Freitag, 6. Januar 2017

Aufgespießt: "Das letzte Hemd hat keine Taschen."

Ich habe es in letzter Zeit häufig gehört und gelesen: "Das letzte Hemd hat keine Taschen". Das ist dann das letzte Argument gegen das Sparen, gegen das Investieren.

Aber ich bin ja noch jung und die Wahrscheinlichkeit, dass mir nächste Woche schon das letzte Hemd übergestreift wird, ist doch recht unwahrscheinlich. Warum soll mir diese unwahrscheinliche Ereignis diktieren, was ich zu tun und zu lassen habe? Ich nehme das Komplementärereignis an: Dass ich ziemlich alt werde. Ich übe keinen gefährlichen Beruf aus, ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich treibe viel Sport.

Die Ereiferer, die den Spruch gar nicht oft genug bringen können, haben auch ein Problem: Sie befürworten den Konsum. Wenn sie konsumieren, sich beispielsweise ein viel zu teures Auto kaufen (denn man lebt ja heute), können ihr Auto auch nicht mitnehmen, selbst wenn das letzte Hemd Taschen hätte.

Und gerade weil das letzte Hemd keine Taschen hat, soll man doch keinen Kram kaufen, sondern sich Freiheit kaufen. Für mich ist die Perspektive gar nicht mehr so weit weg. Sie ist schon sehr plastisch. 2016 schaffte ich es, dass meine Kaltmiete von Dividenden gedeckt wurde. 2017 wird's natürlich weitergehen und immer mehr essentielle Lebenshaltungskosten werden durch passives Einkommen gedeckt. Meine Hochrechnungen gehen davon aus, dass mein jetzige Bestand schon reichen wird, um die Warmmiete zu bestreiten. Dann ist es nicht mehr weit bis zur "spätrömischen Dekadenz" (Warmmiete + Hartz-IV-Regelsatz).

Und damit kaufe ich mir Zeit, Ruhe, Entspannung. Raus aus dem Hamsterrad. Man muss ja nicht das endgültige Ziel erreichen, dass 100 % aller Ausgaben gedeckt sind. Es sorgt schon gut für eine entspannte Lebensweise, wenn 70 bis 80 % der essentiellen Kosten abgedeckt sind. Jobs im Niedriglohnbereich kann man ja immer noch annehmen oder man optimiert seine Ausgabenseite.

Ich rede ja auch nur von Dividenden. Es gibt aber auch das Kurswachstum und theoretisch könnte man jedes Jahr einen geringen Teil des Depots entnehmen. Der Restbestand wächst ja nach. In meinem Fall 192000 €. Davon hat man 8 % Rendite. 4 % kommen als Dividende, 4 % als Kurswachstum. Man könnte jedes Jahr ca. 8000 € entnehmen, ohne dass man einen Vermögensverlust erleidet. Es gibt Möglichkeiten und man sollte sie ergreifen und nicht in den Tag hinein leben. Denn wer heute lebt, lebt wahrscheinlich auch morgen und übermorgen.

Der Mensch, der sich den Spruch öfter in letzter Zeit häufiger brachte und mich somit zu diesem Beitrag motivierte, ist ein Kollege, Ende 40. Sein größter Vermögensposten ist sein Haus; das hat er mir so gesagt. Das hat er aber bis heute noch nicht abbezahlt. Er ist auch Fan von Starbucks und Co. und lebt so, dass er auf keinen Fall von der Mittel- in die Oberschicht aufsteigt oder wenigstens in die obere Mittelschicht. Anstatt sich um Geldanlagen zu kümmern (Aktien, Anleihen etc.), schraubt er sich ein zweites Car-Port zusammen und denkt nur daran, wie er Haus und Garten einrichtet. Er muss meinen sparsamen Lebensentwurf mit Aktiensparen als Affront gegen seine Lebensweise werten. Deshalb gibt's wohl die blöden Sprüche. Er wird sich noch umgucken, gehört er doch zu einer der geburtenstärksten Jahrgänge. Die gesetzliche Rente, die er übrigens toll findet, wird von der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr finanzierbar sein.

Wenn man mal überlegt: Er hat noch mindestens 16 Jahre bis zur Rente. Ich könnte in fünf Jahren schon finanziell unabhängig sein. Sein Haus mag in 16 Jahren abbezahlt sein, aber dann wird auch schon das Dach lecken. Ich kann in 16 Jahren schon Millionär sein.

Kommentare:

  1. Ich stimme vollständig zu. Nur, von wem wird sich unser Sozialstaat das Geld zur Versorgung und Ruhigstellung der verarmten Rentner holen. Na halt von denen, die Geld haben!
    Das ist das Problem derer, die ihre Zukunft planen, sparen und investieren.

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  2. Gegenfrage: Wie entstehen Dividendeneinnahmen und Gewinnsteigerungen, wenn alle weitgehenden Konsumverzicht üben? Kommen die dann irgendwie aus dem Nichts? Rein volkswirtschaftlich muss Konsum und Sparen in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Als Aktionär bin ich durchaus froh, dass nicht die gesamte Menschheit "Berserker-Sparen" betreibt.

    Rein aus meiner persönlichen Sicht stimme ich dem CS allerdings zu.

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  3. Kommt immer drauf an. Ich finde es ist eine Frage der Prioritäten: wer dafür gesorgt hat, dass seine Finanzen (auch im Bezug auf mögliche Frührentne) geregelt sind, der kann sich ja mit dem Rest seines persönlichen Budgets immer noch überlegen, was er mit dem Festgeld anstellt. Und dann kann man ja davon konsumieren.

    Beispiel: ich habe einen Plan mit einer jährlichen sparleistung definiert, die das jährliche Nettogehalt meines Bruders darstellt. Das reicht, finde ich. Wenn ich jetzt noch mehr monatliche Einnahmen generiere, warum sollte ich mir beispielsweise nicht überlegen einen geilen Urlaub oder ein geiles Auto zu kaufen?
    Natürlich werde ich dafür nicht meine sparleistung reduzieren, aber warum sollte ich mir alles verwehren?

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  4. Festgeld sollte natürlich Restgeld sein. ��

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  5. Ich arbeite in der Produktion, weil ich Automatisierung für eine große Errungenschaft halte. Gleichzeitig macht es mich jedoch auch sehr traurig. Statt die gewonnene Zeit zu nutzen, um die Arbeitszeiten von jedem zu reduzieren, werden stattdessen neue Bedürfnisse geweckt. Theoretisch könnte jeder den gleichen Esstisch und die gleichen Elektrogeräte zuhause stehen haben. Stattdessen haben wir eine enorme Varianz in jeglichen Produkten, die bewusst nicht auf die Ewigkeit ausgelegt sind. Ein Hersteller, dessen Geräte 20 Jahre halten, geht pleite. Also geht nach 3 Jahren eben irgendwas kaputt. Statt wie früher mit Messer und Schneebesen zu kochen und zu backen, haben die Leute Rührgerät, Mixer, Thermomix, Toaster, Waffeleisen, Crepemaker, 3 Sparschäler, 2 Zwiebelschneider.... Die Liste ist endlich. Statt gesünder zu leben, nehmen die Leute lieber eine ganze Palette an Medikamenten. Ich halte unsere Medizintechnik für eine große Errungenschaft, aber viele Beschwerden könnte man auch anders lindern. Autos sind ein enormer Fortschritt für die Mobilität, stehen aber 95% der Zeit ungenutzt auf einem Parkplatz. Von der ganzen Billigkleidung, die nach ein paar mal Tragen schon wieder auf dem Müll landet, mal ganz zu schweigen. Wir Menschen machen uns das Leben schwerer als es ist.

    An sich arbeite ich gerne. Aber ich verstehe nicht, wieso man mit 60 Jahren noch 40h pro Woche arbeiten soll. Wieso werden wir immer produktiver, arbeiten aber immer mehr?

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    1. Ich glaube nicht, dass das stimmt:
      Früher gab's die 60 Stundewoche, samstags frei war nicht. Jetzt ist Freitagnachmittag in Produktionsbetrieben keiner mehr zu sehen. 35 Stundenwoche im IGM-Bereich.
      Mehr arbeiten müssen in der Tat die High-Performer mit Jahresgehältern jenseits der 100.000 € Marke.

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    2. Die 60h-Woche ist aber schon über 100 Jahre her. Früher gab es z.B. noch keine selbstfahrenden Erntemaschinen, keine Industrieroboter, Verpackungsmaschinen etc.. Immerhin wird nun mit dem Mindestlohn ein wenig eingelenkt. Bei Firmen der IGM wird auf die 10h-Regelung durchaus geachtet, aber nicht zwangsläufig in anderen Firmen. Sag mal den LKW-Fahrern, Paketboten, Ärzten und den Pflegekräften, dass sie
      offensichtlich zur Managerebene gehören.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Wochenarbeitszeit

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    3. Das liegt auch daran welcher Teil von den Produktivitätsfortschritten beim Arbeitnehmer ankommt. Für mich war das ein wichtiger Grund mich mit eigenen Produkten selbständig zu machen - wenn ich nun etwas rationeller gestalte profitiere ich direkt davon.

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    4. Die deutschen Gewerkschaften haben ja ihrer Klientel einen Bärendienst erwiesen, als sie Belegschaftsaktien schlecht redeten. Aktiengesellschaften sind eigentlich die Lösung, den Nichtunternehmer am Wirtschaftswachstum direkt teilhaben zu lassen und nicht nur über Gehaltssteigerungen. Weil das aber urkapitalistisch ist, sind Linke nicht sehr erfreut darüber. Man will lieber die gesamte Volkswirtschaft über die große Mühle der gesellschaftlichen Transformation leiten und die politische wie wirtschaftliche Macht in die Hand von Bürokraten legen.

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    5. Bei Firmen, die im DAX und MDAX rumschwirren, stimme ich uneingeschränkt zu. Und das bieten einige große Unternehmen ja auch an.
      Bei zahlreichen kleineren AGs hätte ich hingegen Bauchschmerzen, 'müsste' ich zu viel darin investieren. Bei meinem vorigen Arbeitgeber, würde ich micht nicht wohl fühlen, mit zig tausend Euro investiert zu sein. Dann lieber von meiner (da quasi sowieso nicht vorhandenen) Gewerkschaft paar Hundert Euro mehr Gehalt ausgehandelt und in gescheite Aktien investiert.

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    6. Meiner Ansicht nach sind Belegschaftsaktien hinsichtlich der Risikodiversifizierung ziemlicher Unsinn. Geht der eigene Arbeitgeber bankrott, ist nicht nur der eigene Arbeitsplatz weg, sondern gleichzeit ein Teil der eigenen "Investitionen". Sinnvoller wäre es, wenn jeder Arbeitnehmer individuell einen Teil seines Gehalts investiert; und dies auf jeden Fall NICHT in die Firma, in der er beschäftigt ist. Wozu sich als Arbeitnehmer zusätzlich direkt korrelierendes unternehmerisches Risiko einkaufen?

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  6. Der Spruch ist absolut richtig:

    Wer einen Job wenig über Mindestlohn hat, dessen Job ist desöfteren "unsicher". Zurück in die Arbeitslosigkeit -> Vermögen wird angerechnet, also darf kein anrechenbares Vermögen ansparen.
    Dabei ist wichtig, Vermögen zu definieren: Wenn wir hier von Vermögen reden, dann geht es nicht um monatlich 500, 1000 oder später gar 1500 Euro, die man spart und investiert, sondern um vielleicht 100 Euro/Monat bei einem wahrlich nicht ausufernden Lebensstil. Das schmerzt dann schon, wenn das Amt sagt "Verbrauche erst dein Vermögen von 10k Euro auf z.b. 5k Euro, dann gibts wieder Geld. Nicht wie bei euch/uns, der die 100k schon in relativ jungen Jahren erreichen wird oder erreicht hat und im Falle einer Arbeitslosigkeit sowieso erst noch ein Jahr genügend(!) Arbeitslosengeld bekommt.

    Der Spruch ist imo also schon korrekt,- nur eben nicht aus dem Mund deines Kollegen. So einen Spruch rauszuhauen und dabei ein zweites Car-Port bauen und Häuschen mit Garten besitzen (wenn auch noch nicht abbezhalt), ist dann eher ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die ich oben beschrieb.

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  7. Was ist an dem Spruch denn so falsch? Einige Sparer übertreiben es auch einfach mit dem Sparen. Was habt ihr denn alle von der Million wenn ihr zwei Tage nach dem Erreichen ins Gras beißt? Mag sein, dass ihr euch sportlich betätigt etc. Dann habt ihr aber trotzdem durch irgendwas Krebs bekommen oder Ihr seid bei Glatteis ausgerutscht und habt euch durch einen dummen Zufall das Genick gebrochen...

    Dann hatte der Konsumfetischist in seinen Augen ein "schönes" Leben gehabt. Ich persönlich bin für den Mittelweg. Investieren ja (sehr gerne), aber trotzdem habe ich ein Konto für Konsum wo monatlich Geld rauf geht.
    Dieses wird dann halt für (Elektro) Schnick-Schnack genutzt.

    Und wie gesagt, an dem Spruch ist nunmal was dran. Und andere haben halt ihr Haus. Who cares? Ich möchte auch gerne ein Haus neben meinen Aktien haben :)

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    1. Es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Warum soll ich annehmen, dass ich mit 50, wenn ich vielleicht schon Millionär geworden bin, ins Gras beiße? Warum für die Prüfung lernen, wenn man am nach bestandener Prüfung ins Gras beißen könnte?

      Ein gutes Leben hat auch nichts mit Geldausgeben zu tun. Ich habe viel um die Ohren. Sonntag ein Spiel gepfiffen, gestern Ehrenamt und Sport, heute wieder Sport und ehrenamtliche Verpflichtungen usw. usf. Kostet alles nicht viel und ich sehe meine Zeit nicht als verschenkt an.

      Ein Haus wäre natürlich, aber ein Porsche 911er auch. Aber zu welchem Preis? Es ist eine Frage der Relationen.

      Übrigens trage ich einen Kaschmirpullover, habe eine Kaschmirschal, gute Schuhe, habe Freude an gutem Kaffee, an gutem Tee, an gutem Essen. Ich weiß aber, wie ich dafür nicht all zu viel ausgebe. Beim Essen kann man sparen, wenn man die guten Sachen kennt. Ich habe kein Problem, für ein 100 g Käse 10 € hinzublättern, wenn er exquisit ist. Oder wenigstens neu. Ich probiere gerne neue Dinge aus. Oder für den doppelten Espresso 4 €, so wie gestern. Deutschland ist ja teuer, was das angeht. Aber ich kann auch guten Kaffee kochen. Man muss nur wissen, worauf es ankommt und sicherlich ist nicht die teuerste Hardware die Garantie für guten Kaffee. Manche Leute schwören ja auf Vollautomaten. Halte ich für Unsinn. Wenn ich guten Espresso trinken will, da gehe ich in Restaurants, wo ich weiß, dass ich einen guten Espresso bekomme und beschränke mich zu Hause auf den Kaffee, den ich mit einfachen Mitteln sehr gut zubereiten kann.

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  8. Als würde es irgendwo eine Fabrik geben, die dieselben Verhältnisse generiert. Bei mir gab es nahezu 96% exakt die gleichen Erfahrungen in der letzten Firma. Die Kollegen statteten ihr Haus voll aus bis hin zum Weber-Grill. Danach suchte man sich teure Hobbies und wie in deinem Artikel erwähnt - irgendwas mit Autos ist immer gut, um Geld effektiv vom eigenen Konto in den Güterkreislauf zu pumpen. Bei meinen Kollegen war das entweder der 3er BMW (der nie unter 10 Liter Super-Plus kommt, wie ich aus eigener Erfahrung rein zufällig weiß) oder halt Modell-Autos mit Benzinmotor. Wäre doch gelacht, wenn man das verfügbare Einkommen pro Monat nicht rausballern könnte. Und dann noch 100 Euro für Rentenversicherungen von der R+V ausgeben, das muss ja reichen, für später.

    Umgekehrt kam ich mir vor, als würde ich von meiner magischen Einhornzuchtfarm berichten, wenn ich den Gedanken in den Raum warf, dass man Geld außerhalb der regionalen Sparkasse sebst verwalten könne... nein, der Gedanke ist so unerhört, das darf einfach nicht sein!

    Bei dir sind es noch läppische 5 Jahre bis zu FI/RE und das ist doch ganz schön großartig! Da kann man die Kommentare der Kollegen locker ignorieren.

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    1. Ich habe ja noch den Kollegen Justin, der mit einem Auto vorfährt, das fast zwei Nettojahresgehälter gekostet haben mag. In meiner ehemaligen Firma gab es "Buddie". Der hat sich jeden Quatsch bei Amazon bestellt. Und er hat immer im Rewe einkauft. Er kaufte sich jedes Mal neue Plastiktüten, die er dann zu Hause oder in der Firma (er kam auch von Rewe direkt in die Firma) sofort wegwarf: "Ich hab's ja.", war seine Aussage.

      Ich habe keine Ahnung, was der heute so macht. Seine Arbeitsauffassung war auch eine Katastrophe; er hatte das Glück, an einem Ein-Mann-Projekt zu arbeiten, auf das die Firma große Hoffnungen legte und irgendwie bekamen sie durch ihn auch noch Geld durch die Uni. Jedenfalls hatte der Bursche keine Ahnung, wie viel Glück er hatte, bei mangelnden Talent und Fleiß.

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    2. Ich werde auch immer schief angeschaut, dass ich kein Fernsehgerät habe. Ich habe sogar das Geschenk eines Fernseher abgelehnt, weil ich keinen Platz dafür habe. Will ich fernsehen, mache ich das über mein Pad über Internet. Die Mediatheken sind schon was feines und es funktioniert besser als DVB-T über einen USB-Stick.

      Ob fünf Jahre reichen: Das kann schon knapp werden. Aber theoretisch ist es möglich. Wenn ich 5 x 20000 € aus dem Gehalt (1666 € pro Monat) aufbringe und das jetzige Investment einfach arbeiten lasse:

      195000 € * 1,08^5 + 1666 € * (1,08^5-1)/(1,08^(1/12)-1) = 286519 € + 116711 € = 403230 €.

      Wenn dann die Dividenden mit 4 % pro Jahr sprudeln, sind das 16000 € pro Jahr. Etwas mehr als 1000 € pro Monat. Leben könnte ich davon, aber knapp ist es schon. Ich würde einfach weiterarbeiten. Man will ja auch was bieten können. Ich jedenfalls will mich nicht bis zum jüngsten Tag verschulden müssen, um ein Haus zu kaufen, sollte dieser Wunsch irgendwann bestehen. Mir genügt eine Stadtwohnung zur Miete und sonst würde mir ein Bungalow schon genügen. Es darf darin durchaus ein wenig Luxus geben: Ein schönes Sofa, ein schöner Schreibtisch, Bad und Küche großzügig. Und wenn der Bungalow irgendwo an einem Waldrand liegt und ich jeden Tag wandern gehen könnte, das wäre doch herrlich.

      In diesem Jahr war ich häufig im Wald, hatte immer eine Decke dabei, Lektüre, was zu essen und zu trinken. Es ist einfach herrlich: Der Geruch des Waldes, der Wind, der durch Geäst zum Rascheln bringt und keine Menschenseele sonst. Keine Plagegeister. Ich habe natürlich mein Fahrrad genutzt. Ich bin sogar im Wald ein paar mal eingenickt.

      Ich verstehe nicht, warum Menschen das nicht häufiger machen. In meinem Heimatdorf sitzen die Leute nur in ihren Stuben, obwohl man zig Flussniederungen und Seen zur Verfügung hat, zig Wälder mit herrlichen Lichtungen. Man sieht die Leute nicht.

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  9. Auch hier ein Danke für den wiedermal interessanten Beitrag.
    K.

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  10. In 'Rich Dad, Poor Dad' stand, dass das Haus bei den meisten Leuten eher der Soll- als der Habenseite zuzuordnen ist. So hört sich das bei deinem Kollegen auch an. Ich kenne auch einige aus der Fraktion. Kann ja durchaus sein, dass die mich in ein paar Jahren auslachen, wenn sie ihr Haus abbezahlt haben, aber vielleicht lache ich dann auch, weil sie sich die Reparatur von Dach und Heizung oder aber die Straßenbeiträge von der Rente nicht leisten können...

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