Samstag, 24. Oktober 2015

Neues Geldsystem? - Nein, danke!

Dirk Müller und Co. gehen häufig damit hausieren, dass das gegenwärtige Geldsystem wegen des exponentiellen Wachstums gar nicht funktionieren könne. Dann zaubert Müller den Josephspfennig aus dem Hut und erntet großes Oh und Ah bei seinen Zuhörern. Und die Biologie wird auch noch angeführt, wo schnell wachsende Systeme (Algen in einem geschlossenen Gewässer, irgendwelche Bakterienstämme) zusammenbrechen und es wird konstatiert, wir bräuchten ein neues Geldsystem, am besten mit einer goldgedeckten Währung.

Nein, das brauchen wir nicht. Warum? Wir bauen keine Häuser für alle Ewigkeit, Straßen müssen auch ständig saniert werden, alles ist in einem ständigen Verfall. Es ist alles eitel. Warum darf das Geldsystem nicht eitel sein?

Wir leben doch gar nicht mal so schlecht. Wir hatten jahrzehntelang die Deutsche Mark. Wir lebten gut. Dann kam der Euro und wir leben immer noch gut. Der Euro ist genausowenig goldgedeckt wie es die D-Mark war. Dollar und Pfund gibt es noch länger und weder Briten noch Amerikaner müssen und mussten inflationsbedingten Hunger leiden. Es genügt doch, wenn eine Währung und ein Geldsystem gut funktioniert. Menschen, die nicht in der Lage sind, den nächsten Höhenflieger an der Börse zu benennen, die wollen ein System schaffen, das noch besser funktioniert als der Status quo.

Dass der Status quo perfekt wäre, sagt ja niemand. Aber muss deswegen der sofortige Systemwechsel vollzogen werden? Reicht es nicht, wenn sich das Geld- und Bankensystem evolutionär weiterentwickelt. Krisen wird es immer geben und es wird immer Entscheidungsträger geben, die darauf reagieren.

Es ist auch komisch, dass deutsche Pantoffelhelden, gleich die Systemfrage stellen. Darunter geht's nicht. Aber wehe, die Sportvereinssitzung ergibt, dass der eigene Hallentermin von Donnerstag auf Freitag verlegt wird, oder dass sich der monatliche Mitgliedsbeitrag um 3 € erhöht. Bei solchen kleinen Anpassungen reagiert man dann empört. Oder aber, es kommt "Genfood" in die Supermarktregale. Deutsche Verzagtheit kombiniert mit Größenwahn.

Dass es den meisten Menschen mit dem gegenwärtigen System gut geht, ist vom utilitaristischen Standpunkt aus gesehen vollkommen ausreichend. Weder haben wir eine galoppierende Inflation noch eine Deflation. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, viele Menschen haben also Einkommen, viele können sparen und investieren. Ich haben in den letzten Jahren kräftig investiert. Ich sehe für mich eine Perspektive und viele andere Menschen auch. Es ist häufig deren Unwille, wenigstens 10 % zu investieren. Es muss mir ja nicht gleich jeder nacheifern und 50 % in Aktien buttern. 10 % würden schon reichen. 10 % von 2700 € netto ergibt im Jahr 3240 € Investitionsspielraum. Da kann man nach 30 Jahren schon mit flotten 367000 € rechnen, wenn man gut gestreut in Aktien investiert.


Kommentare:

  1. Gute Darstellung! Zwar überzeugt mich der EURO inzwischen auch nicht mehr, anfänglich war ich begeistert, dass ich nach Italien usw. fahren kann, ohne Geld tauschen zu müssen, aber er funktioniert (immer noch), allen Unken-Rufen zum trotz.

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  2. Dirk Müller hin oder her. Das Buch "Der Crash ist die Lösung" von Matthias Weik & Marc Friedrich zeigen die Entwicklung der Schulden der letzten Jahrzehnte auf. Da kann man schon ins grübeln kommen. Ob wir die nächste Finanzkrise so verdauen wie die letzte?

    Ich bin da eher skeptisch. Naja, vielleicht bin ich wieder typisch deutsch, aber ich traue dem System nicht. Aber eher wegen den ganzen Spielereien der global Player.

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  3. Zitat: "Dann kam der Euro und wir leben immer noch gut."

    Deine Unkenntnis ist echt erschreckend, Dein Schwarz/Weiss-Denken absurd.
    Du solltest Dir besser ein neues Themengebiet aussuchen.

    Scheinbar blendest Du die Entwicklungen der letzten Jahre bewusst komplett aus.
    Unser Geldsystem, wie es derzeit konstruiert ist, funktioniert nur dann, wenn Geld- und Schuldenmengen ständig wachsen.

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  4. "Dass es den meisten Menschen mit dem gegenwärtigen System gut geht, ist vom utilitaristischen Standpunkt aus gesehen vollkommen ausreichend."

    Meinst du das wirklich ernst oder endet für dich die Welt in deinem persönlichen Umfeld?

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