte ich nichts. Eine Leibrente ist wie eine Risikolebensversicherung, nur mit vertauschten Rollen. Bei der Risikolebensversicherung wettet man auf ein frühes Ableben, bei der Leibrente wettet man darauf, sehr alt zu werden. Die Leibrentenversicherung fragt nicht, ob man raucht oder chronisch krank ist... Da sollte man stutzig werden, oder etwa nicht? Eigentlich müsste doch gerade Raucher besonders beliebte Kunden sein, um die sich die Versicherungsgesellschaften mit Preisnachlässen kloppen müssten.

Ausdruck von finanziellem Analphabetismus ist es beispielsweise, wenn ein übergewichtiger Raucher eine Gehaltsumwandlung (Betriebsrente!) vornimmt. Bringt eigentlich gar nichts, das Inflationsrisiko ist immens, das Frühableben sowieso. So einen Kollegen habe ich; auf Aktien ist er gar nicht gut zu sprechen, da hat er die üblichen Vorurteile.

Deswegen schaffen Sie besser Vermögen anstatt Altersvorsorge. Mit Vermögen meine ich Vermögenswerte, die langfristig im Wert steigen und passives Einkommen generieren. Vermögen ist Eigentum und genießt grundgesetzlichen Schutz. Das haben die Ansprüche aus einer Riesterrente nicht. Das Konzept des Eigentums gibt es in fast allen Staaten dieser Erde. Riesterförderung gibt es nur in Deutschland. Vermögen lässt sich vererben. Wenn ich heute sterbe, würde ich über 100000 € vererben. Das ist gut und mehr als das, was viele Lebensversicherungen ausspucken, weil Versicherten zu geizig, da in die Vollen zu gehen. Ich dagegen habe jetzt schon etwas, was den typischen Hinterbliebenenschutz übersteigt und ich kann mir eine gesonderte Risikolebensversicherung gänzlich sparen.

Was ich hier beschreibe, ist im Grunde ziemlich banal. Leider gehört es nicht zum Allgemeingut. Die Grundformel habe ich schon vor einiger Zeit beschrieben: Man muss in jungen Jahren sparen wie ein Berserker. Knackige 50 % des Gehaltes in jungen Jahren sparen und konsequent in Aktien investieren, ergibt über kurz oder lang die finanzielle Freiheit.

Ich investiere tatsächlich mein Gehalt zu 50 % in Aktien. Die Dividenden werden zu 100 % reinvestiert. Ich erinnere mich an meine ersten Aktienkäufe und Dividendeneingänge als wäre es erst gestern gewesen, aber es ist fast sechs Jahre her. Mittlerweile sind die Dividenden auf ordentliche dreistellige Beiträge pro Monat angewachsen.


Kommentare:

  1. Mein Problem: Momentan ist mir der Aktienmarkt einfach zu teuer geworden, um munter weiter AKtien zu kaufen. Ich bekomme auch monatlich ein paar Hunderter im Schnitt an Dividenden gutgeschrieben und spare zusätzlich einen vierstelligen Betrag. Das so angesammelte Kapital dümpelt bei weniger als 1 % auf Tagesgeldkontos herum. Um auf all-time-highs zu kaufen, fehlt mir etwas die Zuversicht in weiter steigende Aktienmärkte.

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    1. Wann wäre der Aktienmarkt denn günstig? Bei 8000? Dann lies mal, was man vor zwei Jahren über Aktienkurse von 8000 dachte:
      www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/dax-8000-party-im-kleinen-kreis-12105869-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
      Was ich damit sagen will? Du weißt erst hinterher, ob Du günstig oder teuer gekauft hast. Wer damals bei 8000 gewartet hat, wartet auch heute noch...

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  2. Die Dividendenrendite ist vielleicht aussagekräftiger als ominöse Indexstände?!
    Anfang der 90er gab es auch immer mal wieder all-time-highs......

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  3. Selbst habe ich bisher keinen Leibrentenvertrag abgeschlossen weil die Renditeerwartung auf mehrere Jahrzehnte bisher, einfach sehr sehr deutlich hinter der Renditeerwartung anderer Anlageformen (Aktien) lag.
    Einen riesigen Vorteil sehe ich allerdings in der Leibrente, der sogar riesige Renditenachteile aufwiegen kann. Ein Leibrentenvertrag wirkt sich meiner Meinung nach, so signifikant positiv auf der Psyche der Leibrentenbezieher aus, daß dies messbar lebensverlängernd für die Leibrentenbezieher ist(z.B. Jeanne Calment).

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  4. Toller und sehr aussagekräftiger Artikel. Sehe ich absolut genauso. Beim Sparen sollte man tatsächlich zweigleisig Vermögen aufbauen: für Lebenspläne, teure Investitionsgüter wie ein Auto einerseits und als Altersvorsorge andererseits.

    Das habe ich auch in einem Blogartikel geschrieben: http://finanzrocker.net/wie-viel-geld-brauchst-du-fuer-die-rente. Vielleicht ist der Artikel ja auch interessant für Dich.

    Viele Grüße
    Daniel

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  5. Preisnachlässe für Raucher in der privaten Rentenversicherung, Ha ha ha! Die Versicherungsbranche hätte ausschließlich Raucher als Kunden, da alle Raucher wären um in den Genuss besserer Preise zu kommen!

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