Donnerstag, 31. März 2016

"Ich habe eingezahlt."

Gestern erhielt ich von der Rentenversicherung meine persönliche Renteninformation. 72529,40 € wurden eingezahlt. Sollte ich ab heute selbständig werden und nicht mehr einzahlen, dann bekäme ich ab 01.02.2049 sage und schreibe 333,71 € pro Monat.

Das ist ein guter Witz, dabei ist der erste April erst morgen. Ich weiß, die Rentenversicherung verteilt die Gelder nur um, da wird nie etwas erwirtschaftet. Im Gegenteil: Die ganze Verwaltung kostet massig Geld.

Ich vergleiche das mal mit meinem Aktiendepot. Das warf in den letzten zwölf Monaten 445 € monatlich an Dividenden ab, also ohne dass ich an die Substanz musste. Sicherlich wurde für das Depot mehr Geld aufgewand. Es ist zwar momentan 150000 € wert, aber tatsächlich aus dem Gehalt berappt wurden nur 110000 €. Der Rest sind Kurssteigerungen, reinvestierte Dividenden und auch reinvestierte Gewinnmitnahmen.

Aber es gibt noch einen Unterschied: Die Dividenden erhalte ich ja schon heute, die Rente erst 2049. Zinst man die 333,71 € um 2 % jährlich ab, bleiben 173,61 € übrig. Das Aktiendepot ist zudem vererber, die Rente kann allenfalls noch als Witwen- und Waisenrente weiterfungieren, ansonsten ist das Geld weg.

Da sieht man doch, was für ein Schrottsystem das ist. Da wird nichts werthaltiges aufgebaut. Die Gelder werden sofort verfrühstückt, einerseits für Rentner, andererseits für die Verwalter. Da sind mehr als 62000 Mitarbeiter am Start. 73 Millionen Versicherte sind bei der Rentenversicherung erfasst. 220 Arbeitstage hat das Jahr.  73.000.000 / 220 Tage / 62000 Mitarbeiter = 5,35 Vorgänge pro Tag und Miarbeiter. Aber nur, wenn jeder Versicherte genau einmal im Jahr einen Vorgang auslöst. Aber das passiert ja nicht. Die Renteninformation ist doch voll automatisiert rausgeschickt worden. Und solange ich keine Rente beantrage, muss auch kein Mensch meinen Fall bearbeiten. Bei den Altersrentnern wird auch nicht mehr viel bearbeitet. Da läuft die Rente nach erstmaliger Beantragung. Bei Waisen und Halbwaisen sieht die Sache schon wieder anders aus. Ein mir bekannter Fall muss alle sechs Monate eine Immatrikulationsbescheinung einreichen, um seine Halbwaisenrente zu bekommen. Und was passiert bei Arbeitsplatzwechseln? Ich bin mir sicher, die Personalabteilungen vieler Firmen übermitteln die Sachen auch elektronisch. Da kann der Rentenversicherungsbeamte weiter dösen.

Die Sache stinkt doch gewaltig, finden Sie nicht? Und nun steht die nächste Rentenerhöhung ins Haus: 5 % soll es ab ersten Juli geben. Wir zahlen uns dumm und dämlich für eine Generation der Brandt- und Blüm-Wähler.  Und weil man ja so großes Mitleid mit diesen Leuten hat, hat sich die Politik so tolle Sachen ausgedacht wie den Mieterschutz. Der bevorteilt die Altmieter und übervorteilt die Neumieter, weil letztere das Gros der Erhöhungen tragen dürfen. Zugegeben, ich profitiere momentan selber davon, weil ich nun fünf Jahre in der selben Wohnung lebe und der Vermieter die Kaltmiete noch nicht erhöht hat.

Man hätte den Menschen schon in den 80ern reinen Wein einschenken sollen, dass sie privat vorsorgen müssen und zwar in Aktien. Die staatliche Rente kann nie als Vollkaskoversicherung dienen. Dazu war sie zu Bismarcks Zeiten nie konzipiert worden. Um zu erkennen, dass man das Renteneintrittsalter erhöhen muss, wenn die Lebenserwartung steigt, reicht "Volksschule Sauerland", wie Franz Müntefering mal sagte.

Man stelle sich vor, ich bekäme heute die 72500 € einfach ausbezahlt. Ich würde das in Aktien investieren. Dann hätte ich 223.000 € in Aktien. Dividende im Jahr bei 4 %: 8920 € jährlich bzw. 743 € monatlich. Ich gehe immer von 8 % Gesamtrendite aus (d.h. Kursgewinne + Dividenden). Wenn die Dividenden immer schön reinvestiert würden, hätte ich in zehn Jahren 481.440 € und wäre damit finanziell abgesichert, bräuchte keine Altersrente, niemals Hartz IV. Ich würde aber weiter arbeiten wollen und so etwas zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Mit einem stärkeren finanziellen Hintergrund könnte ich mehr spenden, ich könnte auch in Teilzeit wechseln und ein Ehrenamt ausfüllen (was ich übrigens heute schon mache). Man sogar noch beherzter sparen: Die 223.000 € werden nicht angetastet, stattdessen packt man jedes Jahr noch einmal 12.000 € dazu. Dann hätte man schon nach fünf Jahren 403.660 €. Nach zehn Jahren sogar 669185 €.

Unsere Vollkasko-Mentalität hindert uns daran. Vollkasko heißt: Man verballert sein komplettes Nettogehalt. Man spart allenfalls fürs Auto oder betreibt betreutes Sparen für das Haus. Der Nannystaat mit Kündigungsschutz, Mieterschutz, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung sorgt dafür, dass der Einzelne sich nicht um seine Finanzen kümmern muss, umso ungehemmter kann er sein Gehalt verballern. Sollten dennoch mal ein paar zehntausend Euro auf dem Konto liegen, wenn man Rentner wird, wird das Geld nicht angerührt, sondern gejammert, dass die Nettorente nicht reichen würde, dass das laufende Einkommen alle Ausgaben abdecken muss.

Dem Land gänge ohne diese Vollkaskomentalität besser. Und was ist mit denen, die nicht so viel Geld verdienen? Ganz einfach: Wenn der Staat die Mittelschicht endlich in Ruhe machen ließe, denn Leute, die nicht auf den Kopf gefallen sind, können sich auch selber um ihr Zeug kümmern, dann blieben umso mehr Ressourcen (d.h. Zeit und Geld) für die übrig, die wirklich staatliche Hilfe benötigen.


Der typische Satz des Neidmichels ist: "Der hat aber nie eingezahlt." - Wenn ich diesen Satz höre, könnte ich an die Decke gehen. Wird häufig über Beamte gesagt. Man möchte am liebsten antworten. "Der bekommt aber auch nichts raus." Der pensionierte Beamte bekommt nichts aus der Rentenkasse. "Der hat aber nie eingezahlt.", ist das Symptom einer gespaltenen Gesellschaft. Der Verteilungskampf hat begonnen und die Freunde des Verballerns haben Angst um ihre Rente. Man zeigt dann auch kein Mitgefühl, beispielsweise gegenüber jenen unseligen Kreaturen, die in jungen Jahren auf die schiefe Bahn gerieten (Drogen, Schulden, Kinder). Selbst denen wird der Vorwurf gemacht, dass sie ja nie eingezahlt hätten. Wie denn auch? Es sollte aber die dringlichste Aufgabe des Staates sein, sich um diese Leute zu kümmern und nicht um bierbäuchige Rentner.

Sogar die Linkspartei hat sich damals bei der Einführung von Hartz IV entblödet, es könne nicht angehen, dass jemand, der jahrelang gearbeitet und "eingezahlt" hätte, plötzlich genauso viel bekäme wie jemand, der nie eingezahlt hätte. Der Linkspartei sind die Wählerstimmen wichtiger als jedes soziale Anliegen. Und es gibt nunmal mehr bierbäuchige Rentner als junge alleinerziehende Mütter.

Kommentare:

  1. Hallo Couponschneider,

    ich schrieb vor einiger Zeit ebenfalls über meinen Rentenbescheid, welchen ich anforderte.

    Das Ergebnis ist traurig und wenn man es hochrechnet, umso erschreckender. Aber auch ein mahnender Finger, der mir nochmal bestätigte, dass ich privat etwas tun muss (und nicht nur kann).

    Somit fließt mein Erspartes fast ausschließlich in mein Depot oder in Fortbildungen. Letzteres bringt besonders viel, wenn man es nicht nur des Berufes wegen, sondern aus Interesse und für sich selbst macht.

    Beste Grüße,
    Marco

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    1. Umso früher man anfängt, umso besser. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich eigentlich nur die Dividenden reinvestieren müsste; Thema Altersvorsorge wäre damit abgeschlossen.

      Das der große Vorteil, den viele nicht sehen: Ein sattes Depot ist auch ein Hinterbliebenenschutz. Die Risikolebensversicherung kann dann geringer ausfallen oder ganz wegfallen.

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  2. Ich kann die Zahlen kaum glauben. Wenn man dein eingezahltes Geld nun einfach unter die Matratze legen würde, könnten man dir von deinen 72529€ 18 Jahre lang deine 333€ im Monat zahlen. Bei einem Renteneintrittsalter von 67 bist du dann 85. Wenn man schon als gut verdienender Mann so wenig Rente zu erwarten hat, frage ich mich, was Geringverdiener und teilzeitarbeitende Mütter erst denken sollen, wenn sie den Wisch in den Händen halten. Um dann mit Riesterrente und Co. vertröstet zu werden.

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    1. Ab 2030 wird jeder 2 te Rentner Hartz 4 bzw Grundsicherungs Empfänger ( sofern es da noch Hartz 4 oder Grundsicherung gibt ) Das ist jetzt schon beschlossene Sache ! ( Siehe hier http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/wdr-studie-ueber-altersarmut-auf-hartz-iv-niveau-ab-2030-droht-fast-jedem-zweiten-eine-armutsrente_id_5428568.html )

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  3. Das mit dem Gehalt "verballern" trifft leider die falsche Zielgruppe. Ich habe ein Bruttogehalt von 3000 EUR im Monat. Das Arbeitgeberbrutto (welches ja nicht auf der Abrechnung steht) beträgt etwa 3.500 EUR. Ausgezahlt bekommt ich 1.850 EUR. Also knapp die Hälfte von dem, was mein Arbeitgeber aufwenden muss. Die andere Hälfte geht für Steuern und staatliche Umverteilung drauf, wovon ich nur Steuern und KV für vernünftig halte. Es natürlich schwierig für sich selbst zu sorgen, wenn der Staat einfach die Hälfte wegnimmt =D
    Aber du hast Recht, die Rentenversicherung war nie nimmer nicht dazu gedacht, den kompletten Lebensabend eines Menschen zu zahlen. Nur die Leute kennen es gar nicht mehr anders

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  4. Hallo Couponschneider,

    ich gebe dir in vielen Punkten recht.

    Aber du solltest schon auch erwähnen, dass die 72.529 EUR zur Hälfte von dir und zur Hälfte von deinem Arbeitgeber (AG) bezahlt wurden! Deine weiteren Rechnungen basieren darauf, dass dir dein AG seinen Beitrag zusätzlich für deine eigene Vorsorge zur Verfügung stellt.

    Korrigiere mich, wenn ich falsch liegen. Aber ich habe selber 77,5K EUR einbezahlt und "erhalte" 760 EUR stand heute.

    Gruss Thomas

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    1. Der Arbeitgeber zahlt das ja nicht, weil er so nett ist, sondern weil der Gesetzgeber es so vorsieht, das nicht der komplette "Lohn" auf der Abrechnung steht.Das heißt, der Bruttolohn ist ca. 20 % höher (AG Beiträge Sozialversicherung bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Der Couponschneider darf aber auch diese Summe für seinen Arbeitgeber erwirtschaften, sonst wäre er arbeitslos. Auch die Arbeitgeberbeiträge sind Teil des Lohnes. Das wird nur immer vergessen, wenn man vom Mindestlohn von 8,50 spricht (und nicht die 9,12€, die der AG tatsächlich zahlen muss)...

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    2. Das ist richtig. Die 72529 € sind wohl von mir als auch vom Arbeitgeber. Aber ohne den Arbeitgeberanteil hätte der Arbeitgeber mehr Spielraum beim Gehalt. Jeder Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeberbeitrag mit erwirtschaften.

      Ein Teil kommt außerdem von öffentlichen Kassen. Ich vermute, da steckt die Bundeswehr hinter, für neun Monate Wehrpflicht. Ich hatte auch als Hiwi eine Stelle an der Universität. Dafür dürfte auch etwas in die Rentenkasse gezahlt worden sein.

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    3. Was Thomas sagt ist Unsinn. Der AG-Anteil ist natuerlich auch vom AN erwirtschaftet worden, es wird vom Staat nur anders genannt damit die Diskrepanz zwischen brutto und Nettogehalt nicht noch groesser ist.

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  5. Ich sehe die gesetzliche Rente lang nicht so negativ. Verwaltungskosten von 1,4% sind absolut im Rahmen.
    Wo hast Du die Anzahl der MA von 62.000 her?

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    1. z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Rentenversicherung

      Zum 30. Juni 2009 waren bei der DRV inklusive der zugeordneten Rehakliniken insgesamt 62.743 Mitarbeiter beschäftigt.

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    2. Und genau das ist ja spannend:
      Rehakliniken

      Als hätte ein dort tätiger Arzt jemals mit der Ausstellung eines Rentenbescheides oder einen telefonischen bzw. persönlichen Beratung in einer der vielen regionalen Beratungsstellen zu tun. Gleiches gilt für Hausmeister oder Küchenpersonal (ob man das so organisieren muss ist was anderes - aktuell ist es nunmal so).
      Sorry, aber die einfache Rechnung des Couponschneiders passt nicht....

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    3. Selbstverständlich bearbeitet der Arzt in der Rehaklinik keine Rentenscheide. Aber ich habe ja auch Putzpersonal und Hausmeister unterschlagen.

      Die Rechnung ist dennoch nicht verkehrt. Ob jemand einmal einen Vorgang beim Sesselfurzer produziert oder beim Reha-Arzt vorstellig wird: Ein Vorgang ist ein Vorgang. Selbst für einen Arzt sind 5,35 Vorgänge am Tag recht wenig, wenn wenn die im Durchschnitt 20 Tage in der Rehaklinik liegen, wenn sie liegen. Nur wenige liegen. Ich kenne persönlich niemanden, der in so eine Anstalt musste.

      Angenommen, die Hälfte der 62000 sind ausschließlich mit den eigentlichen Verwaltungsakten beschäftigt. Dann sind das immer noch 10,7 Vorgänge pro Tag und Person, wenn jeder Versicherte einmal im Jahr (es sind viel weniger) einen Vorgang produziert.

      Was machen die?

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  6. Das sinkende Niveau der gesetzliche Rente ist von der Politik gewollt und nicht zwangsläufig von der Altersstruktur abhängig.
    Für Menschen die es nicht mal zur „Volksschule Sauerland“ geschafft haben empfehle ich folgenden Artikel:
    http://www.deutschlandradiokultur.de/produktivitaet-schlaegt-demografie.1005.de.html?dram:article_id=225987
    Es geht um eine gewollte Umverteilung und um nichts anderes.

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    1. Es scheint, als gehen dem H. C-Schneider die Argumente aus. Sonst ist er um eine fundierte Antwort ja nicht verlegen...

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  7. Kann dem zum größten Teil zustimmen. Wegen dir musste ich doch mal meinen Rentenbeitrag rauskramen. Einzahlungen bisher 167.000 € (Stand Ende 2014), sind also schon über 170.000 €. Hätte ich das Geld in Standartaktien investiert, bräuchte ich heute schon nicht mehr arbeiten.

    Unser Rentensystem war ursprünglich ein kapitalgedecktes System, es wurde erst später zu dem heutigen umlagefinanzierten System umgemodelt.

    Wenn ich dann noch überlege, dass meine Rente nur noch etwa 42 % des letzten Nettogehaltes entspricht. Na toll.

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  8. Ein 'Hoch' auf unser Umverteilungssystem und alle die daran so fleißis glauben! Leider gibt es selbst in der meinigen Generation (ich bin Anfang 30) noch so viele Menschen, die sich nicht um Absicherungen für Alter, Arbeitslosigkeit oder besonderen Vorkommnissen sorgen, sondern den Glauben haben, der 'Staat mache das schon'. Auch sehe ich immer wieder, dass diese Mitmenschen guter Bildung sind (Abi, Studium, solide Ausbildung, attraktiver Job).
    Wie so oft auch von CS beschrieben, sehe ich es immer wieder im Freundes- und Bekanntenkreis: Viele sind einfach zu faul, sich um diese Dinge zu kümmern. Dabei reicht ja schon eine Stunde je Woche aus, um seinen Finanzhaushalt auf Vordermann zu bringen.
    Oft werde ich bei Gesprächen komisch angeschaut, wenn ich den Standpunkt vertrete, dass jeder (der in Lohn und Brot steht) eine Sparquote zwischen 10 und 50% erreichen kann. Viele sind aber wirklich faul und haben daran überhaupt kein Interesse. Nicht mal auf das Auto wird gespart, dafür gibt es doch die tollen Kredite. Und natürlich kann man seine Möbel auch für ne 0%-Finanzierung kaufen. 'Wofür sparen?'

    Ich glaube weiterhin an 'meine' finanzielle Freiheit (hoffendlich mit 50) und investiere fleisig in Aktien. April und Mai sind meine Dividendenmonate!

    Herzliche Grüße und ein sonniges Wochenende!
    Sascha

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  9. Und so viele klatschen auch noch, wenn von einer Stärkung des Sozialstaates die Rede ist, obwohl das nur noch mehr Umverteiling in Form staatlicher Zwangsbewirtschaftung des privaten Einkommens bedeutet. Dabei wird vom Staat in den letzten Jahrzehnten vor allem dafür gesorgt, dass er die Bürger nicht mehr alleine schröpfen muss, sonder die dummen Schafe auch noch freiwillig der Finanzmafia in den Hals stopfen, weil sie aufgefordert werden auch noch privat mit deren teuren Finanz"produkten" vorzusorgen und dafür gibt es vom Staat noch ein wenig oben drauf. Sonst würde keiner es machen, aber wenn es Geld vom Staat gibt, frisst Gier Hirn und keiner rechnet mehr nach ob es sich lohnt.

    Vom Staat gibt es aber fast immer nur Geld für Dinge, die sich nicht lohnen und die eben sonst keiner machen würde, wenn es kein Geld geben würde.

    Könnte man aus den ganze Sozialversicherungen aussteigen, ich würde es sofoert machen. Der Staat erlaubt es aber nicht, weil er seine Bürger für unmündig hält und sie auch so behandelt, also gängelt und bevormundet und wenn das Bargeld erst abgeschafft ist, wird das noch viel mehr werden, weshalb ich auch möglichst alles mit Bargeld bezahlen

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  10. Hallo Couponschneider,

    einen tollen Blog hast Du hier. Bin schon lange stiller Mitleser.

    Ich habe eine kurze Frage nach Deiner Meinung:
    Seit einiger Zeit investiere ich in ETFs (Welt, Europa, EM). Also keine Einzelwerte. Gerne würde ich in einzelne Aktien investieren (Dividenden-Aristrokaten...). Ich denke, ich kenne mich auch ganz gut aus, habe jedoch einfach nur begrenzt Zeit (Familie, 2 kleine Kinder...) um mich mit einzelnen Werten zu beschäftigen.

    Was hältst Du generell von Aktien-ETFs? Siehst Du es ähnlich wie Tim Schäfer (Befürworter von ETFs & Einzelaktien) oder investierst Du ausschließlich in Aktien? Wie viel Zeit wendest Du für Deine Aktien-Investitionen auf?

    Danke für Deine Auskunft.

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  11. Hi, interessanter Beitrag! Wie genau kommen die 62.000 Mitarbeiter zustande? Auf der Webseite sind nur 15.000 ausgewiesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Rentenversicherung_Bund#cite_note-DasUnternehmen-1

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  12. Gerade über deine Seite gestolpert. Mein Rentenbescheid sieht ebenfalls mäßig aus. Da hilft nur selbst vorsorgen. Weiter so!
    LG

    Chris

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  13. Hi Couponschneider,

    bin gerade auch über deinen Artikel gestolpert, aber im Gegensatz zu vielen anderen Kommentatoren entsetzt über diesen Beitrag, der nur so von Vorurteilen und schlecht recherchierten Fakten strotzt. Daher muss ich mich mal zu Wort melden, da mich dieses Thema auch sehr viel beschäftigt.

    1. Die Rentenversicherung verursacht Verwaltungskosten von gerade mal 1,4%. (Siehe Wikipedia) Zeige mir mal eine andere Rentenversicherung die da mithalten kann.

    2. Deine 62.000 Mitarbeiter sind falsch recherchiert. Für die Renten sind gerade mal nur 15.000 Mitarbeiter zuständig. Glaubst du wirklich, dass die Reha Mitarbeiter aus den Rentenbeiträgen bezahlt werden?

    3. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Seit ca. 2000 wurde die Rentenversicherung systematisch von der Politik und Wirtschaft kaputt gemacht und verschlechtert und Steuern auf Kapitalerträge gesenkt. Man könnte das Spiel auch schnell andersherum spielen und deine Aktien würden abstinken. Was einem immer niemand sagt, das Umlageverfahren ist inflationssicher und richtet sich immer nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines ganzen Landes. Das heißt wenn die Wirtschaft wächst und gedeiht haben alle was davon. Damit ist deine Aussage "Zinst man die 333,71 € um 2 % jährlich ab, bleiben 173,61 € übrig." falsch. In einer normal laufenden Wirtschaft steigen die Einkommen, um diese 2 Prozent + Produktivitätsgewinn. Damit stehen in Zukunft mehr Einnahmen zur Verfügung die auch wieder ausgezahlt werden.

    Du triffst folgende Annahme: "Ich gehe immer von 8 % Gesamtrendite aus (d.h. Kursgewinne + Dividenden)."
    Du triffst eine Annahme auf die Zukunft, die nicht garantiert ist. Schau doch mal nach Japan. Seit 20 Jahren gibt es da keine 8% Gesamtrendite. Wenn wir in Europa nicht bald aufwachen, wird das hier auch der Fall sein. Wir befinden uns ganz knapp vor einer Deflation und dann wird unsere Wirtschaft auch schrumpfen. Dann möchte ich sehen wo deine 8% Rendite herkommen sollen. Auch Aktienwerte können sich nur positiv entwickeln, wenn die Wirtschaft wächst.

    Was man an deinem Artikel und auch vielen Kommentaren erkennt, ist mangelndes Wissen über makroökonomische Zusammenhänge. Eure Argumentation basiert immer nur auch mikroökonomischen und egoistischen Fakten. Leider ist die Welt aber nicht so einfach.

    Noch etwas. Wenn ich alle dazu kriege in Aktien zu sparen, um fürs Alter vorzusorgen, habe ich nichts anderes als ein Umlageverfahren. Du kaufst die Vermögenswerte mit der Hoffnung, dass die Wirtschaft sich positive entwickelt und somit die Vermögenswerte ihren Wert steigern. Was passiert, aber beim Kauf? Du kaufst jemand anderes diese Vermögenswerte ab. D.h. das Geld wandert von Person A nach B und der Inhaber der Vermögenswerte wechselt. Hast du damit was produziert? Nein, das Geld hat erstmal nur seinen Besitzer gewechselt. Damit die Wirtschaft wachsen und gedeihen kann, muss z.B. derjenige von dem erhaltenen Geld Waren kaufen, die die Wirtschaft produziert. Wenn er und alle anderen das nicht machen kann die Wirtschaft auch nicht wachsen und gedeihen, weil wenn niemand mehr Waren kauft fehlen die Einnahmen der Wirtschaft. D.h. deine Vermögenswerte werden sich nicht positiv entwickeln. Bei der Rentenversicherung ist es auch nicht anders. Das Geld geht von Person A zu B in diesem Fall zu den Rentnern und da diese i.d.R. keine Millionäre sind kaufen Sie davon auch gleich Waren, die die Wirtschaft produziert.

    Ciao, schön abend

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    1. Hallo,

      ich habe schon geschrieben, dass die 62000 auch Reha-Mitarbeiter umfassen. 15000 Mitarbeiter sind aber immer noch zu viele. Dann hat man 21,4 Vorgänge pro Mitarbeiter und Tag. Und das nur, wenn einer Versicherter einmal jährlich einen Vorgang produziert, was nicht passiert. Schon die Zahl ist zu hoch gegriffen.

      Es ist auch verkehrt, Verwaltungskosten der gesetzlichen Rente mit Verwaltungskosten anderer Versicherungen zu vergleichen. Das ist etwa so, als ob man Personalkosten von McDonald's mit der eines Fünfsternerestaurants vergleicht. Es ist ein Unterschied, ob man nur Standardprodukte ohne Abweichung von der Speisekarte auf ein Tablett legt und dem Kunden zuschieben, oder ob man hoch individuelle Bestellungen aufnimmt und dem Gast an den Tisch bringt. Die Deutschen Rentenversicherung ist nur eine Durchreiche von Geld. Abgesehen davon, dass private Rentenversicherungen zu schlecht sind, rechtfertigen die natürlich keine höheren Gebühren. Allenfalls theoretisch, wenn sie eine Mehrleistung brächten.

      8 % sind empirisch belegt. Japan interessiert mich doch nicht. Es ist nicht zu empfehlen, alles in ein Land zu investieren. Das Gros meiner Geld liegt in amerikanischen, britischen und deutschen Firmen.

      Natürlich sind die 8 % nicht garantiert. Was ist schon garantiert? Da es keine Garantie gibt, dass ich den 31.12.2016 noch erleben, kann ich doch gleich aufhören, ehrgeizig zu sein, zu sparen und zu investieren. Oder etwa nicht?

      Die Leier mit dem, man müsse viel konsumieren, damit die Wirtschaft wachse, habe ich schon so oft gehört. Ich konsumiere ganz normal und gönne mir ab und zu mal gescheites. Ich werde aber nicht auf Teufel komm raus mein Geld verballern. Wenn Sie recht hätten, dann wäre ein Volk von Alkoholikern wirtschaftlich stark, weil die ihr Geld durchbringen und sich sogar für den Konsum verschulden.

      Ob ich konsumiere oder investiere, ist dem Verkäufer des Gutes völlig egal. Ich kann einen Computer zum Daddeln kaufen, ich kann diesen aber auch zum Arbeiten verwenden.

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    2. Japan sollte dich aber interessieren, weil wir wirtschaftlich gesehen in Europa und USA genau die gleichen Fehler machen. Das wird ganz schnell darin Enden, dass wir kein Wachstum mehr haben und dann ist aus die Maus mit Rendite. Dann bringt dir alles Historische auch nichts mehr.

      Ich sage auch nicht, dass du alles verkonsumieren musst. Aber wenn ich den Konsum komplett abwürge, weil bei 80% der Bevölkerung das Geld am Ende des Monats aufgebraucht ist, nur um die Grundbedürfnisse zu befriedigen und gar kein Spielraum für Luxus oder andere Dinge ist, wirst du keinen wirtschaftlichen Wachstum erreichen können. Erklär mir doch mal warum Firmen investieren sollen, wenn Sie keinen Abnehmer für Ihre Produkte finden? Kennst du eigentlich das Median-Netto-Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland: 1230 Euro. Da bleibt nicht viel übrig am Ende des Monats. Schon garnicht wenn da noch Kinder mit im Spiel sind. Übrigens gibt es auch positiven Konsum. Z.B. Umweltschutz. Man schafft Anreize die die Bevölkerung dazu bringt, auf E-Auto umzusteigen oder nur noch Grüne Energie zu nutzen, ....

      Dein Beispiel mit den Alkoholikern ist sowas von realitätsfremd, dass es sich nicht lohnt darauf einzugehen. Niemand kann nur von Alkohol leben. Eine Nation kann wirtschaftlich nur stark sein, wenn es alle Bereiche der Wertschöpfung abdecken kann.

      Natürlich ist es dem Verkäufer egal ob du dir ein PC zum Daddeln kauft oder es ein Investment ist, aber du würdest nur investieren, wenn du die Chance siehst, damit mehr einzunehmen als du investiert hast. D.h. irgendwas musst du verkaufen oder anbieten. Wenn es aber keinen Abnehmer gibt, gehst du Pleite und dann ist deine Investition nichts WERT und du würdest nie wieder was als Investition kaufen, weil du ja pleite bist. D.h. auch du kaufst dir einen Arbeits-PC nur damit jemand anderes in irgendeiner Form konsumiert.
      Und nur weil du dir Aktien kaufst, investierst du eigentlich nichts. Du kaufst nur Vermögenswerte jemandem anderen ab und hoffst, dass die Firma investiert und damit Gewinne erzeugt und ihren Wert steigert. Vielleicht kann man folgenden Fall als Investition betrachten, wenn du Aktien aus einer Neuemission kaufst und dem Unternehmen somit Geld für Investitionen zur Verfügung stellst. Das machst du aber beim Aktienhandel nicht, da du jemand anderem seine Vermögenswerte abkaufst. So gesehen ist das auch eine Art Konsum. Die konsumiert Vermögenswerte. Nimm dein Geld und Gründe eine Firma. Dann investierst du und musst auch arbeiten. Denn nur ARBEIT schafft Werte.

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