Sonntag, 29. März 2015

Das Pulverfass Betriebsrente

Ich las gerade einen Artikel auf FAZ Online über Betriebsrenten. Geschrieben steht, dass die Unternehmen sehr hohe Verbindlichkeiten eingegangen sind und weil Betriebsrenten über Anleihen finanziert werden, leiden Betriebsrenten umso mehr wegen der niedrigen Zinsen.

Ich bin Gegner von Betriebsrenten. Warum? Dem Unternehmen werden jahrzehntelange Verbindlichkeiten aufgedrückt, was die Handlungsfähigkeit des Unternehmens einschränkt. Ich bin auch gegen Betriebsrenten, weil sie Leibrenten sind. Die Leute sollen neben der gesetzlichen Rente keine zweite, freiwillige Leibrente haben, sondern schlicht und ergreifend Vermögen aufbauen.

Betriebsrenten sehe ich auch als sinnlosen Versuch, den Leuten einen auskömmlichen Lebensabend zu finanzieren. Die Illusion der garantierten Zusatzrente ist eine teure Angelegenheit. Man muss eine Menge bewerkstelligen, um einen konstanten Vermögenszuwachs (bzw. Anspruch auf Leibrente) vorzugaukeln, obwohl die Entwicklung der Wirtschaft so nicht abläuft.

Mein Verdacht: Man möchte nicht, dass der Facharbeiter sein Glück an der Börse sucht, finanzielle Kompetenz erwirbt und möglicherweise dann auch noch aus der Gewerkschaft austritt. 

Man stelle sich vor, statt des Leibrentenquatsches hätte es Belegschaftsaktien gegeben oder vermögenswirksame Leistungen in Form von ETF-Anteilen, oder einfach nur mehr Gehalt bzw. Lohn, sodass die Arbeitnehmer mehr Spielraum gehabt hätten. Es wäre vererbbares Vermögen gewesen. Statt einer garantierten zusätzlichen Leibrente von vielleicht 500 € pro Monat bekämen die verrenteten Facharbeiter Dividenden. Sicherlich mehr, aber halt nicht konstant. Warum soll man dem Rentner keine Schwankungen zumuten?

Ich sehe es  auch als schädlich an, dass man so viele Menschen von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abkoppelt. Die Menschen sollen es gerne spüren, wenn es schlecht und wenn es gut läuft. Eine variable Rente ist eine Information, ob man den Gürtel enger schnallen muss oder nicht. Indem man diesen Informationskanal abschnürt, schadet man der gesamten Volkswirtschaft.

Folgendes Gedankenexperiment: 15 Millionen Autofahrer haben das Privileg,  zum Konstantpreis zu tanken. Die anderen 25 Millionen Autofahrer müssen variable Preise in Kauf nehmen. Es gibt eine enorme Verknappung,  z. B. aufgrund eines Krieges. Was sieht man? 15 Millionen Autofahrer, die gar nicht betroffen sind und immer noch so tanken wie vorher, als gäbe es keine Ölknappheit. Die können Spaßfahrten machen, während essentielle Fahrten wie Lebensmitteltransporte unter Preiserhöhungen für Benzin leiden, noch stärker als sonst, weil die Spaßfahrer das Benzin zusätzlich verknappen. Dadurch würde es teurer zum Schaden aller!

Preise sind Informationen für die Knappheit eines Gutes, deshalb finde ich die ganze Fokussierung auf die Rente, auf die Idee, im Alter konstante Renten zu überweisen für verkehrt. Es genügt, dass wir eine staatliche Rente haben. Dazu private Renten (Riester, Rürup, Betriebsrente) dazugesellen, ist volkswirtschaftlich gesehen töricht.

Kommentare:

  1. Wirklich schlimm, dass mittlerweile jeder ungefiltert seinen geistigen Dünnschiss in die Welt pusten kann.

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  2. Leider werdem Sie langsam Ziel der Aluhut Wahnwichtel Fraktion

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  3. Hallo Couponschneider,
    ich denke Betriebsrenten sind eine unglückliche Melange aus
    - Wir wollen unseren Mitarbeitern etwas Gutes tun
    - Sicherheitsbedürfnis der Mitarbeiter
    - Steuerlicher Absetzbarkeit
    - Geschicktem Vertrieb der Finanzgesellschaften
    - politischer Einstellung.

    Mich persönlich hat immer sehr gewundert, warum die Geswerkschaften in den 50ger Jahren des letzten Jahrhunderts die Montanmitbestimmung so forciert haben. Wäre ich damals Gewerkschaftsboss gewesen, hätte ich

    1. Aktienprogramme für meine Mitglieder gefordert
    2. Den Arbeitern angeboten ihre Aktien kostengünstig (für Gewerkschaftsmitglieder umsonst) bei der gewerkschaftseigenen Bank zu lagern
    3. Dafür gesorgt, dass man die gesammelten Stimmrechte auf mich als Treuhänder überträgt.

    Damit hätte ich
    - die Mitsprache als Dreingabe erhalten, denn gegen den Stimmenblock der Mitarbeiter hätte keine Hauptversammlung agieren können.
    - jede Menge neue Mitglieder geworben. Damals kostete ein Depot bei der Bank noch richtig Geld, nix Direktbanken. Wenn ich das bei der Gewerkschaft kostenlos kriege, ist der Mitgliedsbeitrag gut investiert.

    Statt dessen hat man auf diesen Mitbestimmungsfirlefanz gesetzt. Gremien und ein paar Pöstchen für verdiente Mitarbeiter. Das traurige Ende hat man ja damals bei VW im Hartz-Skandal besichtigen können.

    Gruß
    Finanzwesir

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    1. In der Tat. Das war der Kardinalfehler der Gewerkschaften. Die Frage, die mich bewegt: Waren die Gewerkschafter einfach nur Sklaven ihrer deutschen Mentalität oder war es Dogmatismus.

      Ich vermute, es war Dogmatismus. Wer Aktien sein Eigentum nennt, könnte ja sein Klassenbewusstsein verlieren und aus der Gewerkschaft austreten. Aktionäre als potentielle Streikbrecher.

      Ich bin abhängig beschäftigt und habe mich dennoch immer auch als Unternehmer in eigener Sache gesehen. Ich halte nichts davon, einen künstlichen Gegensatz aufzubauen zwischen Unternehmern und abhängig Beschäftigten. Ich habe kein Unternehmen geerbt, also mache ich das beste aus meiner Situation: Ich kaufe Anteile bestehender Unternehmen und werde so auf die Dauer vermögend, weil ich am Wirtschaftswachstum deutlich stärker partizipiere als andere abhängig Beschäftigte.

      Ich finde sogar das Ziel der Gewerkschaften richtig, dass die Arbeitnehmer stärker von der Wirtschaftsleistung ihres Unternehmens profitieren, ich halte aber von den Mitteln der Gewerkschaften nichts. Denen geht's nur um Lohnerhöhung, Lohnerhöhung, Lohnerhöhung. Das sind aber auf Dauer enorme Verbindlichkeiten, die da anfallen. Eine Dividende kann man eher kürzen als Löhne, wenn es dem Unternehmen schlecht gehen sollte.

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  4. Na, da sind wir mal tatsächlich einer Meinung. Betriebsrenten sind in der Tat problematisch, da unklar ist, ob ein Unternehmen diese in Zukunft zahlen kann. In den USA gibt es in der Tat genug Negativbeispiele.

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