Donnerstag, 14. April 2016

Die deutsche Linke hyperventiliert bis der Panamakanal ausgetrocknet ist.

Ein neuer Skandal beherrscht die Gazetten. Die "Panama Papers" zeigen auf, dass Panama nicht nur durch den Panamakanal an Geld gelangt, sondern sich auch als guter Offshore-Finanzplatz eignet. Sicherlich ist es richtig, in diese Richtung etwas aufzudecken. Was bei mir übel aufstößt, sind die Linken, die sich nun moralisch aufgeilen.

1. Einem Schäuble wird beispielsweise vorgeworfen, dass er 2012 nicht auf den "Whistleblower" eingegangen wäre. Es war aber kein "Whistleblower" im eigentlichen Sinne, sondern ein Datenhehler und welchen Wert seine Daten haben, konnte nur spekuliert werden. Wer mit dem Wissen von heute Schäuble eine mögliche Fehlspekulation vorwirft, der kann ja auch den Vorwurf erheben, dass jemand nicht beim Tiefstkurs bei Facebook eingestiegen ist. Man stelle sich vor, Schäuble hätte dem "Whistleblower" zwei Milliönchen oder so was auf den Tisch gelegt und die Daten wären wertlos gewesen. Dann würden sich die gleichen Leute darüber aufregen, dass Schmiergeldzahlungen erfolgt wären (ein deutsches Unternehmen würde sich in Deutschland strafbar machen, wenn es einem südafrikanischen Beamten ein paar Rand rüberschieben würde) und das Geld verschwendet worden wäre.

2. Ich kann es nicht mehr hören, wir alle seien der Staat und Steuerhinterziehung sei "asozial". Da wird mir schlecht. Die Linken wollen so viele Wörter verbieten, die jemanden beleidigen könnten. Wenn man eine junge Frau als "Fräulein" anspräche, wäre man bei Linken schon unten durch. Die Sprache wird durchgegendert und wer nicht mitmacht, gilt als reaktionär. Aber Menschen mit dem Adjektiv "asozial" zu brandmarken, macht mich richtig zornig. Warum? Das Wort hängt mit unseren beiden deutschen Diktaturen zusammen. "Asoziale" waren Menschen, die etwas außerhalb der Gesellschaft standen: Prostituierte, Alkoholiker, Drogenabhängige, und sogar Eigenbrötler. "Asoziale" wurden von den Nazis in die Konzentrationslager deportiert, in der DDR erlitten sie auch Repressalien: Berufsverbot, Zersetzung durch die Stasi, Wegsperren. Viele wurden durch zersetzende Maßnahmen erst zu Alkoholikern. Ich kann die Benutzung dieses Wortes nicht gutheißen. Ich habe bis heute noch nie jemanden so tituliert und bin völlig perplex, wenn jemand so leichtfertig jemand anderen solche Vorwürfe macht.

Ein Steuerhinterzieher schadet nicht der Gemeinschaft. Der Steuerhinterzieher wie auch der Schwarzarbeiter schaffen Werte in Deutschland. Der Gewinn daraus wird nicht richtig versteuert. Dadurch ist erst einmal kein Schaden entstanden. Steuerhinterziehung soll verfolgt werden, aber man soll doch aufhören, da solch ein Ballyhoo der Moral zu machen.

3. Man übersieht auch bei der ganzen Angelegenheit, dass Briefkastenfirmen nicht grundsätzlich anrüchig sind. Manchmal braucht man nur eine Adresse in einem Land, um dorthin zu exportieren oder von dort zu importieren, um dort Geschäfte zu machen.


4. Die Menschen, die den Steuerhinterziehern die schuld dafür geben, dass es ihnen selber so schlecht gehe, sind mir ja die Allerliebsten. Wer nach 30 Jahren Arbeit kein Vermögen aufgebaut hat, wird es auch nicht aufgebauen können, wenn die Steuerhinterzieher nun das Doppelte und Dreifache in die Staatskasse pumpen. Die, die sich am meisten aufregen und auch noch Aktionäre beschimpfen, haben in ihrem Leben nicht ein einziges Buch über Finanzen gelesen.


5. Woanders empfahl ich acht lesenswerte Bücher zum Thema Finanzen:

  1. Kostolany: "Die Kunst über Geld nachzudenken"
  2. Gerald Hörhan: "Gegengift"
  3. Clason: "Der reichste Mann von Babylon"
  4. Tietze: "Einführung in die Finanzmathematik"
  5. Otte: "Investieren statt Sparen"
  6. Thomas Claer: "Auf eigene Faust: Aktiensparen für Kleinanleger"
  7. Ellis: "Winning the Loser's Game".
  8. Jason Zweig: "Gier".

Ich rechnete aus, was das kosten würde. Ca. 107 € bei Amazon kostet es, wenn man die Bücher neu kauft. Kauft man konsequent gebraucht, dann 56 € für die Bücher + 24 € für den Versand. Amazon berechnet pauschal 3 € pro Buch auf dem Marktplace. Wenn man direkt bei den Gebrauchthändlern kauft, kann es noch eine Ecke billiger werden. Ich konnte sechs der acht Bücher bei Medimops finden und man würde 51 € zahlen und Versandkosten fielen nicht an.

Ich bin gespannt, ob diese Liste irgendwie Resonanz erzeugt. Ich finde es unschlagbar günstig, weil man da eine Menge lernen kann und auch gut unterhalten wird. Vermutlich wird es der berühmte Schuss in den Ofen. Es ist einfach, das Doppelte an Geld in Alkohol zu "investieren" und über die angebliche Ungerechtigkeit in dieser Welt zu jammern. Solche Leute kenne ich zu genüge.


Ich echauffiere mich richtig. Es geht mir an die Nieren, wenn ich das ganze Zeug lese. Es grenzt an Masochismus, sich auf SPON-Diskutanten einzulassen, die mit gefährlichen Halbwissen, aber umso größerer Überzeugung ihre linke Weltsicht verbreiten. Ob das Thema Israel, Klimawandel oder Steuerhinterziehung ist. Ich warte auf den Tag, bis ein israelischer "Klimaleugner" der Steuerziehung verdächtigt wird oder gar überführt wird. Das würde SPON sprengen. Die wären sich dann nur noch uneinig darüber, ob er als "Asozialer" oder als Jude ins Konzentrationslager muss. Oder als "Klimaleugner". 

Kommentare:

  1. Sorry, aber Du verfällst immer mehr einem Wahn. So viele Verallgemeinerungen und Plattitüden, dass muss doch selbst Dir mal auffallen.
    Das Wort asozial bezeichnet laut Duden (!): "sich nicht in die Gemeinschaft einfügend". Ich sehe nicht, dass dies in irgendeiner Weise unpassend sein sollte.

    "Ein Steuerhinterzieher schadet nicht der Gemeinschaft" - nimmst Du Dich selber noch Ernst, oder ist der Blog eine einzige Satire?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Couponschneider,
      nur für den Fall, dass Du glaubst, dass dieser Kommentar von mir (dem bislang einzigen Dummerchen der Finanzbloggerszene) stammen sollte - dem ist nicht so.
      LG
      Dummerchen

      PS: Da wählt man schon den skurilsten Namen aus, den sich ein Kommentargeber geben kann, und dann so was...

      Löschen
  2. also, wenn ich sehe, für was unsere Regierung das Geld alles ausgibt, da muss ich sagen, schadet ein Steuerhinterzieher nicht mehr der Gemeinschaft. Nur meine Meinung, ich zahle jedoch brav meine Steuern.
    Es ist Gesetz und man muss Steuern zahlen, aber wenn ein Ulli Hoeneß 40 Millionen Steuern nicht abgeführt hat, dann hat er quasi bei 80 Millionen Bundesbürgern umgerechnet jedem 50 Cent "weggenommen".
    Für was verwendet unser Staat denn heute Steuereinnahmen? Umverteilung, Wohlfahrt und Sozialismus bald in Reinkultur.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Boah bei sowas krieg ich das kotzen. Hast du noch ein paar populistische Sprüche. Bitte lasst mich aufwachen ich bin nur von idioten umgeben die das einfache 1x1 nicht verstehen.
      Wofür gibt unsere Regierung denn Geld aus? Umverteilung findet die letzten Jahrzehnte von unten nach oben statt. Lerne Statistiken richtig zu lesen. Wie kann es sein, dass die Wirtschaft kaum wächste aber reiche immer reicher werden und Arme immer ärmer?

      Löschen
    2. Schwachsinn. Umverteilt wird von oben nach unten. Die unteren 50% zahlen überhaupt keine Steuern, sind also komplette Nettoempfänger. Die oberen 10% zahlen 60% aller Steuern.

      Die Reichen werden reicher, weil sie Kapital haben und es investieren können. Das ist auch fair. Sie haben sich in den meisten Fällen diesen Status erarbeitet. Schau mal in die Forbes Liste, die oberen Positionen werden von Self Made Business Men beleget, Buffett, Gates, Slim, Ortigia etc.

      Löschen
    3. Keine Ahnung, aber das Maul aufreissen.
      Lies doch mal:
      http://www.luegen-mit-zahlen.de/blog/zahlen-reiche-die-meisten-steuern

      Löschen
    4. Danke. Meinem Vorredner kann ich nur zustimmen. Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Klappe halten und nachdenken.
      Auch hast Du meine Frage nicht beantwortet, sondern nur mit Bild "Weisheiten" um dich geworfen. Nochmal meine Frage: Wieso werden “Arme immer ärmer“ und Reiche immer reicher? Nach deiner Steuerlogik dürfte das wohl nicht der Fall sein.
      Haste mal darüber nachgedacht, dass deren Reichtum auf Ausbeutung der Armen beruht. Ein "Ortega", so schreibt man den übrigens, zahlt Hungerlöhne und lässt Menschen unter unwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten. Großartige Leistung!!! Dabei hat er wahrscheinlich noch nie ein Kleidungstück selber genäht.
      Das gleiche bei Carlos Slim. Zuviel Anhaltspunkt zeigen, dass er sein Reichtum durch Korruption aufgebaut hat. Wieder großartige Leistung. Reich geworden auf Kosten von anderen. Warum geht es seinem Land immer noch so beschissen, wenn der Wohltäter schon 40 Jahre am Werk ist.
      Ein Warren Buffet ist wenigstens ehrlich. "Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte Sie nicht". Buffet nutzt geschickt die Schwachstellen unseres Systems aus, hat aber sage und schriebe NULL Waren produziert und damit wohl so gut wie keinen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung geliefert. Er hat nur Geld hin und her geschoben und dabei einen guten Riecher gehabt. Wahrscheinlich hat er sogar in Unternehmen investiert, die Ihre Mitarbeiter nicht am Erfolg teilnehmen lassen haben, sondern diese ausgebeutet haben. Ansonsten wären solche Renditen, die erreicht haben muss nie möglich.
      Noch was Allgemeines. Einfach mal angenommen, deine Superreichen besitzen 70 Milliarden Dollar. Wenn diese 60 Jahre alt sind, haben sie durchschnittliche pro MONAT 100 Mio. Dollar verdient. Ich wiederhole: PRO MONAT. Es tut mir leid, aber mir will nicht in den Kopf, wie ein Mensch so eine hohe Produktivität haben kann. Das geht nur auf Kosten von anderen. D.h. Sie entlohne andere, die die Arbeit machen weit unter Wert und nutzen deren schwächere Position aus. Danke an unsere so tolle Politik, die solch ein Verhalten unterstützt.
      Nur damit du es nicht in den falschen Hals bekommst. Ich finde es vollkommen okay, wenn man mit seinem Kapital investiert und dafür auch eine Rendite bekommen. Aber diese Rendite muss fair sein und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen, jedoch darf Sie nicht auf Korruption, Ausbeutung oder Zockerrein basieren.

      Löschen
  3. Schöne Breitseite gegen den vorherrschenden links-grünen Zeitgeist. Klassischer Objektivismus nach Ayn Rand.
    Nie gab der Staat mehr für Soziales aus und angeblich oder tatsächlich (ich weiß es nicht) werden die Armen immer ärmer. Irgendetwas machen die Sozialklemptner falsch. Aber eines ist klar: Je mehr Sozialtransfer Menschen erhalten, um so bequemer machen sie es sich vor der Mattscheiben. So killt man Eigeninitiative, Anstrengungsbereitschaft, Eigenvorsorge.

    AM Anfang meiner Vermögensaufbauphase hat mich das Buch mit der Million in sieben Jahren von Bodo Schäfer sehr inspiriert. Er schreibt zwar auch einiges an esoterischen Schwachsinn, hat aber auch viele motivierende und aufbauende Kapitel im Buch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke, man muss sich damit abfinden, dass es in unserem Land eine beträchtliche Anzahl von Langzeitarbeitslosen gibt, welche nie wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben werden. Diese per Sanktionen unter Druck zu setzen und einen riesigen Verwaltungsapparat zu unterhalten, halte ich für durchaus fragwürdig.

      Weder gibt es eine Million dringend zu besetzender Stellen im Niedriglohnsektor, noch kann sinnvolle "Eigeninitative" durch Zwang hergestellt werden.

      Wer bereit ist, dauerhaft auf dem Niveau der Grundsicherung zu leben, wird durch Druck von außen nicht davon abweichen und Wege finden, die Grundsicherung weiterhin zu erhalten.

      Für das gravierendere Problem halte ich die "Geschwindigkeit", mit der ein Otto-Normal-Arbeiter nach jahrelanger Erwerstätigkeit auf Hartz4 heruntergereicht wird. Bei dem lächerlich geringem Schonvermögen, welches nicht angerechnet wird, entfällt fast jeder Sinn einer "Eigenvorsorge" bzw. des Sparens.

      Letztendlich befinden wir uns einer gesellschaftlichen Situation, in der viele Angst vor dem rasanten sozialen Abstieg und einer anschließenden Gängelung durch Arbeitsagentur & Co. haben.

      Sozialer Sprengstoff und fruchtbarer Boden für Extremisten jeder Art.

      - Ein Manager, ein Angestellter und ein Hartz4-Empfänger sitzen an einem Tisch, auf dem 10 Kekse liegen. Der Manager nimmt sich 9 und sagt zum Angestellten: "Pass auf, der Hartzer will dir deinen Keks wegnehmen."-

      Löschen
    2. 100% agree.
      Hätte ich nicht durch meine Ausbildung und CV eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, meinen Job nicht zu verlieren und halbwegs einfach einen Neuen zu finden.. ich würde einen Teufel tun und versuchen, Vermögen aufzubauen mit dann auch noch weniger Gehalt.
      Ich glaube, viele können sich nur schwer in die Situation (Erwerbslos und die Kosequenzen) hinein versetzen.

      Löschen
  4. Wenn ich der deutsche Finanzminister wäre, würde ich Steuerfachleute dem BND unterstellen. Ein Steuernachrichtendienst sozusagen.

    "Man stelle sich vor, Schäuble hätte dem "Whistleblower" zwei Milliönchen oder so was auf den Tisch gelegt und die Daten wären wertlos gewesen."
    Leider an der Wirklichkeit vorbei. Man prüft einige Daten vorher um sich ein Bild zu verschaffen, macht ja jeder von uns auch bei seinen Investments. Natürlich sind das nur Stichproben, aber ein gewisses Risiko ist nun mal dabei.

    Sein Vermögen in anderen Ländern zu halten, auch über Briefkastenfirmen, ist ok und kann absolut Sinn machen. Keiner von uns würde alles in ein Investment stecken, also heißt es diversifizieren. Warum nicht auch diversifizieren wenn es darum geht wo das Vermögen liegt? Wir haben ja gesehen was mit Bankeinlagen in Zypern passiert ist, das kann auch uns eines Tages treffen. Das heißt dann aber auch es bei der Steuer ehrlich anzugeben.

    Das viel hyperventiliert wird war klar, haben wir beim letzten mal auch gesehen, auch wenn es immer hysterischer wird. Am Ende wird wie immer nicht viel bei rauskommen, das ein oder andere Schlupfloch wird geschlossen, aber genügend bleiben offen.

    Ich habe den Eindruck du möchtest die Leute regelrecht bekehren. Ich würde es auch gut finden wenn mehr Menschen Aktien halten würden, es ist schon verrückt: Wir Deutsche sind stolz auf unsere tolle Industrie und den Mittelstand, aber Eigentum daran erwerben wollen wir in der Masse nicht.
    Man kann die Leute nicht zu etwas bewegen, zu dem sie nicht offen sind. Ich mache mittlerweile einfach mein Ding, der Rest interessiert mich nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Warum nicht auch diversifizieren wenn es darum geht wo das Vermögen liegt?"

      Und dafür wählt man Panama? Sein Geld in der Schweiz zu bunkern, könnte ich unter dem Gesichtspunkt noch nachvollziehen, aber eine Briefkastenfirma in Panama ohne eigentlichen Unternehmenszweck hat m.E. zurecht einen dubiosen Beigeschmack.

      Ansonsten stimme ich deinem Kommentar zu.

      Löschen
  5. Hallo Couponschneider,

    seit einiger Zeit bin ich stiller Mitleser deines Blogs und muss dem diviersifizierten Themenbereichen ein großes Kompliment zollen. Was mich interessieren würde: Investierst du auch in ETFs oder ausschließlich in Einzelaktien und siehst du die Anlage simultan als Altersvorsorge oder wickelst du diese darüber hinaus noch separat ab?

    AntwortenLöschen