Mittwoch, 23. November 2016

Die Strategie des Zack und Wumms

Ich bin seit ein paar Jahren ein aggressiver Aktiensparer. Wenn ich  revue passieren lassen, welche Entwicklungen in den letzten Jahren  genommen wurden, dann stelle ich fest, dass ich viele Abzweige, die  andere Blogger gehen, mich nicht interessieren.

Mich interessieren keine P2P-Kredite. Mich interessieren keine  Immobilien und Immobilien-REITs, Social Trading ("Hallo ayondo!")  sowieso nicht, noch nicht einmal ETFs. Ich bleibe beim Basis-Produkt, der Aktie.

Ich will es so einfach wie möglich haben. Ich möchte nicht aus zig verschiedenen ETFs auswählen, bei denen ich mich mit der Frage quälen muss: Wer ist der Emittent? Wo sitzt der Emittent? Ist es ein  swappender ETF oder ein replizierender? Das wären technische Fragen. Wenn ich mich vor den Fernseher setze, wähle ich nach Inhalten den Kanal. Fragen nach der Übertragungstechnik und Auflösung interessieren mich nicht.

Ich möchte so einfach wie möglich investieren und deshalb kommt für  mich nur die Aktie in Frage. Ich möchte mich um ein Unternehmen an sich  kümmern und nicht um technischen Firlefanz. Habe ich ein Unternehmen erstmal im Depot, dann bekomme ich ein gutes Gefühl  und ich kann gut schlafen. Ich spreche von einer Strategie des Zack und Wumms. Hat man erstmal eine Stange an Positionen im Depot, dann kann man regelmäßig nachkaufen, ohne groß nachzudenken, denn es sind  die eigenen Unternehmen und man hat ein gewisses Vertrauen gefasst.

Ich achte natürlich darauf, dass Dividenden gezahlt werden. Meine  Strategie muss ganz einfach sein und lässt sich auf Zack und Wumms  reduzieren. Dividenden kassieren (Zack!) und Aktienkauf von ca. 2000 €  anleiern (Wumms!). Meistens ist es ein Aufstocken einer bestehenden Position. Im Grunde genommen passiert über das Jahr gesehen  nichts anderes. Ganz viel Zack, Zack und Zack, stellvertretend für viele kleine Dividendeneinnahmen, die sich dann mit Gehaltszahlungen  vermischen, zu dem einen oder anderen größeren Wumms, mit dem Ziel,  die Intensität und die Frequenz von Zack zu erhöhen.

Natürlich mache ich mir meine Gedanken bei Aktien, die ich noch nicht habe und erstmalig kaufe. Aber hat man die Unternehmen schon länger im  Depot, gewinnt man an Gelassenheit, kann gut einschätzen, ob der  gegenwärtige Preis fair ist oder nicht. Eine günstige Aktie im eigenen  Depot findet man dann immer und dann kauft man nach.

Die Unternehmen kennt man dann ja. Warum noch eine andere Strategie  entwickeln? Warum abseits gehen, wenn man doch nun schon 11 %  Bruttorendite einfährt? Die habe ich wirklich. 11 % ist mein interner  Zinsfuß. Vor der US-Wahl lag er bei etwas mehr als 9 %.

Warum soll ich mich ins Immobilienthema einarbeiten? Warum soll ich  Studentinnen per P2P-Kredit die Wohnungseinrichtung bezahlen?  Ich halte mich an das Basisprodukt und dass ich wenig Zeit damit verbringe. Täte ich mich damit herumplagen, was man mit P2P-Krediten bekommen könnte, hätte ich ja gar keine Zeit mehr für andere Dinge.

Kommentare:

  1. Ich bin ebenfalls weg von ETFs und konzentriere mich auf Aktien. Von Immobilien halte ich ebenfalls nicht viel, da müsste ich mich erst neu einarbeiten, da baue ich lieber mein Wissen über Aktien und Unternehmensbewertung weiter aus. Einen guten Blog hast du da.

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  2. Ja, Zack und Wumm ... das ist super. Ich mag gerade das an Aktien so gerne. Bis auf einen kleinen Sparplan als ETF investiere ich in Aktien. Und die Dividenden tun ihren Rest.
    Auch experimentiere ich ein wenig mit P2P, aber das ist nur ein kleiner Versuch.

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  3. Ich halte mich auch fern von ETFs und befürchte, dass wir beim nächsten Crash besonders von ihnen sehr schlechte Nachrichten hören werden.

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  4. Ich plane auf Dauer mehrgleisig zu fahren: ETFs, Einzelaktien, vielleicht mal eine selbstgenutzte Immobilie. Wenn es das Leben gut mit mir meint, darf ich zusätzlich noch gesetzliche Rentenansprüche sammeln und mit meinem Freund irgendwann mal Kinder in die Welt setzen. Wenn wir dann auch noch gesund bleiben und gemeinsam alt werden dürften, wäre alles perfekt.

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  5. Prägnant auf den Punkt gebracht, wie meist. Make it simple, lautet das Motto.

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  6. Ja, Zack & Wumm in Reinkultur. Nachdem die Bondblase dann mal geplatzt ist, geht das dann auch wieder mit Anleihen.

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  7. 100 Aktien sind sicher besser (günstiger) als 4-5 ETFs.

    Nur scheint es mir trotzdem einfacher zu sein diese ETFs auszuwählen. Und risikoärmer zu sein, weil man dann an 1000 oder 3000 Firmen 'beteiligt' ist.

    Ich brauchte für die Auswahl meiner ETFs ein halbes Jahr, im ersten Jahr gab es dann etwas Rebalancing, jetzt ist Schluss damit und ich lasse alles in Kostolanys Sinne liegen.

    3 Fragen habe ich an den Couponschneider

    1. Wieso hast Du zu Deinen Unternehmen Vertrauen gefasst?
    2. Wieso interessieren Dich keine ETFs?
    3. An wie vielen Unternehmen bist Du mit Aktien beteiligt?

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  8. Zack, zack, Wumms
    Ich bin da 100% bei dir, ich fühle mich wohl damit, warum sollte ich auf vielen Hochzeiten tanzen?

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  9. Genialer Beitrag, ich hab das Grinsen nicht aus meinem Gesicht bekommen! =)

    Bei so viel Zack und Wumms wird mir richtig schwindelig. Bei 10% Rendite pro Jahr muss man halt verdammt lange "herum zacken" bevor genug "wumms" raus kommt. Das ist der Grund, warum sich Leute lieber etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen und dann wissen, wie sie mehr "wumms" für ihr "zack" bekommen.

    VG, Rico

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    1. Das Kitzeln des Humormuskels war sogar gewollt. Mir ging es vor allem auf die Reduktion auf zwei ganze einfache Dinge: Investition und Reinvestition in Standardwerte. Alles andere ist mir zu verkopft.

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    2. Ging mir ähnlich. Klartext in Reinform, der mir teilweise aus der Seele spricht, da ich ähnlich (bzw. genau so) denke.

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  10. Zack und Wumms!
    In den Kommentaren wurde so manches über Aktien und ETFs geschrieben. Letztlich konstrukierst Du Dir durch dein Zack und Wumms-Aktiensparen Deinen eigenen, thesaurierenden ETF. Natürlich nur im übertragenen Sinn. Aber, Du streust breit und automatisierst Investitionsentscheidungen (kein Markettiming, Fundamentalanalyse und anderer Firlefanz). Glaube Du kommst damit zu einem sehr ähnlichen Ergebnis wie das regelmäßige Investment in einen physisch unterlegten ETF.
    Gern weise ich auch noch auf folgenden, weiterführenden Artikel zum Thema Einzelaktien vs. Fonds hin: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/11/03/aktienfonds-oder-einzelaktien/
    Viel Erfolg weiterhin!
    Grüße,
    FF

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    1. Besser kann man es nicht beschreiben. Ich denke, der Autor wollte sich nur mal emotional Luft machen. Mehr nicht :D. Was er da nun großartig anders macht als bei einem ETF Produkt, kann ich nicht erkennen. Außer emotional an das Produkt Aktie stärker gebunden zu sein bzw. mehr Zeit damit zu verbringen.

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    2. Warum meinen "eigenen ETF". Es ist mein Portfolio. ETFs sind überschätzt. Aktien finde ich besser, weil ich da noch weniger Gebühren abdrücken muss.

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  11. Mich würde noch interessieren, wie Sie die regelmäßigen (Nach)Käufe gestalten. Verteuern Sie auch bestehende Positionen oder kaufen Sie nur, wenn etwas im Wert gefallen ist. Danke.

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