Samstag, 19. Dezember 2015

Was die Leute sich alles bieten lassen.

Ich war heute im Kino, um mir den neuen Star-Wars-Streifen reinzuziehen. 11 € für eine Kinokarte finde ich schon ganz in Ordnung. Ich war aber auch noch an der Theke. Dort gab es das "Sparmenü" für 9,90 €. Darin enthalten ist wahlweise eine große Portion Nachos oder eine große Portion Popcorn. Dazu gab es ein Getränk "mittlerer Größe", d.h. ein Liter! Ein Liter!

Den Unsinn wollte ich nicht mitmachen, sondern bestellte eine kleine Portion Nachos und eine "kleines Getränk", das immer noch 0,75 Liter umfasste. Und ich bezahlte gerade einmal 50 Cent weniger.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich das ziemlich ärgerlich fand, dass für den kleinen Hunger kein Angebot und auch kein "Sparmenü" angeboten wurde. Die Einzelpreise für Getränk oder Nachos waren kaum auffindbar. Der Preis für ein kleines Getränk war so klein geschrieben, dass ich mehrfach schauen musste.

Irgendwie ist das alles gemacht, um die Leute über den Tisch zu ziehen und es scheint ja zu funktionieren. Ich bezweifle dass die Einkaufspreise für das Kino eine große Rolle spielen... Ob 0,75 Liter oder ein Liter... Das gleiche bei den Nachos. Ich bin jetzt in der Situation, dass ich mich wegen nur 50 Cent Differenz zum "Sparmenü" über den Tisch gezogen fühle, gleichzeitig kann ich mir aber gut vorstellen, dass ich eigentlich alles richtig machte und 50 Cent sparte, denn Cola und Nachos reichten ja vollkommen. Und das Kino hat nun auch 50 Cent weniger Umsatz gemacht.

Da ich nur selten ins Kino gehe und ich nicht wirklich auf jeden Euro achten muss, tut mir das nicht weh. Aber in der Schlange vor mir waren vier Jungs, vielleicht sogar Brüder. Man stelle sich vor: Vier Brüder gehen ins Kino, da kauft sich jeder das "Sparmenü" und die Kinokarten müssen auch noch bezahlt werden. Da haben die Eltern viel zu blechen. Da kommen schnell 80 € zusammen, die mal eben innerhalb von 3 Stunden verpulvert werden. Wer jede Woche ins Kino geht, kommt da auch schnell auf hohe Summen, wenn er immer sein "Sparmenü" zu sich nimmt.

Ich finde es unglaublich, dass sich sowas überhaupt als Geschäftsmodell halten kann. Um wenige Cent zu sparen, werden Prospekte gewälzt und gezielt mehrere Discounter angefahren. Eigentlich sind wir doch ein Volk von Pfennigfuchsern. Aber das wird dann zunichte gemacht unbedachten Ausgaben. Immerhin spart man, denn sonst würde es kaum "Sparmenü" heißen.



Kommentare:

  1. Die Leute greifen eben da zu wo was mit "spar" "supergünstig" drauf steht, da fühlt man sich gleich viel besser, das ist eben das Konzept und es funktioniert bestens.
    Was lerne ich daraus wenn ich wirklich sparen möchte? Niemals hungrig losgehen oder einen kleinen Riegel und ein kleines Getränk selber mitnehmen, und natürlich damit leben von Anderen ein wenig belächelt zu werden. Ich hoffe der Film war dann gut!

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  2. Ich denke, die Kinos haben es nicht leicht und das ein Großteil des Gewinns wohl mittlerweile aus dem Verkauf von Snacks und Getränken resultiert. Disney verlangt mittlerweile 53 % des Kartenumsatzes von den Kinobetreibern für ihre Filme.

    Mich erinnert das, wenn nicht ganz so krass, an die Tankstellenpächter, die ihren Gewinn ebenfalls hauptsächlich mit dem Verkauf ihres zusätzlichen Sortiments machen.

    Dass ein Liter allerdings eine mittlere Getränkegröße sein soll finde ich lächerlich. Selbst bei McDonalds umfasst ein großes Getränk 0,5 Liter und da läuft man nicht Gefahr etwas zu verpassen, wenn man ständig auf Toilette rennt.

    Du sagst ja selbst, dass du nur selten ins Kino gehst und dementsprechend nicht auf jeden Euro achtest. Mir geht es da ähnlich. Allerdings glaube ich, dass viele ebenso denken, dass sie sich mal etwas gönnen und deswegen keine Kosten und Mühen scheuen.

    Ich zahlte für den Film übrigens 12,90 € zuzüglich 0,5 €, trank zuvor ein Cider (0,5 Liter) für 6 € (inkl. Trinkgeld) in einem Irish Pub um die Wartezeit bis zum Filmstart zu überbrücken und für die Nachos kamen auch nochmal 5,20 € obendrauf.

    Allerdings war ich mit einem Freund unterwegs, weswegen die Ausgaben unter den Tisch fallen, denn wir hatten vor, während und nach dem Film Spaß und konnten über alte Zeiten und künftige Pläne reden.

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  3. Deutschland hat es gut, solange es sich noch mit solchen existenziellen "Probleme" auseinander setzen kann.

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  4. Ich war 2009 in der Schweiz (Luzern) und dort auch im Kino. Dort wurde von einigen vorher im Foyer was gegessen und getrunken, niemand wäre auf die Idee gekommen beim Film schmatzend herumzusitzen und dann noch (so wie hier in D im Kino häufig zu sehen) seinen Dreck noch liegenzulassen.

    Insofern kann das gar nicht teuer genug sein, Ablass für die Kulturlosigkeit.

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  5. Ich gehe alle 2 Monate mal ins Kino und schmuggle meist Trinken und Snacks ausm Supermarkt mit :). Ansonsten Teile ich mir mit nem Freund so ein 8 Euro Menü und wir kommen auf jeweils 4 Euro was ok ist.

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  6. Wir gehen gelegentlich mit den Kindern und GANZ selten als Eltern alleine ins Kino. Dann kaufen wir zwei Bier und ansonsten schmuggeln wir Gummibärchen oder M & Ms rein, denn den Wucher beim restlichen Kram lassen wir uns einfach nicht bieten.

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  7. Ich verstehe nicht ganz wieso über das Sparmenü debattiert wird. Bin grundsätzlich einer, der maximal einmal im Jahr ins Kino geht, zählte nie wirklich zu meinen Hobbys, aber selbst wenn ich dort bin, kaufe ich weder Getränk noch Snacks. Die angebotenen Sachen sind nicht nur überteuert, sondern auch absolut ungesund sofern man als Getränk nicht ein Mineral etc. nimmt. Über die Tatsachen, dass der Filmgenuss durch die schmatzenden Leute gestört wird und es nach der Vorstellung aussieht als befände man sich auf einer Müllhalde, will ich nicht näher eingehen.

    Ist meine persönliche Meinung, mag andere Leute geben, die gerne regelmäßig ins Kino gehen und Unsummen für die "Verpflegung" während des Films ausgeben.

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  8. Ich würde nie auf die Idee kommen, die überteuerten Snacks im Kioo zu kaufen. Eine kleine Flasche Mineralwasser und ein paar Cracker passen doch immer im die Tasche. Selbstverständlich lasse ich dann auch keinen Müll liegen. Einige schreiben hier, sie schmuggeln das Naschzeug mit hinein. Oh, ich wusste gar nicht, dass das verboten ist, so dass man es schmuggeln muss. ;)

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  9. Ich war am Montag in Star Wars. Für 8,50€ kann ich mich nicht beschweren. Im Kino kaufe ich nie Getränke oder Essen. Da war mir schon als Schülerin mein Taschengeld zu schade für. Ein wenig verdient ein Kino sicherlich auch an der halben Stunde Werbung, die man zu Beginn erdulden muss. Die Essenspreise sind vermutlich so teuer, weil (wie oben schon geschrieben) die Reinigungskosten mit drin sind. Aber nun gut, jedem das Seine. Es ist wie mit dem Starbucks Cafe: Einmal im Jahr macht dich sowas nicht pleite, einmal die Woche schon.

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    1. Dann kann man aber auch Mülleimer aufstellen sowie für ausklappbare Tische. Ich musste eine zirkusreife Nummer hinlegen, als ich mich meinen Platz einnahm: In beiden Händen Getränk, Nachos und Billets. Wo ablegen. Für Getränk gibt es den Getränkehalter... aber das war es auch schon. Ich kann ja schlecht meinen Mantel ausziehen, während ich die Nachos in der Hand behalte. Die Sessel waren leider auch noch geneigt.

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  10. Für Star Wars würde ich nicht mal 11 Cent ausgeben. Da kann man sein Geld wirklich sinnvoller als Erwachsener ausgeben, außer man betreibt Freundschaftspflege dadurch.

    Aber interessant ist dieses Phänomen ja schon: Ein Film, eigentlich für Kinder, wird durch die Medien allen Altersgruppen schmackhaft gemacht, und schon tingelt die ganze Familie in den Film. Sehr lukrativ für den Filmproduzent.

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