Sonntag, 5. Juli 2015

Das größte Sparpotential bei Stadtbewohnern

Heute möchte ich einem persönlichen Thema widmen: Meinem Fahrrad. Anfangs habe ich mir aus Kosten- und Zeitgründen ein Fahrrad gekauft. Hauptsache ich habe eins, um schnell von A nach B zu kommen. Es war billig (230 €) und so fuhr es sich auch. Aber ich fand Gefallen am Radfahren, unternahm kleinere bis längere Touren und sagte mir: Ich brauche ein ordentliches Fahrrad. Also kaufte ich mir vor sechs Jahren ein 1000 € teures Gefährt. Mittlerweile ist es eine kleine Liebhaberei.

Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Kürzlich musste ich Verschleißteile wechseln und musste feststellen, dass es sich richtig gut fährt: Tretlager ist in Ordnung, Schaltung ist in Ordnung, Rahmen und Vorbau auch, Lichtanlage sowieso.

Da ich seit 2012 ein Haushaltsbuch führe, weiß ich auch, was ich für das Fahrrad ausgeben musste: 509,54 €. Darin enthalten sind: mehrere Paare Bremsschuhe, neue Ketten, Werkzeug, Schläuche, Reifen, Felgenbänder, eine neue Klingel, aber auch die Wartungskosten in einem Fachgeschäft. Letzteres möchte ich Zukunft aber stärker reduzieren. Nicht, weil ich Geld sparen möchte. Ich möchte es einfach selber können und wenn ich nicht am Fahrrad selber herumschraube, bekomme ich nie eine Routine.

509,54 € geteilt durch 3,5 Jahre ergibt bei mir 145,60 € pro Jahr. Diesen Betrag muss man erstmal unterbieten. Ich nutze ab und zu auch den ÖPNV. 198,35 € seit 3,5 Jahren, also 56,57 € pro Jahr. Wegen des Fahrrads lohnen sich keine Monatskarten. Ich gebe also 202,17 € pro Jahr für meine innerstädtische Mobilität aus. 56,57 € hört sich viel an, wenn ich doch fast immer mit dem Fahrrad fahre. Aber wenn das Fahrrad während einer Arbeitswoche kaputt geht und ich keine Zeit für eine Reparatur habe, dann gehen in der Woche über 4 € pro Tag für den ÖPNV über die Wupper. Ich finde es schmerzhaft, 2 € für eine Kurzstrecke (max. drei Station) hinzublättern. Und dann muss man auch noch auf Bus und Straßenbahn warten. Das fällt beim Fahrrad weg.

Was würde mich alternativ eine Monatskarte kosten? 49,50 € pro Monat im Abonnement, also 594 € pro Jahr. Manche Menschen sind bereit, sogar 72 € pro Jahr zusätzlich zu bezahlen und können damit die Nachtlinien ohne Aufschlag nutzen und auch noch jemanden "kostenlos" mitnehmen. Da scheinen Anker-Werte und Framing gnadenlos zuzuschlagen. Die Verkehrsgesellschaft wirbt mit dem Monatspreis und da sind es nur sechs Euro Zuschlag. Das sieht nach weniger aus und schon sind die Menschen eher bereit, diesen Aufpreis zu zahlen, obwohl über das Jahr gerechnet die Nachtlinienzuschläge nicht besonders viel sein werden. Und für die "kostenlose" Mitnahme eines anderen Fahrgastes bietet sich nicht häufig eine Gelegenheit, vielleicht viermal im Jahr.  Da kann man auch Einzeltickets lösen. Meine 56,57 € pro Jahr sind ausschließlich Einzelfahrkarten.

Die ÖPNV-Gesellschaft verschwendet sogar noch Geld. Sie bewirbt das günstigere Angebot als Standard, das teure als "Plus"-Abo. Hätten die Strategen ihren Kahneman gelesen, wüssten sie, dass sie das teure Angebot als Standard definieren müssen und das günstigere als Sparversion.

Und dann gibt es ja noch das Auto. Ich hatte noch nie ein Auto besessen und muss jetzt ein wenig improvisieren, was die Zahlen angeht. Alleine die Kfz-Haftpflicht-Versicherung für bei einem Golf von 1997 würde 240 € pro Jahr kosten. Das sagt mir Verivox. Obendrauf kommen noch Kosten für Benzin und Wartung. Und man möchte ja nicht nur Kfz-Haftpflicht haben, sondern auch den Gegenstand Auto versichern.

Anschaffungskosten und Wertverfall habe ich mal dreist unterschlagen. Die sind ja auch beim Fahrrad da, aber werden nicht berücksichtigt. Unfair ist dies natürlich gegenüber dem ÖPNV, denn dort sind Anschaffungskosten und Wertverfall in den Ticketkosten eingepreist. Aber selbst wenn man die Kosten für ein Monatskartenabonnement des ÖPNVs halbiert, ist es immer noch mehr als das, was ich heute für Fahrrad und Einzelfahrkarten pro Jahr ausgebe.

Wenn es die Situation hergibt, empfehle ich jedem, das Auto zu verkaufen oder das ÖPNV-Abonnement zu kündigen und auf das Fahrrad umzusteigen. Ich fahre ja bei fast jedem Wetter mit dem Fahrrad. Selbst Schönwetterfahrer können im Sommer jede Menge Geld sparen, wenn sie nur noch von November bis Februar Monatskarten für den ÖPNV kaufen. Statt 49,50 € pro Monat (im Abo) zahlt man dann beim ÖPNV meiner Stadt 60 € pro Monat. Aber dann halt nur 240 € pro Jahr, plus ein paar Einzelfahrkarten in den wärmeren Jahreszeiten, wenn man dann doch kein Fahrrad fahren kann. Im Vergleich zu den 594 € pro Jahr für das Abonnement spart man dann über 300 €. Für das Geld bekommt man schon ein gebrauchtes Fahrrad oder auch ein neues, aber kein gutes. Ein gutes Fahrrad, welches sich richtig gut fährt, macht das Fahrradfahren zum Genuss, dass man auch im Dezember noch Fahrrad fährt. Ich wurde mal für verrückt erklärt, dass mal einen vierstelligen Betrag für ein Fahrrad ausgegeben habe. Andere bezahlen weniger für ein gebrauchtes Auto. Aber unter den Gesichtspunkten der Kostenersparnis ist so ein teures Fahrrad (es gibt noch wesentlich teurere) auf Dauer günstiger als ein gebrauchtes Auto für weniger als 1000 €.

Wie ich auf das Thema komme? Es ist Sommer, der Urlaub steht an und mein Fahrrad wird mich wieder begleiten. Ich fahre gerne im Sommer Fahrrad und lasse mir die frische See- oder Landluft um die Nase wehen und natürlich erreicht man mit dem Fahrrad auch schöne menschenarme Strände, entlegene Ecken im Wald ("Borke statt Broker") und infolgedessen habe ich in den letzten Tagen etwas Geld und Zeit in mein Fahrrad investiert, sodass es für den Urlaub gut gerüstet ist.

Kommentare:

  1. Hallo Couponschneider,

    ich habe aus gründen der Sparsamkeit vor über einem Jahr mein Auto verkauft. Vorher (die letzten 9 Jahre) hatte ich immer ein Auto und war mir grade zu Beginn der Kosten garnicht bewusst...
    Ein Jahr habe ich mich nur auf mein Fahrrad und auf ein Leihwagen den ich wegen meines Berufs immer wieder hatte verlassen.
    Da das Projekt wo ich den Leihwagen oft hatte beendet ist, habe ich mir ein Motorrad zugelegt. Dies kostet in den laufenden Kosten immer noch nur ca. 1/4 dessen was ein Auto kostet.
    Klar du hast den Vorteil, dass du mit den Öffis überall hin kommst. Ich wohne in einer Kleinstatt und muss sagen, dass ich das Motorrad doch etwa 2-4 mal die Woche brauche. Den überwiegenden Teil, also grade zum Job und zurück fahre ich so wie du gerne mit dem Fahrrad.

    Gruß
    Ric

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  2. Interesanter Artikel, darf man gragen wieviel km Du im Jahr mit dem Fahrrad zurücklegst?

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  3. Ich schätze so 3000 bis 4000 km. Das ist nicht viel. In der letzten Zeit vor allem viele Nutzfahrten

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  4. Die entscheidende Frage ist doch wie man sein Leben organisieren will, welche Verpflichtungen man hat usw.

    Als alleinlebender Single ist man sicher mit Fahrrad ausreichend versorgt, für vier oder 5 Köpfe in der Familie braucht es schon etwas mehr Transportkapazität. Und wenn man sich mal eine Zeit intensiver um jemanden kümmern muss der 70 Kilometer entfernt wohnt und erst im Krankenhaus und dann in der Reha betreut wird wird man die Flexibilität eines PKW auch schätzen.

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    1. Ja. Es ist immer ein Frage der konkreten Umstände. Ich habe auch lange Zeit (über 30 Jahre) ohne Auto leben können, da meine private Situation das nicht erforderte und das ÖPNV-Netz durch Schüler-/Uni-Ticket geradezu unschlagbar günstig nutzbar war. Zudem war ich viel mit dem Fahrrad unterwegs.
      Heute stehen Personentransportfahrten und Fahrten auf's Land auf dem Programm, die sich (leider) nicht vermeiden lassen - nein, der Umzug ist konkret nicht sinnvoll. Da bin ich froh, dass ich in diesen Fällen auf mein Auto zugreifen kann.
      Bei allen Sparpotential-Betrachtungen sollte man auch sehen, welchen Aufwand man in einer konkreten Situation betreiben muss, um es auszuschöpfen. Irgendwann im Leben wird die Größe "Zeit" dann mitunter höher als "Geld" bewertet.

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    2. Deswegen begann ich meinen Rat:

      "Wenn es die Situation hergibt,[...]"

      Das ist sehr allgemein gefasst. Meiner Erfahrung nach verstecken sich aber viele Menschen vermeintlichen Umständen, die sie nötigen, ein Auto zu haben. Eine Familie kann man auch ohne Auto durchbringen. Ich sehe hier viele Menschen, die an ihrem Fahrrad Kindersitze haben oder hintendran ein Wägelchen; da passen sogar zwei Kinder rein.

      Auf wie viele Menschen passt die von Ihnen statuierte Konstruktion? 70 km entfernt jemanden pflegen, 5 Kinder usw.

      Sollte die Situation eintreten, dass plötzlich ein Elternteil zum Pflegefall wird, kann man sich doch ein Auto kaufen.

      Solange man jung ist und kein Auto benötigt, sollte man darauf verzichten. Von dem Ersparten kann man einen Kapitalstock aufbauen, der einem das Auto finanzieren kann.

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  5. Klar kommt es auf die Umstände im Einzelfall an. Ich wohne am Land und brauche daher EIN Auto. Ist so. Wenn ich dagegen manche Nachbarn anschaue, 2 Erwachsene und 2 Kinder, also unter 3 Autos geht da nichts. Meine Frau und ich kommen seit 20 Jahren mit einem Auto klar. Zu den Kosten, die sind sehr leicht festzustellen. Ich habe das Auto zu 100% finanziert, ohne Anzahlung. Monatliche Rate 240 €, dazu Versicherung Steuer etc. (ohne Sprit) sind das 300 € im Monat.
    Nach 4 Jahren stelle ich das hin und kriege ein Neues.
    Hallo, ist der Krösus? werden jetzt einige sagen. Aber halt. Ich brauche ein Auto. Ist so (wohne eben am Land). Sollte ich mir ein gutes Gebrauchtes (Jahreswagen) kaufen, dann muss ich in den 10 Jahren, die ich es besitze, parallel auf ein Neues sparen. Bei 200 €/Monat sind das 24.000 € in 10 Jahren. Zinsen bekomme ich nicht die Welt, das Geld muss sehr sicher angelegt sein, da ich es zu einem bestimmten Zeitpunkt brauche. Das alte Auto hat noch einen gewissen Restwert, dem stehen aber in den 10 Jahren doch einige Reparaturen, Reifen, Kundendienste gegenüber. Also stehen 200 € Sparleistung im Monat 240 € Kreditrate im Monat gegenüber. Das sind Mehrkosten von 480 €/ Jahr. Ein Draufzahlgeschäft? Mitnichten, denn wir wären ja keine Börsianer, wenn wir nicht rechnen könnten. Ich habe das Geld, das ursprünglich für das neue Auto vorgesehen war natürlich angelegt. Das abgelegte Geld bringt mehr als die 480 € Mehrkosten, also sagt der kluge Kaufmann. Alles richtig gemacht.

    Das nur mal als Exkurs.

    Letztendlich muss ich feststellen, dass mich mein Mittelklassewagen ca. 400 €/Monat incl. Sprit kostet. Ich kann es nur ändern, indem ich mein Haus verkaufe und in eine Großstadt ziehe. Das sieht aber mein Lebensplan im Moment nicht vor.

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  6. Ich fahre auch gerne Fahrrad. Allerdings eher nur als Sport. Beim Kunden mit dem Fahrrad anzukommen wäre bei mir auch schwierig.

    Was mich bei der ganzen Diskussion immer wundert. Bekommt man in Deutschland wenn man ein bisschen gas gibt nicht eh relativ schnell einen Geschäftswagen?

    Da zahlt man dann zwar die 1% Regelung. Aber wenn man einmal im Jahr mit dem Geschäftswagen in den Urlaub fährt ist man doch locker wieder im plus.

    Von daher kann man zwar viel sparen wenn man aufs Auto verzichtet. Aber nur wenn man die steuerliche Situation der Geschäftwagen in Deutschland nicht betrachtet.

    Gruß Jens

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  7. Für mich ist das Auto ABSOLUTE Freiheit. Niemals wollte ich darauf verzichten.
    Ohne Auto ist man abhängig und unfrei.

    Aber klar: wenn man Single ist und keine Freunde/Familie hat dann kann man quasi als Einsiedler in seinem begrenzten Radius bleiben...

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    1. Mit Auto ist man genauso abhängig wie ohne. Wenn nicht sogar abhängiger. Ein Auto ist eine Verbindlichkeit, die laufende Kosten erzeugt.

      Ihre Aussage gehört zu den Finanzirrtümern der Mittelschicht.

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    2. Natürlich könnte ich mit dem Auto aufs Land fahren - nur was soll ich dort? Mein soziales Umfeld wohnt in Fahrradreichweite oder in Laufdistanz einer ÖVPN-Haltestelle. Für die 1-2% aller Fahrten auf die das nicht zutrifft, gibt es Taxen (ja!), Mietwagen und Carsharing,

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  8. Ei, ei, ei, da ist der Couponschneider ziehmlich streng mit sich selbst.

    Nehm' doch mal etwas vom gesparten Geld und leihe Dir ein Wägelchen mit einem niedlichen V8 und hämmer ordentlich durch einen Tunnel! Danach dorthin, wo die Mädels sind. Und Du wirst sehen, es lohnt sich, das Umlaufmittel Geld in Umlauf zu bringen. Good luck!

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    1. Sie sagen es: Einen Wagen leihen. Wenn man vielleicht zweimal im Jahr wirklich einen Wagen benötigt, sollte man darüber nachdenken, in diesem Falle einen Wagen zu leihen, statt zu kaufen.

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    2. Absoluter Schwachsinn. Du hast einfach einen sehr engen Radius in dem du dich bewegst. Dann geht das vielleicht.
      Hab das auch schon bei Kumpels erlebt die keine Auto haben.
      Bierchen trinken geht nur in der Nähe des Bahnhofs und auch nur bis 23.20 Uhr weil: da fährt die letzte Bahn!
      Wo bleibt da die Freiheit und Unabhängigkeit?
      Du magst dich halt gerne selbst kasteien.
      Viel Spass!
      Mir tust du ehrlich gesagt leid...musst recht einsam und unglücklich sein

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    3. "Bierchen trinken geht nur in der Nähe des Bahnhofs und auch nur bis 23.20 Uhr weil: da fährt die letzte Bahn!"
      Auch wenn man der stolze Besitzer eines fahrbaren Untersatzes ist sollte man nach dem Bierchen trinken lieber die Bahn nehmen.

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    4. Wieso Schwachsinn? Nur weil ich rechnen kann? Und was ist Glück? Glück bedeutet für mich, finanzielle Unabhängigkeit. Ich halse mir keine Verbindlichkeit von 20000 € und mehr auf, die dann auch noch ernome laufende Kosten verursacht.

      Und wenn was kaputt geht, kostet es tausend Mark:

      https://www.youtube.com/watch?v=fxYXo5YEg9I

      Und warum brauchen Ihre Kumpels ohne Auto eine Bahn? Die leben also nicht in der Stadt oder wie? Führen Sie sich nochmals die Überschrift zu Gemüte, vielleicht fällt Ihnen was auf.

      Übrigens bin ich auf dem Lande aufgewachsen. Sicherlich ist das Leben schön dort. Die Immobilienpreise (Miete und Kauf) sind dort auch niedriger, aber mir sind die Vorteile nicht wertvoll genug. Sicherlich braucht man dann ein Auto. Aber täglich 35 km zur Arbeitsstelle zu fahren und dafür 30 Minuten zu verbraten. Nein Danke. Ich fahre drei Kilometer, brauche mit dem Fahrrad knapp 10 Minuten. Sportverein habe ich auch in Reichweite.

      Selbst wenn ich einmal in der Woche abends "ein Bierchen trinken" gänge, würde ich doch nicht meine mobiltechnische Ausstattung daraufhin optimieren, sondern optimiere das, was über 90 % meiner Fahrten ausmachen: Büro und zurück, Einkaufsfahrten, Sportverein

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    5. Konsequent ist das Home Office im eigenen Haus, natürlich auf dem Land. Günstige Preise, saubere Luft, wenig Lärm. Innerhalb 20 Minuten sind hier mehrere Städte zu erreichen, aber so oft muss man da eigentlich gar nicht hin.
      Die Angestellten arbeiten 2 km weg im anderen Büro (Bahn und Bus direkt vor der Haustür) und freuen sich, dass der Chef nur eine halbe Stunde am Tag vor Ort nervt ;-)
      Viele Wege führen nach Rom, man muss nicht Angestellter sein. Noch wichtiger als die finanzielle Freiheit ist die freie Verfügung über die eigene Zeit.
      Also, nicht auf halbem Wege stehen bleiben - noch dazu wenn der Chef so nervt.

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  9. Als Familienvater einer fünfköpfigen Familie OHNE Auto kann ich anmerken: Ja, in der Großstadt funktioniert das. Bildungseinrichtungen, Betreuungseinrichtung, Arbeitsplatz, Einkauf, Freizeit, Natur, Freundschaften - alles im Fahrradradius erreichbar. Zum monetären Spareffekt ergänzen ließe sich:

    1. Netter Umweltbonus - über den Klimawandel klagen und dann in die Karre steigen?

    2. Fitness - einige Tausend Km im Jahr auf dem Rad ersetzen das Studio. Die Gesundheit dankt´s .

    3. WENIGER Stress. Ja, richtig gehört. Da ernte ich immer große Augen. Wer ein Auto hat, der halst sich auch wesentlich mehr Aktivitäten auf. Das und das kann man doch noch schnell erledigen....

    Schön an den See.....und dann vier Stunden im Stau.

    Noch schnell hier und dort hingefahren. Ohne Auto geht einiges eben nicht. Und das kann MEHR FREIHEIT, statt weniger bedeuten.

    Ab und zu sitze ich auch mal im Auto (Freunde, Familie) bin ja nicht vom Mond. Was da abgekotzt wird, au wei, ist oft keine Freude, das Autofahren.

    Allerdings gilt das für uns in der Großstadt. Auf dem Land sieht das anders aus, sicher! Und wer einfach gerne fährt und sein Auto genießt - bitte sehr. Das gönne ich von Herzen. Jeder nach seiner Facon....

    Und nach einigen Bierchen komme ich zum Glück auch mitten in der Nacht mit der Bahn nach Hause ;).

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  10. Als Land-Kind weiß ich, dass dort nichts ohne Auto läuft. Wohne nun in einer Stadt im Süden und bin Schön-Wetter-Fahrradfahrer. Durch Staus und schlimme Parkplatzsituationen ist es nicht nur eine finanzielle Entscheidung, das Rad zu nutzen. Ich brauche pro Strecke etwa 10min länger als mit dem Auto. Das ist zwar "geopferte" Lebenszeit, aber ich tausche das gegen Gesundheit ein. Kann nur Zufall sein, aber ich werde nicht krank, selbst wenn alle Kollegen um mich herum mit Bazillen um sich werfen. Aber mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können ist ein Luxus. Dieser Tatsache sollte man sich bewusst sein. Denn spätestens, wenn der Partner einige km weiter arbeitet, man Kinder oder pflegebedürftige Verwandte hat, wird es ohne Auto ziemlich mühsam. Bei manchen Freizeit-/ oder Firmenveranstaltungen bin ich auf Freunde oder einen Firmenwagen angewiesen. Zudem lebt es sich als Fahrradfahrer ggf. recht gefährlich. Mein Arbeitsweg führt durch die Stadt, wo unaufmerksame Autofahrer gerne mal fahren, ohne auf den Radweg zu achten. Ich fahre übrigens mit einem relativ wertlosen Rad zur Arbeit, da in meinem Bekanntenkreis schon einige Räder geklaut wurden.

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  11. Fahre im Jahr etwa 8000km Fahrrad - das meiste davon im Alltag.
    Neben dem Gesundheitsaspekt (viele meiner Kollegen haben in den letzten Jahren im Gegensatz zu mir deutlich zugenommen) ist für mich das Fahrrad vor allem Dingen das zuverlässigste Transportmittel.
    Bei öffentlichen Verkehrsmitteln kommt es häufig zu Ausfällen und Verzögerungen ("Störung im Betriebsablauf / Signalstörung" oder so ähnlich), mit dem Auto steht man in Ballungsräumen regelmäßig im Stau.
    Ich habe das Glück größtenteils abseits des normalen Straßenverkehrs zur Arbeit zu fahren. Das ist - wie schon weiter oben geschrieben - echter Luxus.

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    1. Das kenne ich nur all zu gut. Ich werde fast nie krank, habe auch keine Rückenschmerzen wie einige meiner Kollegen. Ich fahre nicht nur Rad, sondern mache auch sonst noch Sport. Neulich passierte es: Ich sah eine riesige Menschentraube, die sich in Richtung des Gewerbegebiets begab. Zu Fuß. Straßenbahn war ausgefallen. Selbst im Winter, sofern kein Schnee liegt, ist für mich das Fahrrad erste Wahl. Ich spare Geld und ich erspare mir den Stress, da die Straßenbahnen im Winter knackevoll sind und überall schnupft und hustet es.

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  12. Viel blabla um Dinge, die längst bekannt sind: Auto=teuer, teures Auto= noch teurer.

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