Mittwoch, 18. Februar 2015

Die "konservative Anlage"

Ich tue mich etwas schwer, wenn Journalisten den Begriff "konservative Anlage" hervorholen und damit Sparbücher, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen meinen.

Konservativ heißt zuallererst "bewahrend". Aber was bewahren diese Anlagen? Die Inflation ist doch höher als die Rendite.

Konservativ kann man auch im Sinne von herkömmlich und altbewährt ansehen, wenn man von der politischen Strömung des Konservativismus ausgeht. Demnach wäre aber die Aktie einer der konservativste Anlagen überhaupt. Aktien gibt es seit wenigen Jahrhunderten. Und ist die Aktie, ist der Unternehmensanteil nicht auch eine bewahrende Anlage? Immerhin haben Siemens-Anteile zwei Weltkriege überstanden. Was ist mit Anleihen in dieser Zeit passiert?

"Konservativ rechnen" bedeutet, nicht allzu optimistische Prognosen für eine Hochrechnung zu nutzen. Wenn jemand "konservativ rechnet", sieht man es als positiv an. Wenn eine Bank bewirbt, sie lege das Geld ihrer Kunden konservativ an, dann möchte sie unter Ausnutzung der positiven Vorstellung von "konservativ" seriös erscheinen, aber es ist eine Mogelpackung, wenn sie dann auf Aktien verzichtet.

Ich komme mit der bisherigen Sprachregelung seit Jahren nicht klar. Ich sehe keine Widerspruch darin, wenn ich sage: Ich bin ein konservativer Anleger und investiere zu über 90 % in Aktien.

Kommentare:

  1. Gut zum konversativen Anlegen passt die heutige Meldung des katholischen Erzbistums Köln, das erstmals seine Vermögensgegenstände offenlegte. Dem beträgt das Wertpapiervermögen dieses "erzkonservativen" Bistums 3,3 Milliarden Euro (nicht schlecht für eine nonprofit Organisation wie der Kirche).
    Der Sprecher des Bistums beeilte sich, mitzuteilen, dass nur konverbatike Wertpapiere, insbesondere ganz wenige Aktien, enthalten seinen.

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  2. Und dann vermachen manche Leute ihr Erbe auch noch den Kirchen! Da kriege ich das Kotzen.

    Soll die Kirche mal was ausgeben! Asylanten unterstützen zum Beispiel! Und nicht Protzpaläste bauen wo man schön Kinder...

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  3. Ich würde Konservativ aber eher auf die Volatilität, nicht so sehr auf die Rendite beziehen. Aktienmärkte tendieren halt zu großen Schwankungen.

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