Sonntag, 16. August 2015

Mit 20 km/h ins Glück.

Investieren ist wie Radfahren. Man verlernt es nicht. Langfristiges Investieren ist wie eine längere Radtour: Mal fährt man mehr als 20 km/h (bergab), mal weniger (bergauf), aber im Schnitt kann man mit 20 km/h rechnen.

Der Gedanke kam mir neulich beim Radfahren. Es war hügelig und natürlich macht es bergauf wenig Spaß. Aber alleine die Gewissheit (nicht die Hoffnung, denn die wäre spekulativ), dass es danach auch wieder bergab geht, macht die Sache erträglich. Man schaltet einfach in einen bequemeren Gang, akzeptiert einfach, dass es etwas langsamer vorgeht, weil man ja weiß, dass es gleich bergab geht.

Während man dann fährt, bekommt an ein Gefühl für die Landschaft, für die Natur. Im Gegensatz zu einem wie Koko Petkov ("erfolgreicher Daytrader"), kann man die Aussicht genießen, frische Luft einatmen, Sonne tanken und am Ende des Tages fällt man ins Bett und schlummert sofort ein. (Meine Schlafprobleme sind nach wenigen Tagestouren weg.) Ich bleibe investiert und kann mich auf andere Sachen konzentrieren, ob nun auf eine Radtour im Urlaub oder auf den eigentlich Beruf.

Sogenannte Daytrader können sich nicht mehr anderen Sachen widmen. Die denken nicht über den nächsten Hügel hinaus. Dass es langsamer vorangeht, weil es bergauf geht, lässt sie regelrecht verzweifeln. Es wird dann umso mehr in die Pedale getreten. Für das Drumherum hat man dann Zeit mehr. Dass man an Bäumen mit reifen Pflaumen vorbeifährt, übersieht man dann schon mal. Der Buy-and-Hold-Radfahrer sieht diese, hält an, und nascht ein wenig.

Am Ende erreicht man sein Ziel genauso, mit  höherer Wahrscheinlichkeit sogar (weil man sich keine Blessuren unterwegs holt) und mit viel weniger Aufwand.

Ich komme gut hin mit dem Durchschnittswert 20 km/h. Ich habe auch eine Gepäcktasche dabei, die mich etwas verlangsamt. Da ich auch nicht das Radfahren trainiere und auch nicht wie bekloppt in die Pedale trete. Täte ich letzteres, hätte ich sicher einen besseren Schnitt. Ich kann das Radfahren wärmstens empfehlen. Ich jedenfalls habe mich bestens erholt.

Kommentare:

  1. 'Sogenannte Daytrader können sich nicht mehr anderen Sachen widmen.'
    Mag sein, aber auch ein Daytrader muss nicht jeden Tag traden. Vielleicht hat er auch mehr Zeit zur eigenen Verfügung als ein Angestellter, der Tag für Tag einem Chef dient, den er eigentlich nicht mag.

    Was macht eigentlich dein Depotwert? Rechts oben stehen 142k, das müsste doch in den letzte Wochen auch einiges nach unten gegangen sein. Welchen Rückgang hält der langfristige Investor mental aus?

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    1. Der Depotwert ist schon aktualisiert worden. Ich gehöre zu den Hartgesottenen und denke schon wieder über Nachkäufe nach. Ein paar tausend Euro Cash habe ich ja, in den nächsten Tagen gibt's auch wieder Gehalt.

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