Sonntag, 23. August 2015

Warum soll ich enttäuscht sein? - Eine Replik.

Die Börse ist in den vergangenen Tagen ziemlich nach unten gerauscht. Ich werde ja von manchen Leser - teilweise zurecht - als Grünschnabel abgetan, der noch keinen wirklichen Crash miterlebt hat, weil ich ja erst seit 2009 dabei bin. Aber immerhin habe ich die Kursstürze vom August/September 2011, also Washington einen ominösen Schuldenstand übertraf, überstanden, ohne dass ich in Versuchung kam, etwas zu verkaufen. Da jetzt mein Portfolio in den letzten Tagen um 12000 € fiel, ich aber immer noch gut schlafen kann, dürfte ich wohl ein Hartgesottener sein.

In so einer Stimmung gibt es natürlich Medien, die ihre linke Weltsicht dem Leser aufdrücken. Meinungsfreiheit ist toll, weil einem auch unliebsame Meinungen nicht vorenthalten werden. Bei Spiegel Online lässt sich Henrik Müller - immerhin habilitiert - über die jüngsten Kursentwicklungen aus: Der Kapitalismus enttäuscht seine Jünger. Mir fiel als erstes das Zitat vom alten Kosto ein: "Professoren, o schöne Welt, du bist verloren!"


Der Text beginnt mit
Wie kann das sein? Weltweit fallen die Aktienkurse, obwohl die Notenbanken Billionen in die Märkte pumpen. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, funktioniert nicht mehr.
Herr Müller kennt wahrscheinlich einen anderen Kapitalismus als ich. Als Anhänger der freien Wirtschaftsordnung spreche ich mich weitgehend gegen den aktiven staatlichen Einfluss aus, weil staatlicher Einfluss nur begrenzt funktioniert. Der gesetzliche Rahmen (Baurecht, Arbeitsrecht, Umweltrecht, Steuerrecht, Lebensmittelrecht, Verbraucherschutz etc. pp.), innerhalb dessen gewirtschaft wird, muss stabil, halbwegs in sich schlüssig und kalkulierbar sein, der ist wichtig, aber aktives staatliches Eingreifen geht häufig nach hinten los. Nun behauptet Müller, der Kapitalismus funktioniere nicht mehr, weil das billige Geld der Notenbanken keine Früchte mehr trage. Den Vorwurf kann nur machen, wer die "Jünger des Kapitalismus" (JdK) nicht versteht. Ich bin nicht enttäuscht und ich bin so ein Jünger.

Und nur weil die Kurse jetzt ein wenig nach unten gehen, ist das kein Beinbruch. Es interessiert mich als langjährigen Investor und als JdK schlichtweg nicht besonders. Ich bleibe investiert und denke schon über Nachkäufe nach. Ich habe nur ein Problem. Ich fühle mich überfordert, als wenn ein riesiges Buffet mit vielen meiner Lieblingsspeisen vor mir steht. Da könnte ich mich auch schlecht entscheiden. Das ist ein Luxusproblem, mehr nicht. Wahrscheinlich werde ich Nachkäufe tätigen, bei den Aktien, bei denen ich schon seit längerem Nachkäufe plane, unabhängig von den jetzigen Kursstürzen.

Leider scheint dieses Modell nicht mehr zu funktionieren: Die Unternehmen investieren immer weniger in neue Anlagen und Produkte. Stattdessen schütten sie große Teile ihrer Gewinne an die Aktionäre aus. Wohlstandszuwächse für die große Mehrheit der Bürger gibt es kaum noch. Die große kapitalistische Umwälzpumpe läuft leer. 

Hier schreibt Müller die Unwahrheit. Warum soll es nicht mehr funktionieren? Nur weil es jetzt einen kleinen Kurseinbruch gibt? Sollte man Henrik Müller von der Uni schmeißen, nur weil er wegen Kopfschmerzen mal zwei schlechte Vorlesungen hintereinander gehalten hat? Sagt man da auch, dass Professor Müller nicht mehr funktioniere? Oder überdenkt man dann gleich das ganze System Universität? Natürlich nicht.

Wohlstandszuwächse gehen natürlich nicht an alle Menschen, sondern nur an diejenigen, die auch investieren und investiert bleiben. Das ist Kapitalismus: Er gibt keine Garantien, er gibt aber sehr großzügige Chancen. (Andere Wirtschaftsformen geben nur mickrige Garantien, aber keine Chancen. Welcher Leibeigene konnte schon durch Investition so vermögend wie der Fürst werden? Garantiert war nur, dass sein Leibherr ihn nicht verhungern ließ.) Und die Chance muss man schon ergreifen, indem man Eigentum an Produktionsmitteln erwirbt. Das wird den Menschen in Deutschland nicht gesagt, aber man muss es ihnen sagen. Ihnen diese wichtige Information vorzuenthalten, aber dann hinterher Verarmung zu beklagen, ist eine Unverschämtheit. Besonders perfide sind Politiker (meistens Linke), die dann auf dem Rücken der Leute, deren Armut sie mitzuverantworten haben, auch noch Wahlen gewinnen wollen.

Stattliche gegenwärtige Gewinne verwenden sie, um gigantische Summen an die Aktionäre auszuschütten - in Form von Dividenden und durch den Rückkauf eigener Aktien.

Was daran schlimm sein soll, dass Dividenden ausgeschüttet werden, ist sein Geheimnis. Natürlich ist es effizienter, wenn größere Teile des Gewinnes innerhalb des Unternehmens thesaurieren, alleine schon wegen der Steuer. Aber wenn der Unternehmensführung nichts einfällt, worin sie investieren soll, soll sie es lieber an mich ausschütten, ganz einfach. Ich weiß immer etwas. Ich kann mir Aktien dieses Unternehmens kaufen oder die anderer Unternehmen. Oder ich kann konsumieren. Es ist doch ein linkes Mantra: Erhöht die Löhne, dann wird mehr konsumiert und die Wirtschaft wächst. Die Dividende ist der Lohn des Investors. Gilt beim Lohn des Investors das linke Mantra plötzlich nicht mehr? Ich hatte in diesem Jahr einige Konsumausgaben und zwar den Konsum, den Linke in Sonntagsreden gerne loben: qualitätsbewusster Konsum.

Dass es auf und ab geht mit der Börse wie mit der Wirtschaft, ist kein beklagenswerter Zustand. Es ist ein natürlicher Prozess, wie so viele andere Dinge auch. Ein souverän aufgeklärter Mensch muss damit umgehen können, so wie er mit den vier Jahreszeiten auch umgeht oder mit seinem körperlichen Zerfall. Und wenn selbst Fans des 1. FC Köln den Abstieg in die zweite Liga überleben, muss es der Durchschnittsdeutsche mit Durchschnittsemotionen auch mal ertragen, wenn er an der Börse mal ein, zwei Jahre nur anspruchsloseren Zweitligafußball und Schonkost geboten bekommt. Dass es jedes Jahr konstant 8 % Rendite gibt, hat niemand behauptet. Bildet man aber das geometrische Mittel, dann kommt man auf derartige Zinssätze. Das heißt dann, mal geht's 20 % abwärts, manchmal auch 30 % aufwärts, aber im geometrischen Mittel 8 % rauf. Damit muss man umgehen können.

Als JdK wäre es mir lieber, die Politiker würden sich mehr zurückhalten, weniger Schulden machen und aufhören, größenwahnsinnig an Systemen herumzuschrauben, die sie nicht verstehen können. (Die Amerikaner sind da ohnehin zurückhaltender als andere.) Die Gesellschaft versuchen sie zu erziehen, indem sie Sprache regulieren wollen. (Studierende statt Studenten). Am Weltklima möchten sie auch herumschrauben, indem sie CO2-Emissionen reduzieren wollen. Die wollen sogar CO2 komprimieren und im Erdboden verklappen. Und wer glaubt, man könne die Gesellschaft oder das Klima in seinem Sinne beeinflussen, macht auch vor der Wirtschaft nicht halt. Viel schlimmer als die Notenbanken sind übrigens die feuchten Träume vieler Linken wie die Ökostromförderung. Da wird es noch ein Blutbad geben, aber man wird dem Kapitalismus die Schuld geben, nicht den Politikern, die die Bahn freimachten für diese milliardenschwere Subventionsorgie. So wird es kommen, da bin ich mir sicher.

Ich investiere stetig, alle paar Monate ein paar tausend Euro. In diesem Jahr waren es schon knapp 15000 €, weitere 9000 € sind geplant. Vor sechs Jahren habe ich begonnen und bin nun bei einem Portfolio von 130000 €.  Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen die Chance ergriffen, die sich mir bot. Ich kenne so viele andere Menschen, mit ungefähr meinem Intellekt, meinem Potential und meinem Gehalt, die diese Chance nicht ergriffen haben, sondern ihr Geld regelrecht für idiotischen Konsum verballern. (Beispielsweise kaufen viele Leute in meiner Umgebung irgendwelche Fotoausrüstungen, als wären sie der kommende Robert Capa oder Helmut Newton. Ich begnüge mich mit einer sieben Jahre alten Kompaktkamera.) Wenn diese Leute sich hinterher beklagen, dann waren natürlich wieder äußere Umstände oder der Kapitalismus schuld. Ich brauche wohl kaum erwähnen, dass diese Leute den üblichen Nonsens über die Börse ablassen: "Zockerei", "gefährlich" und "alles Spekulanten".

Herr Müller leistet dieser Investitionslethargie Vorschub. Er ist da leider nicht alleine. Viele Redakteure und Politiker sind sich gar nicht bewusst, welches Unheil sie anrichten, wenn sie so viel Unsinn über Aktien, Investitionen und Finanzen verbreiten. Dass man zum Schwarzen nicht mehr "Neger" sagt, ist gut und richtig. Da übernahmen die, die öffentlich Gehör bekamen, eine Verantwortung, klärten auf, nutzten selber diesen Begriff nicht mehr, mit der Folge, dass heute nur noch Hinterwäldler "Neger" sagen, ohne rot zu werden. Vielleicht sollte man auch endlich anfangen, Aktionäre nicht allesamt als "Zocker" zu diffamieren und abstürzende Kurse nicht als Menetekel für Aktionäre zu beschreiben. Dann klappt es auch mit dem Wohlstand für alle.

Kommentare:

  1. Wohl gesprochen! Ich glaube jedoch nicht, dass die Linken ein echtes Interesse am Wohlstand für alle haben, denn wohlhabende Menschen eignen sich nicht als zu pampernde Mündel, denen man dann mit Sozialarbeitern "helfen" kann.

    Wegen mir kann Herr Müller im Spiegel weiter seinen Unsinn verzapfen, solange der Spiegel noch nennenswerte Auflagen verkauft (Tendenz bekanntlich STARK sinkend). Zu viele Mit-Käufer würden die Kurse für uns Aktionäre doch nur in die Höhe treiben...

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  2. Wunderbar geschrieben, zwei Daumen hoch.
    Ich bin auch am überlegen, einen Nachkauf zu tätigen, aber das Buffet ist so lecker und ich weiß nicht, wo ich zuerst hinlangen soll.

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    1. Gut gesagt, geht mir genauso. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst zuschlagen soll.

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  3. Ja sehr gut geschrieben. Die Linken habe nie verstanden, dass die AG die bessere Form eines VEB ist, aber eben nur wenn sich auch genug Bürger als Aktionäre daran beteiligen. Nur dann kann es "Wohlstandszuwächse für die große Mehrheit der Bürger" geben.

    Auch kann ich immer nur den Kopf schütteln wenn es wieder irgendwo heist, der Crash hätte so oder so viel gekostet. Was kostet mich der aktuelle Crash? Wem muss ich deswegen Geld überweisen, weil die Aktien im meinem Depot weniger wert sind als vor einer Woche? Niemandem! Da kommt keine Rechnung, deren Wert ist eben gefallen, das war es. Die Gewinnne sind etwas geschmolzen, aber das sind doch keine Kosten!

    Für Zocker die Kredit zocken mag das anderes aussehen, aber das eben nicht normalen Aktionäre die ihr Kapital produktiv anlegen und zwar ihr eigenes Geld. Von denen müsste es mehr geben, aber die Politik versucht ja die Bürger in Anlagen zu drängen, die auf Anleihen basiert sind.

    Jedenfalls freue ich mich über neuen Einstiegkurse, die letzten hatte ich nicht investiert, bei mir liegt viel, sehr viel Geld auf der Seitenlinie. Sehr weit runter wird es aber nicht gehen und ich vermute ähnlich schnell wieder rauf wie im letzten Herbst, denn fundamental hat sich bisher nichts geändert. Im Gegenteil, wenn es wirklich noch weit nach unten geht, wird die FED ihre Zinserhöhung verschieben und vielleicht noch ein QE4 auflegen, dann geht es ganz schnell auf zu neuen Höchststanden.

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  4. Daumen hoch für den Artikel!
    Es war ein herrlicher Sommerschlußverkauf gestern! Und Sonntag wurden die Order getätigt :)

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  5. Sehr schöner Artikel. Und was das leckere Buffet angeht: Nehmt doch von möglichst vielen Sachen etwas ;)

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  6. Das Problem ist ja auch wenn in der Medienberichterstattung schon Formulierungen gebraucht werden wie "Beim letzten Kursrutsch wurden X Milliarden Euro an den Börsen VERNICHTET".
    Ich meine, ist ja schon verständlich das sie dem doofen Normalzuschauer so dieses Thema möglichst anschaulich machen wollen, aber so ist das fachlich falsch und auch emotional unredliche Manipulation. Wie heißt es nämlich so schön, das Geld ist ja nie weg, es hat nur ein anderer ;-)

    Ob man nun generell einem pauschalen Aktionärs-Bashing der Linken ein pauschales Linken-Bashing der Aktionäre entgegensetzen soltle, ist glaubich keine zielführende Haltung.
    Ich bin selbst natürlich, wie die meisten hier mit 5-6stelligen Aktiendepot, von der definition her ein (Klein-)Kapitalist, aber sehe natürlich auch, dass es ganz unten (Sozialprobleme) und ganz oben (Finanzdiktatur) im System bestimmte Probleme gibt (und man auch erkennt, wo/wie das eine mit dem anderen zusammenhängt), die die Linken berechtigterweise ansprechen. Natürlich ist nicht jede Lösung von ihnen auch die richtige ;-)

    Ich meine, man kann ja die Ansicht teilen dass die großen privaten Kapitaleigentümer die Mehrwerts-Profite der produzierenden Arbeiterschaft abschöpfen (so skizzieren ja Marxisten grundlegend das "System"), aber was soll die Reaktion darauf sein ? Das zu "verbieten" (alles nur noch Staatsbetriebe - hat ja super funktioniert im Osten). Gerade Aktien bieten doch die jedem Arbeiter die Möglichkeit, sich an seinem Betrieb zu beteiligen (und auch an vielen anderen, ganz wichtig, man ist nicht nur gebunden). Die private Aktienhaltung auf breiter Volksebene sollte doch gefördert werden (da würden uns allen ja z.b. einige steuerliche Anreizmöglichkeiten einfallen), um eben auf breiter Ebene den Kapitalismus zu "demokratisieren" und einem der grundlegenden Kritikpunkte (das System sei nur Spielball einiger weniger Superreicher) entgegenzuwirken.

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    1. Mich regt es auch auf, wenn bei Kursrutschen von "Geldvernichtung" geschwätzt wird. Aber das sind ja nicht nur linke Politredakteure, sondern auch so mancher Finanzjournalist, der es eigentlich besser wissen müsste.

      Schaffe ich Vermögen, wenn ein Haus um 20 % höher bewerte, als es das ist? Geht Vermögen verloren, wenn man der Traum zerplatzt? Nur indirekt, wenn das Haus beliehen wurde. Wer als von Geldvernichtung redet, ist in der Denkweise gefangen, die uns die Immobilienblase und den anschließenden Crash und Subprime-Krise gebracht hat.

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    2. Ich habe erlebt, daß auch viele Menschen mit Hochschulabschluss wirklich meinen, dass an der Börse Geld vernichtet (oder geschaffen) wird. Hab' da schon lange Diskussionen gehabt, die damit endeten dass mir mit vereinten Kräften bescheinigt wurde "das System" nicht verstanden zu haben…
      Mein spöttischen Frage, wo denn nun (physisch) im Gebäude der Frankfurter Börse je nach Kursentwicklung Banknoten verfeuert oder gedruckt würden disqualifizierte mich dann komplett :-).

      Die Idee private Aktienhaltung zu fördern, um den bösen Kapitalismus zu demokratisieren ist gut, aber in Deutschland nicht durchzusetzen.
      Um den Immobilienerwerb zu fördern gab es ja mal eine Eigenheimzulagen.
      Falls man Lust darauf hat ist die Vermietung von Immobilien steuerlich auch sehr interessant. Zudem kann man hier speziell im Niedrigzinsumfeld unproblematisch mit relativ viel Fremdkapital hebeln - so macht's ja G.Hörhan

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    3. "Die private Aktienhaltung auf breiter Volksebene sollte doch gefördert werden (da würden uns allen ja z.b. einige steuerliche Anreizmöglichkeiten einfallen), um eben auf breiter Ebene den Kapitalismus zu "demokratisieren" und einem der grundlegenden Kritikpunkte (das System sei nur Spielball einiger weniger Superreicher) entgegenzuwirken."

      Genau und dann ist die AG eben die bessere, weil funktionierende Form einer VEB, Volks Eigenem Betriebs. Nur passiert statt Förderung der Aktienkultur das Gegenteil, die Politik legen Aktionären und übrigens auch Anlageberatern (es soll unter dem Bankverkäufern ja welche geben die noch Berater sind) da immer mehr Steine in den Weg. Das ist aber nicht ohne Absicht, der Staat braucht Käufer für eine ausufernden Anleihen.

      Das mit der Geldvernichtung ist natürlich Schwachsinn, es werden allenfalls Werte vernichtet. War mein Depot vor einem Crash z.B. 150TEUR wert und danach ist es noch 100TEUR wert, so hätte ich es vorher vorher verkaufen können, dann wäre "jemand anders" diese 150TEUR los und ich hätte sie. Verkaufe ich nach dem Crash, wird "jemand" eben 100TERU los und behält eben 50TEUR, obwohl er dafür die gleichen Wertpapier bekommen hat. Kommen der "Jemand" und zusammen und werfen alles in einen Topf, ist beide male gleich viel drin, nur hat mal der eine und mal der andere mehr reingeworfen.

      Der Sparmeister, Immobilien haben ihre Vorteile, aber sie machen Arbeit und stellen meist auch ein hohes Klumpenrisiko dar. Versucht man das eine zu mindern, erhöht sich meist das andere. Im Gegensatz zu einer Aktie ist die Stückelung hoch, hohe 5 stellige und meist 6 stellige Beträge sind für den Erwerb nötig (schon das erschwert die Streuung), die Transaktionskosten sind hoch (man beachte alleine die Grunderwerbssteuer und um die über eine GmbH zu umgehen braucht man schon richtige Summen damit es sich lohnt, womit der Klumpenrisiko noch höher wird) was es in jedem Fall zu einem Langzeitinvestment macht und letztlich wettet man damit statt auf die Entwicklung eines Unternehemens auf die Entwicklung der Region wo die Immobilie steht.

      Baut ein großer Arbeitgeber in der Region massiv Arbeitsplätze ab oder macht zu oder man hat dann irgendwann eine Schnellstraße oder Hochspannungsleitung hinterm Garten oder die nahegelegene Schule/Bushaltsteller/U-Bahnstation/Kaserne machen zu/ziehen um oder werden aufgegeben, womöglich zum Flüchtlingsheim umgewandelt....
      dazu das Risiko vom unerkannt gebliebenen Baumängeln, Altlasten, Mietnomaden, der Gesamtschuldnerischen Haftung bei mehreren Wohneinheiten in einem Gebäude.

      Klar kann sich auch jede Aktien schlechter entwickeln weil sich das Unternehmen schlechter entwicklet als es zum Zeitpunkt des Kaufes absehbar war. Aber man kann breiter streuen weil man auch mit einem 4-stelligen Betrag pro Position die Transaktionkosten (Ordergebühren) pro Position im Verhältnis schon gering halten kann und man kann sich über die Unternehmen, deren Märkte und Perspektiven meist besser informieren als über Gegenden die weiter entfernt vom Wohnort liegen.

      Nichts gegen Immobilien, ich habe selbst mehrere, aber direkt als Alternative zum Aktieninvestment sehe ich sie nicht, jedenfalls nicht für die Kleinkapitalisten.

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    4. "Nichts gegen Immobilien, ich habe selbst mehrere, aber direkt als Alternative zum Aktieninvestment sehe ich sie nicht, jedenfalls nicht für die Kleinkapitalisten."
      Gute Zusammenfassung, ich teile die Meinung bezüglich Immobilien. Daher schrieb ich nur ganz kurz "Falls man Lust darauf hat..."
      Für mich liegen die größten Vorteile eines solchen Investments wie geschrieben im steuerlichen Bereich/der Möglichkeit mit wenig eigenem Geld größere Objekte zu kaufen. Falls das dann gut läuft - toll.
      Die Nachteile (Klumpenrisiko, Tansaktionskosten, evtl. Illiquidität etc.) sind gut erläutert.

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  7. CO2-Emissionen zu reduzieren halt ich für gut! Die werden sowieso immer steigen, da kann der Versuch des Rückgangs nicht schlecht sein. Mein CO2 Sensor zeigt jedenfalls keine guten Werte an.

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