Freitag, 30. Dezember 2016

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr: Keine Schlammschlachten mehr bei SPON

Ich habe es vor wenigen Tagen getan: Ich habe meinen Account bei SPON deaktiviert. Es ist vorbei. Die dortige Zensur geht mir doch mächtig auf den Zeiger. Da schreibt man umfangreiche und seriöse Beiträge, die dann in der Zensur hängen bleiben, weil man beispielsweise die schrankenlose Einwanderung kritisiert. Das tue ich seit ein paar Jahren. Das kann man tun, ohne in billige AfD- oder Pegida-Polemik zu verfallen. Aber nichts ist so ärgerlich wie ein Zensor, der intellektuell derart überfordert ist, dass er begründete Kritik nicht von Fremdenfeindlichkeit unterscheiden kann.

Der "Hate Speech" der Linken kommt ja ungeschoren durch und bleibt dann zu oft unwidersprochen. Das Fass endgültig zum Überlaufen brachten aber zwei Begebenheiten in der letzten Woche:

1. Meine Kritik an Barack Obama, der zum Ende seiner Amtszeit noch einmal eine antisemitische Duftmarke gesetzt hat. Offenbar hat man bei SPON keine Lust mehr zu hören, dass 99 % der Israelkritik schlichtweg klassischer Antisemitismus ist. Viele Kommentare unter Artikeln zu Israel sind antisemitisch. Dann wird gerne auf den Teilungsplan von 1948 verwiesen. Ist es redlich, wenn die proarabische Partei sich hinter den ursprünglichen Teilungsplan verkriecht und Israel verbal angreift, obwohl sie 1948 mit einer Kriegserklärung diesen Teilungsplan ablehnte. Den Krieg verloren die Araber, wie alle Kriege danach, bis auf einen einzigen: Die medialen Krieg. Die Europäer mit ihrer antisemitischen Tradition glauben praktisch alles, was Hamas und Fatah medial aufbereiten.

2. Mein Wunsch an den  Zinsschnäppchenjäger Tenhagen, doch mal etwas substantielles zu bringen, etwas über Finanzmathematik, Stochastik, Aktien usw. Es ist doch traurig, dass die Leute mit Breitenwirkung derart versagen. Christian Kirchner hat's versucht vor einigen Jahren bei SPON; die Resonanz war ja auch nicht immer gut.


Diese Auseinandersetzungen mit diesen häufig sehr dummen und ignoranten Leuten kostet auf Dauer sehr viel wertvolle Lebenszeit. Wenn ich dennoch einen Artikel bei SPON lese, den ich kritisieren wünsche, dann werde ich das über meine Blog tun, wie ich das schon mal im Falle des Zeitungsdiebes Bernd Krahmer gemacht habe bzw. machen musste, weil die Diskussionsmöglichkeiten bei SPON zu dem Zeitpunkt schon sehr eingeschränkt waren.

Gegen so viel Ideologie und Dummheit kann man gar nicht anstinken. Nun treiben sich auch DDR-Fans in den Foren herum und halten der DDR zugute, sie hätte nie einen Auslandseinsatz der NVA veranlasst. Als ob der formale Umstand, dass die Streitkraft einen Auslandseinsatz durchführt, das entscheidende Kriterium wäre. Für die USA war der gesamte zweite Weltkrieg ein Auslandseinsatz. Waren die USA nun moralisch verwerflicher als die UdSSR oder Hitler-Deutschland? Wem die Frage nach dem Warum eines Auslandseinsatzes, zu viel ist, ist gar nicht Argumenten und schon gar nicht an einer besseren Menschheit  interessiert. Das ist nur vorgeschoben, um seine Ressentiments auszuleben. Auch beliebt ist die Gleichsetzung der Praxis der Todesstrafe in den USA mit der Praxis in China, Iran oder Nordkorea. So eine Gleichsetzung verbittet sich, da in den USA die Todesstrafe für Kapitalverbrechen vorbehalten bleibt, es ordentliche Gerichte gibt und Todesstrafe erst nach Jahrzehnten vollzogen wird, und daher Zeit bleibt, um Fehlurteile zu revidieren. In den anderen Ländern wird man wegen Kinkerlitzchen hingerichtet und das geht dann recht fix. Im Iran werden Homosexuelle an Baukränen aufgeknüpft.

In Deutschland driftet man nach links ab. Die DDR-Diktatur wird verharmlost, ein ubiquitärer Turbokapitalismus wird herbeifantasiert, liberale und konservative Standpunkte werden als "rechts" denunziert, auch weil man "rechts" gleichsetzt "rechtsextrem" meint. Für die Auseinandersetzung mit den Argumenten ist man sich zu schade. Der Islam wird verharmlost, genauso auch der Linksterrorismus. Wenn Islamisten wieder zuschlagen, macht man erstmal eine "Demo gegen rechts", denn die "Rechten" könnten ja den Anschlag instrumentalisieren. Der Witz ist: Wer zwei Tage nach einem solchen Anschlag so eine Demo gegen Dritte organisiert, instrumentalisiert die Opfer des Anschlags.

Wenn man dagegen halten will, muss man mit guten Argumenten auf einer geeigneten Plattform dagegen halten. Im SPON-Forum geht's leider hoffnungslos verloren. Daher: Tschüss, SPON. Versinke in deinem eigenen antisemitischen und antiamerikanischen Dreck.

Kommentare:

  1. Glückwunsch zu deiner Entscheidung.
    Ich habe SPON schon seit Jahren nicht mehr besucht und z.B. in meinen GoogleNews komplett blockiert. Sollen die Ostalgiker, Gutmenschen und "Israelkritiker" sich dort doch gegenseitig hochleben lassen.
    Einziger Trost ist die dauerhaft und nachhaltig kollabierende Printauflage. Das Problem dürfte sich also demnächst von selbst erledigen und die Qualitäts-Schreiber von SPON dürfen sich eine andere "Arbeit" suchen.

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  2. Ich sehe nicht, dass man in D nach links driftet; eher das Gegenteil ist der Fall. Das werden die nächsten Wahlen zeigen. Nur in der veröffentlichten Meinung wie bei SPON und in den öffentlich-rechtlichen Anstalten sitzen die Altlinken und Neugrünen.
    Sie verlieren aber zunehmend die Akzeptanz in der Bevölkerung, nicht nur bei Pegida. Auch die Umarmung des Islam durch unsere Naivpolitiker ist nicht mehr mehrheitsfähig und deutlich rückläufig.

    Also die linksgrünen Medien verlieren ihre Leser/Zuschauer und die entsprechenden Parteien die Wahlen; siehe Berlin (eine rot-rot-grüne Verliererkoalition klammert sich an die Macht) - es das letzte Aufgebot.

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    1. "Ich sehe nicht, dass man in D nach links driftet; eher das Gegenteil ist der Fall."

      Sinngemäß will ich dazu aus einem (natürlich zensierten) SPON-Forenbeitrag von mir zitieren: Das macht keinen Unterschied. Dass Links und Rechts keine Alternativen sind, die zueinander ein qualitatives Gefälle hätten, bestimmt das traurige Schicksal des postmonarchistischen Deutschlands.
      Ich rätsle noch, was dieser Nation anhaftet und verhindert, dass sie es nicht vermag Freiheitsliebe, Selbstverantwortung und individuelle Entfaltung nachhaltig in ihr politisches Spektrum zu integrieren. Im arabischen Raum etwa sind das politische Spektrum und die mittelfristig angesteuerten Zustände religiös erklärbar. In Deutschland können es, nach Aufklärung und Demokratisierung, nur tief sitzender Neid und ein zwanghaftes Gemeinschaftsgefühl sein, welche die Menschen immer wieder in eine Diktatur des Sozialismus treiben. Der Weg verläuft im Zickzack, ausgefochten zwischen nationalen und internationalen Sozialisten, das Ziel bleibt dasselbe, ob in Braun oder Rot.

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  3. Ohh nein,

    deine Kommentare bei SPON waren für mich der einzige Grund warum ich die Artikel bei SPON gelesen hab. Fand es immer toll wie du die ganzen Linken und Rechten auf die Palme gebracht hast, indem du mit gesundem Menschenverstand Argumentiert hast.

    Deine Kommentare werden mir fehlen, Gustavsche

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  4. Aber bei Herrn Trump hast du keine Meinung. Das ist doch wirklich nur irgendwie arm.
    Ich denke du solltest dich mal etwas entspannen und dir auchmal einen Urlaub gönnen.

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    1. Wieso soll ich zu Herrn Trump keine Meinung haben? Ich habe ja nun schon häufiger geschrieben: Seine Art mag ich nicht. Ich finde ihn recht unrepublikanisch, aber ich bin seit seinem Wahlerfolg doch sehr positiv überrascht. Seine Äußerungen zeugen von einem Menschen, der noch ein gut justiertes Koordinatensystem für Werte hat. Er ist ja im politischen Betrieb ein Außenseiter, also ist sein Denken noch nicht so verseucht. Dem Castro hat er eben nicht gelobhudelt. Er hat mit Taipeh gesprochen. Die Republik China ist eine Demokratie. Er hat mächtigere, aber diktatorische Rot-China verärgert und das ist gut. Peking muss nicht glauben, dass es sich alles erlauben kann. Barack Hussain Osama hat er auch dafür kritisiert, dass die USA kein Veto gegen die Verurteilung Israels eingelegt haben.

      Mittlerweile denke ich, dass die Wahl Trumps positiv für die USA und für die Welt ist. Obama war ja eine Katastrophe, innen- wie außenpolitisch. Obamas Amtszeit wird immer in Verbindung stehen, dass eine Regionalmacht sich die Krim krallen konnte und er am Ende noch antisemitische Duftmarke gesetzt hat.

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  5. Ich schreibe auch immer wieder in Spon und bin manchmal wegen Kommentaren wegrezensiert worden, wo ich nicht einmal im Ansatz irgend etwas anstößiges geschrieben habe. Allerdings ist bei mir die Entwicklung ähnlich: Ich schreibe immer seltener, weil es absolut sinnlos ist, gegen die ganzen Linken mit ihren z.T. wirklich kruden Meinungen anzuschreiben.

    Einen gewissen Unterhaltungswert haben die Kommentare nach den Artikeln von Herrn Tenhagen. Herr Tenhagen hat für mich das Azubiwissen eines Banklehrlings nach dem ersten Lehrjahr, deshalb sind seine Artikel meisten substantiell bedeutungslos. Die Kommentare sind aber z.T. Realsatire und da schreibe ich immer gerne was dazu und antworte allzu unwissenden Schreiberlingen.

    Was den sog. Linksruck betrifft, den Du beschreibst: den sehe ich gar nicht. Ähnlich wie Felix Meier finde ich, dass wir immer weiter nach rechts gehen. Das liegt sicherlich an unserer inspirationslosen und alternativlosen Bundespolitik, und damit meine ich nicht nur Frau Merkel. Viele meiner Bekannten und Freunde sind heute mit ihren Meinungen wesentlich weiter rechts angesiedelt als vor 5 Jahren. Bei einigen habe ich inzwischen arge Bedenken. Aber ich schätze, dass sind Reaktionen auf viele Dinge, die heute so nicht mehr akzeptiert werden, was uns die Politik und auch die sog. Eliten bieten. Ich hoffe nicht, das es weiter ausartet.

    Wahrscheinlich werde ich mich auch von Spon verabschieden. Die Qualität dieser Online-Plattform lässt zunehmend nach. Wahrscheinlich liegt es an den fallenden zahlenden Lesern. Früher habe ich den Spiegel oft gekauft und gelesen. Inzwischen kann ich immer weniger damit anfangen und was das Online-Medium betrifft, ist die Qualität bei einigen Artikeln irgendwo bei der Bildzeitung anzusiedeln. Eigentlich schade, Spiegel war eine Institution, die wohl voraussichtlich verschwinden wird, wenn sich nichts grundlegend ändert.

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  6. Sehr guter Vorsatz für das neue Jahr :-).
    Der Leser-/Zuschauerverlust der öffentlich-rechtlichen und der "Qualitäts-" Printmedien ist einfach selbstverschuldet.
    Ich kann mich noch dunkel erinnern wie wir Wessis die "Aktuelle Kamera" oder gar den "Schwarzen Kanal" belächelt haben. Heute ist diese Qualität der Berichterstattung (oder eher der Versuch der Meinungsmache) die völlige Normalität in unseren Medien. Die moralinsaure Belehrungen machen wie ich als langjähriger Fernsehabstinenzler neulich erfahren habe nicht mal mehr vor dem altehrwürdigen Tatort halt.

    Ansonsten gratuliere ich zur prächtigen Entwicklung des Depots. Einfach mal weitermachen auch wenn's vielleicht nicht so dermaßen auf der Überholspur weiterläuft.
    Für mich verlief das Jahr auch sehr positiv - nicht nur was die Entwicklung meines Depots betrifft.
    Da wir den letzten Tag des Jahres 2016 schreiben habe ich eben auch mal in meiner Haushaltsbuchsoftware mal ein paar Analysen gemacht. Erfreulich: Die Sparquote liegt locker jenseits der 50 Prozent. Ein paar kleine Sparmaßnahmen wie den Wechsel des Internetproviders und die Kündigung der ADAC-Mitgliedschaft sind für das neue Jahr schon eingestielt.
    Besonders freue ich mich auf die Reisen, die ich mir nächstes Jahr gönnen werde.

    Auf ein gutes, erfolgreiches und vor allem gesundes 2017 für dich und alle Mitleser!

    P.S. Hab' mal irgendwo gelesen: Spiegel=Bild am Montag - wie wahr ;-)

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  7. Woher kommt eigentlich dieses merkwürdige Wort 'eingestielt'?

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  8. Wäre noch die Frage, was Zielsetzung der dortigen Diskussionen ist. Das Gegenüber zu überzeugen? Den besten Satz, den ich dazu gelesen habe: man diskutiert nicht um das Gegenüber zu bekehren, sondern das mitlesende Publikum zu überzeugen. Leider ist auch das nicht so einfach und generell geht es bei Politik eher um das Ausleben von Emotionen unter dem Vortäuschen von Sachargumenten. "Die eigene Meinung" wechselt man ebenso ungern wie die eigene Religion. Ich selbst habe mich irgendwann aus politischen Diskussionen komplett verabschiedet, da ich diesen permanenten Ärger auch nicht mehr erleben wollte. Was aber nicht das Mysterium aufklärt, dass es einen ja doch gelegentlich in den Fingern juckt bei Diskussionen mitzumischen.

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