Sonntag, 30. August 2015

Sparsame Haushaltsführung - Die Grundlage von allem

Ich erinnere mich, dass ich mal in einem Internetforum eine Umfrage startete, was wichtiger wäre: Viel zu verdienen oder mit wenig auskommen zu können. Wie ich erwartete, klickten die meisten den höheren Verdienst an. Das dürfte sechs Jahre her und ich fand es schon damals falsch.

Wir wissen aber, dass man nicht durch das vermögend wird, das man bekommt, sondern durch das, was man behält. Deshalb ist das Sparen so wichtig. Wenn bei den üblichen man mit 5 % seines Bruttogehaltes weniger auskommt, dann hat man diese 5 % steuerfrei. Mein Dozent in Investitionsrechnung sagte immer: "Eingesparte Ausgaben sind wie Einnahmen." - Richtig!

Und heute gibt der Couponschneider einen kleinen Einblick ins Haushaltsbuch. Das führe ich seit Februar 2012 und ich protokolliere nur die Ausgaben. Die sind am interessantesten. Hier ist ein Diagramm mit gestapelten Balken.



Einige werden denken: Moment mal, die Fixkosten sind ja gar nicht fix. Das ist richtig festgestellt. Was sind Fixkosten? Die Summe aus Miete, Versicherung, Internet, Strom und Gas. Bei den Mietnebenkosten gab es schon zweimal saftige Nachzahlungen. Im April/Mai gibt's bei Strom und Gas manchmal was zurück.

Worauf ich stolz bin: Selbst wenn es mal nach oben ausschlägt, komme ich nicht über 1600 €. Bei 43 Stichproben liegt der Median bei 1165,75 €, der Mittelwert knapp darüber bei 1178,72 €.

Die Entwicklung des Mittelwertes ist interessant: 1165 € waren es im Jahr 2012, 1104 € im Jahre 2013, 1215 € 2014 und 1253 € bislang im Jahr 2015. 1253 im Jahre 2015 gegenüber 1165 im Jahre 2012 entspricht einem Plus von 7,5 %. Nun müsste man die 3,5te Wurzel aus 1,075 ziehen, um ein ungefähres Gefühl für die Inflationsrate zu bekommen. Also 1,075 ^ (1 / 3,5) = 1,0208. Macht 2 % Inflationsrate. Natürlich ist meine Rechnung gut gemeinter Pfusch, denn ich habe ja in den Jahren nicht immer exakt das gleiche konsumiert. Und in einem Jahr hat die Firma meine Bahncard übernommen, weil ich beruflich viel mit der Bahn unterwegs war. 2 % Inflationsrate ist aber auch weit weg, von dem, was manche Verschwörungstheoretiker so kolportieren (7 bis 10 %) und die offizielle Zahl für falsch halten. Mein Lebensstandard ist in der Zeit sogar gestiegen, z. B. trinke ich besseren Kaffee. Daher hören Sie nicht auf den Unsinn, wenn mal wieder jemand behauptet, die echte Inflationsrate wäre viel höher als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Ich habe eine saubere Statistik, die die offizielle Statistik erhärtet.


Außerdem wird sich mein Durchschnittsverbrauch in diesem Jahr noch nach unten korrigieren. Warum? Ich habe viel konsumiert in den letzten Monaten. Neue Haushaltsutensilien wurden angeschafft, neues Werkzeug, im Februar kaufte ich ein Android-Tablett, dann nochmal 150 € für eines meiner Hobbys, das ich hier nicht weiter benenne. Die Ausgaben für Fahrrad und Sport waren auch immens (die Kassette meines Fahrrades habe ich nun erstmals nach fünf Jahren wechseln müssen).

Außerdem möchte wieder mehr kochen. Während ich im ersten Halbjahr häufig bei McDonald's war, sind die Kosten für Lebensmittel stark gestiegen. Auswärts essen ist sehr viel teurer als selbst gekochtes. Also da kann ich
 noch eine Menge sparen. Und natürlich bei den Büchern. Ich gebe so viel Geld aus für Bücher und ich habe noch nicht einmal alle gelesen. Ich bin mit Büchern gut versorgt und werde mich jetzt weiter zurückhalten.

Eine Zurückzahlung bei den Mietnebenkosten erwarte ich auch, schließlich ist die personenabhängig und wenn die anderen zwei Mietparteien um jeweils eine Person anwachsen, sinkt mein Anteil an den Gemeinschaftskosten.

Das Ersparte pumpe ich in Aktien. Nach Spartipps halte ich gerne Ausschau. Dann kann ich noch mehr in Aktien pumpen. Meine Dividendeneinnahmen belaufen sich auf ca. 300 € netto monatlich. 300 € / 1253 € sind 23,9 %. Fast ein Viertel meiner Lebenshaltungskosten werden durch Dividendeneinnahmen gedeckt. Die Perspektive ist doch klar erkennbar oder etwa nicht?


Kommentare:

  1. Steht das mit der Aufteilung der Mietnebenkosten im Vertrag? Ansonsten hat der Vermieter nämlich die Wahl. Und die meisten finden es einfacher, nach qm abzurechnen. http://www.focus.de/immobilien/mieten/nebenkosten/mietnebenkosten_aid_53340.html

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  2. Ich finde deinen Blog super, aber den gestiegenen Lebensstandard am besseren Kaffee zu messen...ernsthaft!?

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  3. Mit der Inflationsrate bin ich etwas gespalten. Einiges ist tatsächlich spürbar teurer geworden, einiges billiger, was aber nicht merkt (merken will). Jedenfalls komme ich seit Jahren mit dem gleichen Betrag Haushaltsgeld aus. Ich habe in den letzten Monaten sogar eher was übrig. Entweder ist die Inflationsrate doch eher bei 2% oder ich lebe sparsamer. Darüber muss ich einmal nachdenken.

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  4. 'Während ich im ersten Halbjahr häufig bei McDonald's war ...'
    Man sollte schon auf dem Weg zum Wohlstand einen Bogen um teures und qualitativ fragwürdiges Essen machen.

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  5. Da stimme ich nur bedingt zu. Natürlich ist es nützlich (auch für die eigene Einstellung zum Geld/Konsum), an den Ausgaben zu sparen. Ich selbst bin da aber schnell an meine Grenzen gestoßen und noch lange nicht zufrieden mit meiner Sparquote. Jeden weiteren Euro müsste ich mir mühsam vom Essen oder der Kleidung absparen. Dagegen ist es lächerlich einfach einen weiteren Euro zu verdienen.

    Will sagen: Irgendwann ist beim Sparen ein Punkt erreicht, wo mehr verdienen einfach mehr Sinn macht also noch mehr zu sparen. Vorausgesetzt man spart weiterhin und verfällt nicht dem Konsumwahn.

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  6. Das freut doch einen McDonalds-Aktionär, das zu lesen...
    Nee, aber mal Spaß beiseite, Ich stimme Dir vollkommen zu. Noch besser als zu sparen ist es, sowohl seine Einnahmen zu erhöhen als auch zu sparen.
    Weiterhin viel Erfolg - auch beim Kochen!

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  7. Ich sage mir: Lieber 20€ mehr verdienen als 10€ mehr einsparen. ;) Aber nicht jeder kann beliebig viel verdienen. Bzw. ob man seine Lebenszeit für Überstunden, Schichtarbeit, Reisepauschalen und Co. eintauschen will, muss jeder selbst wissen. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. (Danke, dass du deine finanziellen Ausgaben mit uns teilst.) Wer mit wenig Geld im Monat auskommt, erreicht seine finanzielle Unabhängigkeit schneller als jemand, der 2000 netto im Monat zum Leben braucht.

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  8. Fixkosten vom 600 €? Also selbst mit geringer Mieter ist das kaum zu schaffen wenn dann auch noch Strom oder die Berufsunfähigkeitsversicherung dazu kommt.
    Wenn du ein Auto hast kommen dann monatlich nochmal mind 200 Euro drauf. Ich zahl 40 Euro Sprit im Monat. Im Jahr 550 Versicherung und 65 öko... Und das als Student... Studentenwohnheim kostet 350 warm. Darmstadt

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    1. - Auto als Student, wenn's das RMV-Ticket für umme gibt -> Luxus kostet. In Darmstadt braucht man ja fast nicht mal ein Fahrrad, so klein ist das…
      - 350€ fürs Studentenwohnheim? An der Lichtwiese Schicki-Micki, weil da die Architektur-Mädels sind? Zieh um in den Karlshof - da ist mehr los ;-).

      Gruß von einem TU-Absovent, der schon ein paar Jahre im Beruf steht und sich seit ein paar Jahren auch ein richtiges Auto (und keine Nuckelpinne) hat - weil ich mir den Luxus gönne es mit dem Sparen nicht übertreiben will.

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  9. Das Auto ist wirklich Luxus. Pendle halt am we heim. Bei den 350 Euro im Studentenwohnheim ist halt Internet und Putzfrauen etc mit drin. Von daher geht's eig.

    Inder > Architektinnen

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  10. Und hast du schonmal darüber nachgedacht woher das Leistungslose Einkommen her kommt?
    Es fällt nicht vom Himmel.

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  11. Seit einiger Zeit lese ich viele verschiedene Blogs über Finanzen im Internet. Mir fällt auf, dass eigentlich fast alle irgendwann mal über das gute alte Haushaltsbuch berichten. Das zeigt mir wie wichtig es vielen ist, die sich mit Ihrem Geld beschäftigen. Auch ich kann die vielen postiven Berichte nur bestätigen und jeden ermutigen auch eines zu führen.

    Viele Grüße Klaus-Dieter

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    1. So ist es. Nur wer seine Ausgaben kennt, weiß, wo er sparen kann. Das ist die Basis für finanziellen Erfolg.

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