Dienstag, 12. Juli 2016

Subtiler Antisemitismus - Die merken es nicht einmal.

Bei Spiegel Online gibt es immer irgendwas, was mich zu verärgert. Oft sind es die Kommentare zu den Finanzthemen, die Augstein-Kolumne sowieso und regelmäßig gibt's dann einen antisemitischen Artikel. Es geht darum, dass Israel von ausländischen NGOs die Finanzierung offenlegt.

Es geht nicht darum, dass ausländische NGOs verboten werden sollen. Israel wird durch dieses Gesetz  nicht zum Unrechtsstaat. Es ist absurd: Hiesige Linke verlangen doch immer maximale Transparenz, damit man weiß, dass ein BASF-Mitarbeiter aus der Gentechnik-Abteilung der FDP Geld gespendet hat. Aber wenn Israel sich das Recht herausnimmt, dass man die ausländischen Regierungen beim Namen nennt, die beispielsweise "Breaking the Silence" unterstützen, ist man empört. Im Artikel heißt es:

Kritiker sagen, der Vorstoß ziele auf unfaire Weise auf linke Menschenrechtsorganisationen wie Betselem und Breaking the Silence ab. Kritiker der israelischen Siedlungspolitik sollten damit beispielsweise als Außenseiter gebrandmarkt werden. Rechtsgerichtete Gruppen in Israel finanzieren sich vor allem über Privatspenden, die von dem Gesetz ausgenommen sind.
Hierbei ist es entlarvend, dass "Betselem" und "Breaking the Silence" als "linke Menschenrechtsorganisationen" bezeichnet werden, denn demnach ist das antisraelische Ressentiment, welches sich praktisch vom Antisemitismus nicht unterscheidet, Teil der linken Weltsicht. Wenn ein Jakob Augstein seine Kolumne "Im Zweifel links" nennt, dann muss man das als "Im Zweifel antisemitisch" interpretieren.

Bevor die alte Leier wieder losgeht, man müsse Israel kritisieren dürfen und man dürfe nicht vorschnell die "Antisemitismuskeule" schwingen: Diese Organisationen betreiben ihre Kritik an Israel obsessiv. Und wenn man sich diese Kritik genauer anschaut und feststellt, dass das Verhalten Israels im Gegensatz zu dem Verhalten von Hamas und Fatah sehr, sehr moderat ist, dann erkennt man die argumentative Schieflage, die sich nur durch ein tief sitzendes antisemitisches Ressentiment erklären lässt.

Das antisemitische Ressentiment sitzt auch bei manchen deutschen mitunter so tief, dass es in einer Stilblüte wieder folgenden endet: "Israel droht mit Selbstverteidigung". Nicht die initiale nukleare Drohung Irans ist titelgebend, sondern israelische Reaktion.

Bis heute erzählt man sich, dass Israel 700.000 Araber aus Palästina vertrieben hätte. Unter den Tisch fallen die 900.000 Juden, die aus dem gesamten arabischen Raum (Jemen, Libyen, Irak usw.) nach Israel fliehen mussten. Die 700.000 Araber sind noch nicht einmal wirklich geflohen; sie haben sich in freien Stücken dagegen entschieden, israelische Staatsbürger zu werden. Dem jungen Staat Israel wurde der Krieg erklärt. Die Juden in der arabischen Welt aber wurden wirklich verfolgt. Wer Mitleid für die Verbrecher heimatlosen "Palästinenser" hat, aber überhaupt nicht für die vertriebenen Juden, der ist ein Antisemit.

In der Wikipedia wird aufgeführt, wer die beiden genannten Organisationen finanziert. Dass die EU als größter Spender aufgeführt ist, empört mich. Das wird zwar nicht das zentrale Motiv der Brexit-Befürworter gewesen sein, aber die Finanzierung solcher Organisationen ist ein Grund für den Verdruss, was die EU angeht. Die EU finanzierte sogar das Arafat-Mausoleum und das -Museum.

Ich finde, jeder Euro, der nach "Palästina" fließt, ist ein Euro zu viel. Selbst wenn es unter "humanitäre Maßnahme" läuft. Damit finanziert man den Terror von Hamas und Fatah. Die zweigen die Gelder ab, kaufen Waffen und beschießen Israel. Bevorzugt natürlich aus Schulgebäuden heraus, damit damit die israelische Reaktion propagandistisch ausgeschlachtet werden kann und man wieder schreiben darf: "Israel bombardiert Schule".

Die Antisemitismus sitzt mitunter so tief, dass ein Begriff wie "Pinkwashing" aus der Taufe gehoben wurde. Schwule, Lesben und "Transgender" wehren sich dagegen, dass Israel damit argumentiert, dass Israel Homosexuelle nicht verfolgt, Hamas und Fatah aber sehr wohl. Der Antisemitismus muss schon sehr groß sein, wenn einem die Anklage gegen Israel wichtiger ist als die Anklage gegen ein Regime, das Homosexuelle tötet. Homosexuelle, die "Pinkwashing" anklagen, ist der Hass auf Israel wichtiger als der Willen, zu leben.

Kommentare:

  1. Interessanter Artikel,
    jedoch finde ich Sie vernachlässigen den Aspekt, dass das Gros des Ressentiment nicht auf einer vernunftgesteuerten Sachanalyse wie der Ihren beruht. Meiner Einschätzung nach ist es demnach müsig zu versuchen Hass auf einer rationalen Ebene erklären zu wollen. Sowohl auf auf der antisemitischen, als auch auf der antipalästiner (gibt es ein vernünftiges Wort hierfür?!) Seite, liegen die Gründe für den Groll schlicht in Dummheit oder Unwissenheit- bzw. dem Nichtinteresse oder der Nichtverfügbarkeit sachdienlicher Informationen.

    Der Kommentar ist destruktiver geworden, als eigentlich geplant. Sorry dafür. Interessanter Artikel, Dank!

    Freundliche Grüße
    FJ

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  2. Was ist eigentlich das Problem dabei, dass NichtREGIERUNGsorganisationen, die überwiegend von ausländischen Regierungen finanziert werden, ihre Spender offen legen müssen? Das konnte mir noch keiner zufriedenstellend beantworten. Und solange darauf keine vernünftige Antwort kommt, gibt es halt die Antisemitismuskeule.

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  3. Sie haben recht. Ich muss ehrlich gesagt auch schmunzeln darüber, was so peinlich daran sein soll, von der EU oder von Norwegen mitfinanziert zu werden? Die vermuteten Scheichs und Diktatoren sind ja nicht die edlen Spender von "Breaking the Silence".

    Ob die Argumente gut oder schlecht sind, ist davon unabhängig. Die befürchten wohl eher, dass der Vorwurf des Antisemitismus auf die europäischen Regierungen zurückfällt und die Gelder gestrichen werden.

    Das hofft wahrscheinlich auch Israel und damit hat Israel mit uneingeschränkte Zustimmung.

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  4. Es tut mir leid, aber Ihr Artikel ist an Populismus nicht zu überbieten. Sie schneiden gigantisch umfassende Disskussionsthemen an, ohne auf einen einzigen Bereich näher einzugehen. Leere Behauptungen sind scheinbar Ihr einziges Stilmittel. Mit diesem Artikel begeben Sie sich noch unter das Niveau, des von Ihnen kritisierten Spiegelartikels. Chapeau! Unglaublich wie Sie nur Behauptungen aufstellen um Ihre eigene Meinung als die einzig richtige darzustellen. Wirklich auseinandergesetzt haben Sie sich mit dem Thema wohl nicht. Die furchtbare Grammatik ihres Blogeintrages hab ich mal ignoriert.

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    1. Die Diskussionsthemen sind ja nun auch zum x-ten Male besprochen worden, von "Tapfer im Nirgendwo", von "Lizas Welt", aber auch von mir. Ich kann hier keinen Roman schreiben. Die einzigen leeren Behauptungen haben Sie aufgestellt, indem Sie mir Populismus unterstellen.

      Offenbar sind Sie so einer, der meint, man müsse Israel kritisieren dürfen, ohne als Antisemit gebrandmarkt zu werden, um dann die üblichen antisemitischen Ressentiments vom Stapel zu lassen.

      Es gibt einen 3D-Test, der legitime Kritik an Israel von antisemitischer Kritik unterscheiden lässt. Die 3 Ds stehen für Delegitimierung, Dämonsierung und doppelter Standard.

      Wer beispielsweise Israel als Apartheidsstaat bezeichnet, der setzt es mit Südafrika zur Zeit der Apartheid gleich (eindeutig eine Dämonisierung, die mit Fakten nicht zu belegen wäre), aber der doppelte Standard ist auch erfüllt. An Israel wird etwas kritisiert, was man in den von Fatah und Hamas kontrollierten Gebieten einfach so hinnimmt. Im Gazastreifen beispielsweise gibt es keine Juden mehr; die wurden vertrieben. Israel wird vorgeworfen, dass es Arabern nicht die Karrieren im Militär ermöglicht wie Juden, aber dass Juden im Gazastreifen oder in Ramallah oder Hebron nicht leben können, darüber verliert man kein Wort. Ganz klar: doppelter Standard.

      Die genannten Organisationen verwenden gerne den Vorwurf des Apartheidsstaat auf Israel gemünzt.

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  5. Es ist zurzeit "in", über Israel die Keule zu schwingen. Erschreckend, wie vielfältig und breit mittlerweile Antisemitismus gesellschaftsfähig geworden ist. Genauer gesagt handelt es sich nicht um Antisemitismus sondern um Antijudaismus. Dieser Artikel zeigt auf erfrischende Weise eine andere Perspektive auf und hält dagegen. Danke dafür!

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