Montag, 30. März 2015

Zeitumstellung - Ein Plädoyer für die Sommerzeit

Während ich diese Zeilen beginne, ist die Sonne noch nicht aufgegangen. Es ist Ende März, die Zeitumstellung war gestern. Zweimal im Jahr entzündet sich bei Spiegel Online und Co. eine Diskussion über den Sinn und Unsinn der Sommerzeit.

Ich bin jemand, der morgens gut aus dem Bett kommt, wenn er will. Ein Morgenmuffel war ich nie. Ich erinnere mich auch gut an die Zeit als Student. Ich hatte im Sommer viele Vorlesungen, Termine, Verpflichtungen. Für ein Programmierprojekt war die Zeit knapp, bis ich mir vornahm, doch den frühen Morgen zu nutzen. Um fünf Uhr aufstehen, an den Computer setzen und programmieren. Es waren sehr produktive Stunden. Ich genoss die frische Luft und die Ruhe.

Um 7 Uhr öffneten die ersten Discounter in meiner Umgebung. Ich war oft der Erste und der Einzige im Discounter kurz nach 7 Uhr. Ich profitierte von der Abwesenheit der Warteschlangen an der Kasse. 7:20 Uhr hatte ich dann auch schon frische Brötchen und konnte frühstücken.

7:20 Uhr quälten sich andere gerade erst aus dem Bett und vertrödelten die - meines Erachtens - schönste Zeit des Tages.

Was hat das mit der Sommerzeit zu tun? Im Sommer erleben wir Sonnenaufgänge kurz vor 5 Uhr morgens Sommerzeit, also kurz vor 4 Uhr Winterzeit. Ich hätte kein Problem damit... Ich stände früh auf und nutzte diese Zeit. Aber viele andere Menschen können und wollen nicht. Die Schule öffnet ja auch nicht eine Stunde früher. Die Eltern können auch nicht unbedingt eine Stunde früher zur Arbeit. Und mein Eindruck ist, dass viele nicht wollen. Viele nölen herum, um 6 Uhr aufzustehen, wäre zu früh. Aber wenn draußen die Sonne scheint, ist es eben nicht zu früh, denn das Sonnenlicht macht ja wach.

Es ist also ein kleiner Trick, um Menschen dazu zu bewegen, früher als üblich aufzustehen. Zudem beseitigt es das Problem, dass Schichtsysteme und Fahrpläne zu stark angepasst werden müssen. Nicht jeder arbeitet Gleitzeit.

Ich begrüße die Sommerzeit. Dennoch empfehle ich, dass man im Sommer mehr auf die innere Uhr hört, also nicht zwanghaft bis 7 Uhr schläft, obwohl man längst ausgeschlafen hat.

Was hat das mit finanzieller Freiheit zu tun? Als Angestellter verkaufe ich meine Zeit gegen Geld. Ich steigere mein passives Einkommen, weil ich irgendwann wieder mehr Zeit für mich haben möchte. Ich schätze Zeit, deswegen werfe ich sie ungern weg.

Typisch für mich ist auch, dass ich bevorzugt am Morgen Bahn fahre, so früh wie möglich. Da kann ich mir sicher sein, dass der Zug pünktlich, sauber und menschenleer ist. Ich kann im Zug genauso schlummern oder Zeitung lesen oder frühstücken. Es gibt Menschen, die machen sich um 4 Uhr morgens mit dem Auto auf, um von leeren Autobahnen zu profitieren. Es gibt aber auch Menschen, die lieber ausschlafen und dann in den Stau fahren.

Hätte ich Probleme mit dem frühen Aufstehen und ich könnte wählen zwischen einer Stunde früher Aufstehen und einer Stunde Stau, dann wählte ich das frühere Aufstehen.

Kommentare:

  1. Hallo Couponschneider,

    ich bin auch ein absoluter Fan der Sommerzeit. Ich bin allerdings kein Frühausteher, sondern finde es toll das es im Sommer Abends lange hell ist.

    Es gibt nichts besseres als eine Mountainbiketour am Abend. Eventuell noch mit einem Stop im Biergarten. Früher aufhören ist leider schwierig, da Kunden doch eine gewisse erreichbarkeit Erwarten und auch Meetings um 17:30 Uhr nichts ungewöhnliches sind. Da hilft die Stunde mehr Licht am Abend wirklich.

    Gruß Jens

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  2. Ich arbeite auch gern morgens, da ist man ungestört und es wird etwas fertig. Ansonsten habe ich über die Jahre versucht, das Konzept 'Geld gegen Zeit' durch anderes zu ersetzen, um einfach zeitlich unabhängiger zu sein. Hat auch mit Erwerbstätigkeit funktioniert, es ist ein Segen sich den Tag in weiten Grenzen frei einteilen zu können.

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  3. Ich bin ebenfalls eine Frühaufsteherin. Alles nur Einstellungssache. Ehrlich gesagt versehe ich viele Kollegen von mir nicht. Wir sind in der angenehmen Situation, dass wir uns aussuchen können wann wir bei der Arbeit aufschlagen. Es gibt also tatsächlich Kollegen, die um 11 Uhr kommen und um 20 Uhr gehen. Zu dieser Uhrzeit sitze ich für gewöhnlich in Schlumpiklamotten auf dem Sofa und lasse bei einem Buch oder Film entspannt den Abend ausklingen ;-)

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    1. Menschen sind eben verschieden, auch wenn Sie das nicht glauben können. Ärgerlich ist aber, dass die Arbeitszeiten sich an den Bedürfnissen einer Minderheit und den Erfordernissen einer Gesellschaft orientieren, in der die Mehrheit in der Landwirtschaft arbeiten. Diese Zeiten sind aber heute vorbei.
      Die Sommerzeit hat nichts als Produktivitätsverluste bei den meisten Arbeitnehmern zur Folge. Da hilft es auch nicht, früher ins Bett zu gehen. Das können genug Leute und Wissenschaftler bestätigen.

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  4. Das ist schönes Plädoyer für die Sommerzeit - und für das frühe, disziplinierte Aufstehen. Ich bin morgens auch produktiver, aber quäle mich trotzdem mit Hunderten anderer Leute per Bahn nach Hamburg. 180 Minuten gehen so jeden Tag an Produktivität flöten. Aber die kann ich jetzt auch sinnvoll für das Vorbereiten meiner Blogartikel nutzen. :-)
    Ihren Artikel werde ich in meinem Mixtape der Woche am Freitag empfehlen.

    Viele Grüße
    Daniel von Finanzrocker

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  5. Na ja. Die Sommerzeit verbraucht entgegen den Erwartungen mehr Energie und somit Rohstoffe. Außerdem kann man nicht zur beliebigen Zeit aufstehen, ohne dass Ermüdungserscheinungen auftreten, was die Produktivität der Menschen beeinträchtigt. Das kann man gut in Studien sehen, aber auch in Schulen. Die Schüler sind nun einmal in den ersten beiden Stunden noch müde, da hilft auch kein früheres ins Bett gehen nicht. Ich frage mich wirklich, ob Couponschneider wirklich ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen hat, zu viele seiner Behauptungen sind einfach nur auf Stammtischniveau.

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