Sonntag, 12. Juli 2015

Die Steuersparfalle

Ein Trick vieler Verkäufer unsinniger Finanzprodukte (z. B. R&R, KLV, Bausparvertrag) ist folgender: "Damit kann man Steuern sparen.", oder auch: "Lassen Sie sich nicht die staatliche Förderung entgehen."
Steuern zu sparen, nur weil man dem Staat nichts gönnen will, ist ein unsinniges Verlustgeschäft. Ein riskantes dazu, weil man jahrzehntelange Verbindlichkeiten eingeht. Dazu aber später.

Wann bekommt man etwas von der Steuer zurück? Wenn Kosten verursacht worden sind, die absetzbar sind. Auch ein Verlustvortrag ist abzugsfähig. Aber solange die Steuerrückzahlung nicht größer als der Verlustvortrag ist, bleibt es ein Verlust. Wegen der Steuer sollte man keine Investitionen tätigen.

Es genügt ein kleiner Test bei Google, um zu erahnen, wie viele Deutsche auf den Holzweg sind. "Steuern sparen" ergibt 2.800.000 Treffer, "Vermögen aufbauen" nur 247.000.  Anstatt also Vermögen aufzubauen, das passives Einkommen generiert, das leider auch noch steuerpflichtig ist, versucht man stattdessen die gegenwärtige Steuerlast zu mindern, indem man Ausgaben tätigt.

Die Medien haben auch ihr Schärflein dazu beigetragen. Ich erinnere mich, wie ich 2003 das Magazin WISO für mich entdeckte. Ich habe die Sendung aber dann bald links liegen gelassen, weil es nur noch darum ging, Steuern zu sparen und Förderungen abzugreifen. Nie ging es darum, zu beurteilen, was ein gutes Investment an und für sich ist, was die Vorteile sind, wenn man nach den ersten Erfolgen Gewinne reinvestiert und nicht verkonsumiert. Viele Zeitschriften bringen, wenn es um finanzielle Themen geht, vor allem die Steuersparnummer.

Es ist auch verkehrt, die Pendlerpauschale als Subvention zu bezeichnen. Natürlich kann es für den einen oder anderen bedeuten, dass ihm das Finanzamt 1000 € jedes Jahr überweist. Aber dafür hatte der Arbeitnehmer auch enorme Kosten: Benzin, Wartung, Wertverlust, Versicherung uvm. Die 1000 € bekommt er nicht geschenkt. Der Empörung über die Pendlerpauschale als vermeintliche Subvention als auch der Jagd nach Steuersparmöglichkeiten liegt das gleiche Missverständnis zugrunde.

Und was ist mit den Verbindlichkeiten, die ich oben schon erwähnte? Die Steuerersparnis ist ja noch nicht einmal sicher. Es gibt Fälle, da muss man das Geld zurückzahlen. In diesem Artikel aus der Wochenzeitung "Die Zeit" kann man nachlesen, dass die Kinder eines Riestersparers, die die Police erben, die staatliche Förderung zurückzahlen müssen. Das war neu für mich und meine Meinung über Riester ist dadurch noch schlechter geworden.

Wer seinen Lebensabend im Ausland verbringen möchte, muss auch die Riesterförderung zurückzahlen. Davon erzählt der Versicherungsvertreter natürlich nichts. Er sagt nur, bei Riester könne man Förderung erhalten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen solle. Ich habe das tatsächlich schon mal jemanden erzählt, der kurz davor war, so ein Riester-Ding zu unterschreiben. Da er kein deutscher Staatsbürger ist, lag ja der Gedanke nahe, dass er vielleicht Deutschland wieder verlässt. Der "Versicherungsberater" hat dieses Thema nicht angesprochen und glücklicherweise wurde auch kein Riestervertrag unterschrieben.

Ich habe auch einen Kollegen, der bei der betrieblichen Altersvorsoge mitmacht. Er raucht, er trinkt, er ist übergewichtig... Warum geht er diese Wette ein, dass er besonders lange lebt? Leibrente ist für ihn kein gutes Geschäft. Warum also nimmt er an der betrieblichen Altersvorsorge teil? Er spart Steuern, ganz klar. Sein Brutto ist niedriger, dafür wird das Einkommen weit in die Zukunft verlagert. Er wettet darauf, dass er im Alter ein ingesamt geringeres Einkommen hat und so auf den fiktiven Renten-Euro in 30 Jahren weniger Steuern zahlen muss als auf den realen Gehalts-Euro von heute.

Er geht da viele Wetten ein: 1) Inflation ist moderat, 2) die Gesetze ändern sich nicht zu seinen Lasten, 3) er wird sehr alt, 4) es wird einen kräftigen Abbau der kalten Progression geben und natürlich 5) schafft er es, die Beiträge jahrzehntelang zu zahlen. Dass er heute ein geringeres Netto hat, übersieht er vor lauter Steuerersparnis. Auf Aktien ist er gar nicht gut  zu sprechen. Er hat eine starke Meinung, aber keine Argumente, wie bei so vielen Deutschen. Und er geht in Betongold. Aufgrund seines geringeren Netto-Gehaltes, hat er weniger Eigenkapital und muss unnötig lang den Kredit abstottern. Wenn ihm das Haus dann endlich gehört, wird seine Lunge so kaputt sein wie das Dach, dass ihm die Luft fehlt, um sich über die unerhört geringe Betriebsrente zu ärgern, deren Besteuerung dann doch höher ausfällt als vom Versicherungsberater versprochen.

Kommentare:

  1. Wieder einmal pauschales Riesterbashing, oder?

    "Mit der Riester-Rente im Ausland wird das Produkt für alle interessant, die im Alter auswandern möchten ..."

    http://www.riesterrente-heute.de/riester-rente-ausland/

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    1. Aber das musste man sich mit Müh und Not vor Gericht erstreiten und gilt auch nur für das EU-Ausland. Das ist doch alles viel zu kompliziert? Ich will keine Steuervorteile heute und mich auf Jahrzehnte irgendwie festlegen. Das ist der knackende Punkt. Dann zahle ich lieber heute Abgeltungssteuer und kann tun und lassen, was ich will.

      Riester ist Mist. Es ist schlimmer als die KLV, da bekam man zwar auch keine Rendite, verfügte aber wenigstens über einen großen Batzen Geld. Ich "bashe" nicht, ich kritisiere das Riestern und meine Argumente sollten Sie mal entkräften. Sie machen nur den Bashing-Vorwurf.

      Ich weiß nicht, wie in dreißig Jahren die Riester-Klamotte aussehen werden. Ich bin mir aber sicher: In jedem Jahr wird daran herumgeschraubt, in jedem Jahr gibt es Gerichtsentscheidungen, weil irgendwas nicht eindeutig geregelt ist.

      Ich weiß aber, dass die Menschheit in dreißig Jahren essen wird. Dass die Menschheit gewachsen ist, das heißt, sie wird mehr essen, vor allem Getreideprodukte. Davon profitiert meine Unternehmung General Mills. General Mills wird nicht pleite gehen auch, selbst wenn Basel II sagt: Aktien seien unsicher, Staatsanleihen aber sicher. (Basel II ist "pauschal"). Getreidefelder müssen gedüngt werden; davon profitiert ein anderes meiner Unternehmungen: K+S. Und K+S wird auch in dreißig Jahren noch geben oder es wird zu einem guten Preis aufgekauft. Dann stehen in jedem Falle noch die Anlagen. Legacy Projekt macht schon im nächsten Jahr Umsatz.

      Und geerntet wird mit Maschinen von CNH, was mir auch gehört. Und die Traktoren und Mähdrescher benötigen Treibstoff und Schmiermittel. Wer liefert's? BP und Phillips 66. Und die Menschen werden nicht nur mehr, sondern auch immer älter, brauchen Blutdrucksenker. Wer stellt die her? GlaxoSmithKline.

      Wer riestert, nimmt nicht teil am wirtschaftlichen Wachstum und geht ziemlich fragwürdige Wetten ein. Dieses Sicherheitsdenken ist doch idiotisch. Mit einem Anlagehorizont von 30 bis 40 Jahren sollte man doch nicht so investieren, also würde man morgen schon das Geld benötigen. Das ist doch der Kardinalfehler der Deutschen.

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    2. Dass General Mills eine sichere Sache sei, weil die Menschen auch in 30 Jahren noch essen werden, halte ich aber auch für einen massiven Trugschluss. Das klingt ungefähr so, als hätte jemand vor 20 Jahren gesagt, dass Pacific Gas & Electric sicher sei, weil die Leute ja immer Strom verbrauchen werden. Oder dass Lehman Brothers sicher wäre, weil Menschen ja immer irgendwo ihr Vermögen verwalten müssen. Heute existieren diese Firmen nicht mehr.

      Fakt ist aber, dass jede Firma missgewirtschaftet werden kann oder die Konkurrenz einfach besser ist. Ich würde mich garantiert nicht darauf verlassen, dass eine Firma auch in 20 Jahren noch existieren wird, nur weil ihr Wirtschaftszweig ja irgendwie wichtig ist.

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    3. Deswegen legt man auch nie alle Eier in ein Nest, sondern diversifizert und dann kann einen der Verfall eines Unternehmens aufgrund von Misswirtschaft oder was auch immer, gar nicht mehr so treffen.

      Wie kann ich bei Riester diversifizeren? Oder bei so beliebten und scheinbar sicheren Betongold? Für letzteres muss beim Direktinvestment schon viel Geld haben um mehrer Immobilien besitzen zu können, anderfalls bleibt es vor allem einer Wette auf die Lage der Immobilie. Da reicht eine eine Schnellstraße, Stromstrasse oder auch ein Asylantenheim in der Nähe und schön fällt der Wert. Macht ein großes Unternehmen im Ort zu, ist es das gleiche und beschließt die Stadt eine Kanalsanierung oder den Umbau der Straße, an der die Anwohner sich natürlich beteiligen müssen, dann kommen unerwartet hohe Kosten dazu.

      Geht bei einem Unternehmen etwas schief, dann fällt die Aktie, entweder ist es ein kurzfristiges Problem und damit eine Einstiegschance oder es ist ein Zeichen einer grundlegenden Fehlentwicklung, denn verkaufe ich und auch wenn die Aktie schon nach der News gefallen ist, so habe ich bei langfristigen Investments meist immer noch ein dickes Plus gemacht.

      So habe ich z.B. Bilfinger bei unter 30€ eingesammelt, die waren bei 80 bis 90€, dann gab es eine Reihe von Gewinnwarnungen und trotzdem bib ich da noch im Plus und habe jahrelang gute Dividenden kassiert, so what?

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  2. Meine Frau hat einen Riestervertrag, wegen der Förderung für die drei Kinder. Das Geld ist über Cosmos (kaum Verwaltungskosten) in drei Aktienfonds angelegt.

    Wegen niedrigen Einkommens zahlte sie selbst kaum etwas ein (erst 5, dann 10 Euro im Monat), mittlerweile ist der Stand bei ca. 7000 Euro. Wenn die Aktienmärkte weiter steigen wird das Ding irgendwann aufgelöst, die Förderung ist dann nur noch ein kleiner Teil des Ganzen und wird zurückgezahlt. Wo kann man sonst fast risikolos mit fremdem Geld spekulieren?
    Sorry Herr Riester, ich weiss dass das so nicht gedacht war.

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  3. Hallo Couponschneider,

    ich habe mir vor ein paar Jahren ähnlich Gedanken gemacht und als Konsequenz meinen Bausparvertrag gekündigt.
    Mir sind die Förderungen egal. Ich investiere mein Geld lieber stumpf in Dividendenwachstumsaktien

    Viele Grüße
    Ric

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  4. Die gleichen Überlegungen mit dem "Steuer-sparen, koste es was es wolle"-Syndrom hatte ich auch vor Jahren. Dann kam die Rückbesinnung auf das, was eigentlich zählt: Wertschöpfung durch gute Geschäftsmodell. Habe inzwischen den Riesterkram und eine LV trotz deutlicher Verluste aufgelöst und die Summe dann in "echte" Vermögenswerte gesteckt. Ergebnis: Die Auszahlungsverluste sind mittlerweile locker ausgeglichen. Es ist mittlerweile sogar auch ein klarer Buchgewinn vorhanden.

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  5. Schöner Beitrag, Couponschneider!
    Ich zahle auch lieber viele Steuern, wenn unter dem Strich dann mehr herauskommt, als wenn ich wenige Steuern zahle.
    Und mag ja sein, dass in Einzelfällen die Riesterrente ganz OK ist, aber im Großen und Ganzen profitieren die Anbieter der entsprechenden Produkte. Also, lieber Versicherungsaktien als Versicherungen, auch wenn da noch so viel Steuerersparnis versprochen wird.

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  6. Wie geierig die Leute auf Geld vom Staat sind, hat doch damals die Abwarckprämie gezeigt, was da an Autos auf dem Schrott gelandet ist aber mehr als diese dumme Prämie wert war....

    Aber die Aussicht mal vom Staat Geld zu bekommen, lässt bei vielen den Verstand aussetzen. Ein Bekannte von mir ist über 80 und möchte sein altes Haus komplett energetisch sanieren, nur weil es dafür einen Zuschuß gäbe. Dass er gar nicht mehr so lange leben kann bis er überhaupt anfängt einen Cent zu sparen, musste ich ihm erst lange vorrechnen und schlimmer noch: Die Sanierung würde sich selbst für einen jungen Menschen niemals rechnen, denn bevor die Investitionen jemals eingespart werden können, werden Fassade, Dach, Fenster und Heizung wieder reif für den Austausch sein.

    Trotzdem waren seine Worte hinterher: Aber das sind über 20.000€ die ich vom Staat bekommen würde.....

    Dazu kann ich nur sagen: "Man muss auch mal gönnen können" gilt auch gegenüber dem Staat!

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  7. Ich bin immer etwas zwiespältig, wenn Finanzblogger schreiben, dass man sich nicht um das Steuern sparen kümmern sollte.

    Auf der einen Seite kann ich nur unterstützen um diese Steuersparanlagen, wie Riester-Rente etc. einen Bogen zu machen. Diese Steuersparmodelle dienen der Versicherungsindustrie und haben nur bedingt Vorteile für die Bürger. Häufig sind Sie mit erheblichen Nachteilen verbunden.

    Auf der andere Seite, sollte man sich klar sein, was alles steuerlich absetzbar ist, und dieses auch konsequent erklären. Sehr viele Steuerpflichtige tuen das nicht, weil "das ja alles so kompliziert ist", "ich kriege ja eh nicht zurück", "kenne mich da nicht aus" etc.

    Auch mal ein Kollegenbeispiel: Eine meiner ehemaligen Kolleginnen hat erfolgreich nebenberuflich studiert. Entsprechende Kosten sind natürlich auch angefallen. Allerdings hat sie in keinem der Jahre eine Steuererklärung abgegeben. Tja, das wäre ein schöner Batzen für den Vermögensaufbau.

    Mir wäre das nicht pasiert, denn ich versuche jeden Handschlag, den ich für meine Karriere privat investiere und wo ich beruflich nutzbare Kompetenzen erwerbe steuerlich geltend zu machen.

    Aufgrund meines Berufes (Broker im Elektronikberich) kann ich zum Beispiel alles was dem Fremdsprachenerwerb hilft absetzen, aber auch entsprechende Fachliteratur (z.B. c't). Da mir das fortbilden sehr viel Spaß macht und gerade das Sprachenlernen für mich auch ein Hobby ist, kann ich da sehr viel absetzen.

    Beginnend von Kosten für Sprachzertifikaten, Lernmaterialien, Auslandssprachkurse. Jeder per Email verschickte Lebenslauf an einen Headhunter kann man mit 2,50€ oder mehr geltend machen, etc.

    Kurzum, wer zu Beginn seiner beruflichen Karriere konsequent in den Aufbau und der Vermarktung von Kompetenzen investiert, sorgt zum einen für ein regelmäßig steigendes Einkommen, er sollte hier auch alles steuerlich geltend machen.

    Dirk

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    1. Wenn die Kosten ohnehin anfallen, darf man es gerne absetzen, aber man sollte keine Kosten generieren, um sie abzusetzen. Das ist ein Verlustgeschäft.

      Ich aber das schon häufiger in Firmen erlebt, solche Sprüche wie: "Der Computer ist abgeschrieben, kaufen wir einen neuen." - Warum? Nur weil etwas abgeschrieben ist, ist es doch nicht wertlos geworden. Wenn Buchhalter zu viel das Sagen haben, geht eine Firma zwangsläufig zugrunde.

      Ich habe auch schon Schweinchenschlaus erlebt, die mir hochnäsig ihr BWL-Nebenfach unter die Nase rieben, die in dieser Denkweise verharrten. Einer wollte mir sogar erklären, wie Marktwirtschaft funktioniert, tatsächlich aber er hat es selber nicht verstanden und die philosophischen Hintergründe nicht verstanden. Ja natürlich, geht eine Firma pleite, wenn sie an der Nachfrage vorbeiproduziert, aber das ist doch keine Antwort darauf, dass ein bestimmte Produkte nicht angeboten werden. Er hat in jenem Moment "dem Komitee" einer Firma zugebilligt, fehlerfreie zu handeln. Aber weil es das nicht gibt, ist die Marktwirtschaft erfolgreicher, während der Sozialismus für sich fehlerfreie Entscheidungen proklamiert und so Insolvenz ganzer Volkwirtschaften verursacht. Aber natürlich mit langjähriger Verschleppung der Insolvenz, was es umso schlimmer macht.

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  8. Vieles was du schreibst sehe ich genauso.
    Aber:
    ""Steuern sparen" ergibt 2.800.000 Treffer, "Vermögen aufbauen" nur 247.000. "
    "Geld anlegen" ergibt 11Mio Treffer bei mir.

    " Er raucht, er trinkt, er ist übergewichtig... Warum geht er diese Wette ein, dass er besonders lange lebt?"
    Wenn du eine potentiell sehr negative Reaktion annehmen kannst, dann frage in doch genau so, und berichte die Antwort hier.

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    1. Der besagte Kollege hat eine betrieblichen Altersvorsoge, also eine Anlageform bei der das eingezahlte Vermögen nicht vererbbar mit dem Tod verfällt und sammelt mehrere Risikofaktoren an, die einer sehr hohen Lebenserwartung nicht förderlich sein dürften. Damit ist so eine Anlage für ihn einfach ungünstig, andererseits bleibt die Frage offen, ob der überhaupt Nachkommen hat an die er etwas vererben möchte.

      Ist das nicht der Fall, kann es ihm auch egal sein, was nach ihm kommt und immerhin ist so eine Leibrente ja für den Fall positiv, dass ihm doch ein deutlich längeres Leben gegönnt ist, als die Versicherungen es erwarten, auch wenn man schon deren sehr hohen Lebenserwartungsprognosen ausüberscheiten muss.

      Letztlich lehrt die Börse den Anleger mal vor allem eines, nämlich das man die Verantwortung für seine Entscheidungen zu tragen hat. Und ein Vorteil ist, dass man börsentäglich erfahren kann, wie gut oder schlecht die eigenen Entscheidungen waren. Bei Immobilien und vor allem Lebensversicherungen stellt sich das meist erst nach Jahrzehnten heraus, also wenn es zu spät ist noch irgendwas zu ändern.

      Dafür merken die Leute aber meist auch über lange Zeit gar nicht, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt haben und ihre Anlage real schon in den Miesen ist, was ja wohl die Urangst der meisten Deutschen zu sein scheint, für deren Vermeidung sie auch offenbar sogar gerne auf Renditechancen verzichten.

      Dabei sollte man sich zuerst von der Erwartung frei mache das jede Anlageentscheidung richtig und erfolgreich sein muss, das wird man nie schaffen. Es reicht unterm Strich gut im Plus zu liegen, da kann auch mal eine Anlage baden gehen, so what? Ich habe bei einigen Aktien über 90% verloren, aber andere sind 30 bis 40 mal so viel wie ich dafür bezahlt habe, da hat die besten Position alleine alle Verluste sämlicher schlecht gelaufenen Aktien raus und es wäre noch genug für einen dicken Neuwagen übrig, einen richtig Dicken.

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