Freitag, 27. Januar 2017

Stokowski macht den "Laberfächern" alle Ehre

Ich schrieb ja bereits, dass ich nicht mehr bereit bin, mich in den SPON-Forum-Schlamm zu begeben. Dennoch juckt's in den Fingern, wenn mal wieder einer der Kolumnisten seine seltsame Weltsicht darlegt. Diesmal geht es um Margarete Stokowski. Ich lege meine Kritik hier dar.

Angeklickt habe ich den Artikel wegen der offensichtlichen Begriffsverfälschung, mit der Nazis und "rechts" gleichgesetzt werden. Linke, die darauf bestehen, als Anarchisten, Trotzkisten, Stalinisten, Marxisten, Maoisten oder was auch immer ausdifferenziert zu werden, machen keinen Unterschied zwischen Konservativen, gemäßigten Nationalisten und den Rechtsextremisten, die wir gemeinhin als Nazis bezeichnen. Alles rechts! Tschüss und Feierabend!

Für jemanden, der vorgibt, Philosophie zu studiert zu haben, dies im Artikel auch noch ausführt und stolz von der Aufgabe in der Logik-Klausur berichtet, ist es ein Armutszeugnis, dass das rechte Spektrum nicht sauber ausdifferenziert wird.

Und wenn man weiter liest, geht's plötzlich um Trump. Trump ist proisraelisch, also was hat er mit Nazis zu tun? Trump hat TTIP aufgekündigt, aber das feiert man am linken und rechten Rand in Deutschland gemeinsam. Eine halbe Wahrheit ist folgende: "Wenn im Moment von "weltfremden" und "elitären" Leuten die Rede ist, dann oft in Angriffen von rechts: Dann heißt es zum Beispiel, Linke würden die wirklichen Probleme der Leute nicht erkennen, die Nöte des kleinen Mannes, das alles."

Der Vorwurf wird nicht von rechts erhoben, sondern kommt auch aus der bürgerlichen Mitte und sogar von Linken. Und die Kritik richtet sich nicht nach links, sondern an die Elite, die in den Medien vernehmlich links, aber in der Politik halb und halb ist. Warum wohl verliert die SPD immer mehr an Zustimmung? Weil sie elitär geworden ist. SPD-Ortsvereine mit Arbeitern, die zum Mittag auch mal zwei Döner futtern, sind mit veganem Multikulti und Unisex-Toiletten nicht erreichbar. Die haben einen von jahrzehntelanger Maloche einen krummen Rücken und kaputte Knie. Die brauchen keine Unisextoilette. Es wird eine Politik gemacht, die die Sorgen und Nöte jener Leute nicht mehr ernst nimmt. Und das sieht man auch in der CDU. Bodenständige Kirchgänger werden mit zeitgeistiger Ökorhetorik vollgelabert und Margot Käßmann reist in den Südpazifik, um das Jahr Lutherjahr 2017 an der Datumsgrenze zu begrüßen und natürlich zu begießen. Sie ist ja trinkfest.

Die politische Elite verbittet sich die Kostenfrage. Die Energiewende darf kosten, was sie wolle. Unisextoiletten dürfen kosten, was sie wollen. Flüchtlinge werden aufgenommen, ohne dass man nach den Kosten fragt. Geht's aber um die einfachen Leute, die das alles finanzieren sollen, brav ihre Steuern entrichten sollen, dann ist man nicht mehr so großzügig. Dann  heißt es, eine Steuersenkung, selbst wenn es nur das Abschmelzen der kalten Progression ist, könne man sich nicht leisten. Dieser Elitismus erinnert doch sehr Marie Antoinette und der ihr zugeschriebenen Äußerung. Die Projekte des kleinen Mannes müssen zurückstehen, wenn die Politik die Welt rettet.

Zum Elitismus gehört auch das Gender- und Queer-Zeug und der ist tatsächlich Kern der Kritik der sogenannten "neuen Rechten". Da werden Theorien aufgestellt, die weder verifizierbar noch falsifizierbar sind. Das macht diese Theorien wertlos. Die Kritik daran wird von vielen vernunftorientierten Wesen geäußert, vereinzelt sogar von Linken, viele aber trauen sich nicht, die Kritik öffentlich zu äußern, denn sie könnte ja den Stempel "rechts" draufgedrückt bekommen.

Ich schätze, die Logikklausurteilnehmerin ist durchgefallen. Ich habe keine Geisteswissenschaft studiert, sondern Informatik. Logik ist meine Domäne und jeder ingenieur- oder naturwissenschaftliche Student kommt damit in Berührung. Im Unterschied zu den "Laberfachstudenten" wird's aber auch verstanden, so meine Einschätzung, und macht Jahre später kein großes Bohei darum.

Im Grunde genommen, labert sie den ganzen Artikel lang und sie macht den Laberfächern alle Ehre. Nazis, Trump, AfD in einem Artikel: Da kann doch nichts gutes bei rauskommen. Die Frau ist Mainstream, aber gleichzeitig mit der Attitüde ausgestattet, sie wäre originell, klug und mutig, und verträte eine Minderheitenposition. Und sowas finde ich ganz furchtbar. In unseren Medien findet man viele kleine Stokowskis.

Kommentare:

  1. Den einzigen auf SPON, den ich noch lese, ist Fleischhauer. Dass sie den dort aushalten, erstaunt wie eher. Im Vergleich zu den anderen Labberen bürstet er gegen den Strich der restlichen links-grünen Redakteure.

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  2. "Nazis, Trump, AfD in einem Artikel: Da kann doch nichts gutes bei rauskommen."
    In der Tat - wenn man Langeweile hätte, könnte man Bullshit-Bingo spielen.
    Da ich kein SPON lese: Kann es sein, dass "Philosophie studiert haben" in diesem Fall (wie so häufig) bedeutet, ein paar Semester wegen des Studententickets und der Mensa eingeschrieben gewesen zu sein aber keinen Abschluss - nicht einmal in einem Orchideenfach - gemacht zu haben?

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  3. Meines Erachtens gibt es zwei tiefgreifende Fehlentwicklungen in Medien & Gesellschaft. Zum einen wird zu viel über die falschen Themen gelabert und zum anderen werden die falschen Entscheidungen durch die sog. politische Elite getroffen. Und die Masse der Bevölkerung lässt sich berieseln....

    Wie du schon schreibst, werden in den Medien immer wieder die gleichen oder ähnliche Themen behandelt, die sicherlich ihre Berechtigung haben, aber nicht grundsätzlich im Vordergrund stehen sollten. Was ich meine? Beispielsweise Themen wie Energiewende, Gleichberechtigung, Massentierhaltung (hoch lebe der Vegetarier...nein besser noch der Veganer), die armen Flüchtlingskinder, die böse AfD, die Nazi-Vergangenheit deutschlands, mehr Polizisten, Lohngerechtigkeit Mann/Frau, das tolle Europa (wir brauchen den Euro!!) usw usf....

    Die wichtigen Themen, die die (steuerzahlende) Bevölkerung interessiert, kommen eindeutig zu kurz. Ich arbeite seit über 20 Jahren und habe immer schön meine Steuern gezahlt. Aber wenn ich meine Steuererklärung mal einen Tag zu spät abgeben würde, dann bekäme ich einen bösen Brief vom Finanzamt. Wenn ich wegen meines kranken Kindes zwei Tage zu Hause bleiben muss, dann wird mir nicht das volle Gehalt sondern nur 2/3 von der Krankenkasse erstattet (warum gibt es eigentlich so viele Kassen (mit ebenso vielen Geschäftsführern)? Wenn wir nur eine effiziente Kasse hätten, dann wären hier doch mehr Leistungen drin...oder?). Warum sind Kindergartenplätze so teuer und werden nicht vom Staat finanziert? ...ach ja, tschuldigung ich vergaß, das Kindergeld wurde ja um 2 Euro erhöht...davon können wir die Kosten auch selbst tragen..... Warum ist für alle Welt Geld da (und ich bin kein Populist, aber dennoch -> Flüchtlingsproblematik allgemein, Griechenland-Rettung (wo sind hier aktuell die Medien - es geht um hunderte von Mrd!!), Prestigebauten, üppige Pensionen, Europa-Beamte, usw.

    Die Politik sollte sich mal vor Augen halten, wer die ganze Gesellschaft eigentlich zusammenhält. Es sind die Steuerzahler. Denn ohne Moos nix los. Die Steuerzahler sind die Kunden des Staates. Aber der Staat (oder dessen Bürokratie) hat es noch immer nicht kapiert. Leider werden wir - die GEZ- und steuerzahlenden Bürger - seit vielen Jahren nicht mehr ernst genommen.

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  4. ...einen zusätzlichen Kommentar kann ich mir nicht verkneifen:
    Alle ("die Medien") haben sind auf Trump eingeschossen. Zugegeben, seine Ansichten sind teilweise schon sehr "speziell". Aber was man ihm zugestehen muss: Er setzt um. Und er kündigt nicht nur an, sondern lässt direkt Taten/Entscheidungen folgen. Also gemäß: Ich habe Euch Wählern vorher gesagt was ich machen werde, Ihr habt mich gewählt, und jetzt mache ich das auch. Man muss nicht mit dem einverstanden sein, was er macht. Aber er macht das, wofür er gewählt wurde. Ah ja...er wurde ja nur von der Bevölkerungen aus der "fly-over-zone" gewählt. Aber hier haben die Eliten aus den Ost- und Westküsten-Staaten vergessen, dass dort jede Menge (leider teils ungebildete) Leute leben. Und die wurden in der Vergangenheit zu wenig "mitgenommen", gehören aber ebenso zur Gesellschaft.

    In Deutschland wird das übrigens so gemacht: (Beispiel aus dem Jahr 2005): Die eine Partei (CDU) sagt vor der Wahl: Wir brauchen eine Mehrwertsteuererhöhung von zwei Prozent. Die SPD sagt: Quatsch! Wir brauchen keine Steuererhöhungen!!! Und siehe da. Was passiert nach der Wahl? Ja richtig, die Mehrwertsteuer wird um DREI Prozent erhöht!! Ist doch logisch, oder? ...also hier können sich so einige deutsche Politiker eine Scheibe von Trumpf abschneiden...

    Und bezügl. der "Laberfächer": Hier die eigentlichen Berufe einiger Kabinettsmitglieder:
    Merkel: Physikerin
    Gabriel: Lehrer
    Nahles: Studium der Literaturwissenschaften, nie gearbeitet?
    Schmidt: Jurist
    Zypries: Juristin
    de Maiziere: Jurist
    Maas: Jurist
    Schäuble: Jurist
    Hendriks: Lehrerin

    ich bin nicht ganz durch, aber man sieht schon. Von diesen Politikern hat nicht einer (lt. Lebenslauf) einige Jahre in der Wirtschaft gearbeitet. Dafür aber alle für den Staat. Unglaublich.

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  5. Als Bürger der Mitte (so fühle ich mich jedenfalls) lehne ich alle extremen Abdriftungen in folgende Richtungen ab: links, grün, rechts und religiös.

    Ich frage mich zunehmemd, warum immer mehr Menschen in Extreme verfallen. Nur ein Beispiel: Zwischen ,,alle Flüchtlinge rein" und ,,keine Flüchtlinge rein" muss es doch einen gesunden Mittelweg geben. Unaufgeregte Diskussionen werden zunehmend erschwert.

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    1. Da gibt's einen vernünftigen Mittelweg und der wird in der liberalen-konservativen Presse aus diskutiert. Unsere Leitmedien sind aber links-grün-alternativ-lastig. Da gilt Kritik am jetzigen Kurs der Regierung, einfach die Tore für alle zu öffnen, ohne jegliche Kontrollen, als rechtsextremes Gedankengut.

      Auf der Achse gibt es eine hervorragende Artikelserie zu dem Thema:

      http://www.achgut.com/artikel/pappkameraden_und_denkfehler_der_asyldebatte_teil_6

      Bezeichnend fand ich, dass Sahra Wagenknecht, parteiinterne Kloppe bekam, als sie die Selbstverständlichkeit äußerte, dass man aufpassen müsse, wen man da reinlässt.

      Bei den Grünen war es Boris Palmer, der mit einer simplen Aussage in seiner Partei ziemlich aneckte.

      Wenn man mit Banalitäten in einer Partei aneckt, dann stimmt etwas mit der Partei nicht.

      Ich sehe die Flüchtlingswelle sehr, sehr kritisch, weil es keine politischen Flüchtlinge sind. Wer in Deutschland sein Glück versuchen will, der soll doch den legalen Weg probieren. Nur weil man aus einer Diktatur kommt, ist man nicht automatisch politisch verfolgt.

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