Montag, 9. März 2015

Der Mythos von der geplanten Obsoleszenz

Seit Jahren ist sie ein Thema: die geplante Obsoleszenz. Was heißt das? Geräte sind so kontruiert, dass sie gezielt den Geist aufgeben, am besten ein Tag nach Ablauf der Garantie. Die Frage ist nur: Woher weiß der Hersteller eines Gerätes, wann die Garantie abgelaufen ist? Die bezieht sich nämlich auf das Datum des Vertragsabschluss zwischen Kunden und Händler.


Ich halte es für einen Mythos, für eine Verschwörungstheorie. Jeder macht vielleicht Erfahrungen mit Geräten, die schnell kaputt waren. Die Erfahrungen machte ich auch. Aber wenn ich mir das Zeug anschaue, von dem ich umgeben bin, dann halten die Geräte doch schon sehr lange. Und man auch sehen, dass Geräte von heute viel kompakter gebaut sind und wir auch von viel mehr Geräten umgeben sind, die kaputt gehen können.

Nur ein paar Beispiele: Im letzten Jahr schrieb ich ja, dass ich mir ein neues Motherboard kaufen musste. Nach fünf Jahren Einsatz bei mir... Was davor war, weiß ich nicht, da ich es gebraucht kaufte. Die anderen Teile laufen nach wie vor. Mein Trackball von 2009 läuft heute noch. Ich kaufte im Januar 2010 auch ein Netbook. Nach einem Versehen beim Aufladen war der Akku tiefenladen. Es war wirklich kein Spaß mehr, damit zu hantieren. Aber nach fünf Jahren intensiver Nutzung kann sowas schon mal kaputt gehen, denke ich. Es viel auch schon paar Mal zu Boden und lief anstandslos weiter, trotz klassischer Festplatte. Ich habe das Netbook nun entsorgt.

Häufig lese ich auch darüber, dass Personen Energiesparlampen kaufen, diese dann aber nach wenigen Tagen oder Wochen schon kaputt waren. Komisch, dass mir das nie passierte. Ich kaufte seit 2001 etliche von Energiesparlampen. Zwei gaben nach 10 Jahren intensiver Nutzung (> 10000 h bzw. > 15000 h) den Geist auf. Eine Lampe ging kaputt, weil sie in Wasser getaucht war (das kann man dem Lampenhersteller nicht ankreiden) und eine ging tatsächlich recht früh kaputt. Aber die anderen 40 Lampen laufen und laufen. Ich glaube es einfach nicht, wenn andere sagen, ihre Lampen gängen so früh kaputt. Die müssen eine schlechte Hauselektrik haben, denke ich mir.

Mein aktueller Fernseher ist von 1994. Ich denke gar nicht an einen Neukauf. Dass Kühlschränke schnell kaputtgehen, kann ich auch nicht bestätigen. Mir ging noch nie ein Kühlschrank kaputt.  Mein aktueller Kühlschrank wurde 2009 gekauft. Auch meine Telefone halten recht lange. Mein letztes hielt sechs Jahre und dann wurde ein versehentlicher Waschgang bei 40 °C zum Todesurteil.  Vielleicht gehe ich auch einfach sorgsamer mit meinen Sachen um, dass sie viel länger halten. Wer weiß das schon. Von anderen Leuten höre ich, dass denen das Mobiltelefon innerhalb von wenigen Wochen zweimal ins Klo fällt.

Die Diskussionen über das Thema laufen eigentlich immer gleich ab. Da wird viel gemeckert über "Kapitalismus". Eine Standardphrase ist: "Das muss so sein, denn Konsum, Konsum, Konsum kurbelt die Wirtschaft an." - So eine Aussage zeugt von völliger Unkenntnis davon, was wirtschaftliches Wachstum ist. Natürlich werden die Hersteller als Ausbeuter dargestellt, die uns mit mangelhafter Technik das Geld aus der Tasche ziehen. Es ist eine Melange aus Kapitalismuskritik und Verschwörungstheorie.

Schon vor 25 Jahren sagte mein Vater: "Kapitalismus ist, wenn Hühner gezüchtet werden, die kleinere Eier legen, aber mehr davon. Und dann wird nach Stück verkauft und nicht mehr nach Gewicht." - Mein Vater war leider ein recht dummer Mensch. Mich erinnern diese Diskutanten an meinem Vater und kann sie nicht besonders ernst nehmen. Die glauben, besonders kluge Gedanken in die Welt hinauszuposaunen, sie glauben, den Durchblicker zu haben und dann denken sie wie ein zurückgebliebener Mann, der bis zum Schluss der DDR nachtrauerte, jahrelang die PDS wählte und in Gelddingen jeden Fehler machte, den man machen konnte.

Wahrscheinlich machen die, die den Kapitalismus auf diese infantile Weise kritisieren, die gleichen Fehler, die mein Vater machte: Dussliger Konsum (Rauchen, kaum genutzte Videokamera teuer anschaffen, aber im Dorf der erste mit sowas; teures Auto) kombiniert mit schlechten Geldanlagen: Kapitallebensversicherung, Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr, Bausparvertrag, Sparbuch... Als meine Mutter starb, gab's ordentlich Geld aus ihrer Lebensversicherung. Das hätte genügt, um die Schulden aus dem Hausbau mit einem Schlag zu tilgen und es wäre noch einiges übrig geblieben. Er sagte mir, es wäre besser, man tilgt nicht sofort, sondern "hat was auf der hohen Kante". Das hätte ihm der Sparkassenvertreter so gesagt. Kurzum: Für die Sondertilgung hat er keinen Pfennig aufgebracht, stattdessen kaufte er sich ein Auto, welches eigentlich viel zu teuer für ihn war.

Und ihm gingen auch die Dinge schnell kaputt und er meckerte rum. Die Meckerer aus den Internetforen erinnern mich sehr an ihn. Nur nur zwei Beispiele aus Diskussion unterhalb eines kürzlich erscheinenden Artikels bei SPON:

"vrdeutschland" schreibt:

Von Mutti so gewollt

wir müssen die Inlandsnachfrage und den Konsum stärken ! Jawohl ! wir brauchen Wachstum, Wachstum, Wachstum! Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder seinen Grundig-Röhrenfernseher und seinen Mercedes 190er noch nutzen würde. Notfalls muss man durch staatliche "Anreize" das Wegwerfen fördern


"Partyzant":

System

Das system ist auf Wachstum aufgebaut, deshalb muss immer schneller alles erneuert, ausgetauscht oder nachgerüstet werden. es entstehen politische Systemstützungen wie die Abwrackprämie für funkzionstüchtige Autos, alles muss wachsen, der Konsum rollen-würde das System auf Nachhaltigkeit ausgelegt, würde der Kapitalismus zusammenbrechen in seiner jetzigen Form. Traurig für den Planeten und seinen Bewohnern...
 Ich empfinde solche Beiträge als empörend blöde. Das Internet hat ja den Vorteil, dass man auf den ersten Blick nicht erkennt, was für ein Idiot da schreibt. Wir wissen nichts über die Berufe jener Leute, den Bildungsgrad, das Einkommen. Man kann sich nur auf das Geschriebene verlassen. Die einen geben sich noch Mühe, das Zeug kritisch zu lesen, andere nehmen die Ergüsse ungefiltert auf.

Kommentare:

  1. Geplante Obsoleszenz ist kein Mythos, sondern Tatsache.
    Natürlich darf man nicht Deinen Fehler wiederholen und alles pauschalisieren. Man muss schon den Einzelfall betrachten - aber es gibt definitiv Produkte, in die bewusst eine kurze Lebensdauer "hineinkonstruiert" wird. Aus der Automobilindustrie kenne ich aus eigener Erfahrung einige Beispiele. Die geplante Obsoleszenz ist aber auch kein Phänomen der Neuzeit: Stichwort "Phoebuskartell"
    Abgesehen davon ist die Diskussion absolut müssig denn der Übergang von geplanter Obsoleszenz hin zu bewusster Kurzlebigkeit ist fliessend. Warum müssen denn Akkus diverser Elektrogeräte so gestaltet sein, dass man diese nicht auswechseln kann, (zumindest nicht ansatzweise wirtschaftlich) obwohl dies problemlos technisch darstellbar wäre?
    Wo fehlt denn Deiner Meinung nach die Verbindung zu wirtschaftlichem Wachstum?

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  2. So etwas schreibt man nicht über seinen Vater. Selbst wenn es wahr sein sollte. Gerade als Moralapostel, als den Du Dich zu gerne skandierst, sollte man solche öffentlichen Äußerungen mal überdenken. Auch wenn es anonym geschieht. In der Sache hast Du grundsätzlich ja sogar Recht. Die Art und Weise, wie abwertend Du in Deinen Beiträgen über Menschen denkst und schreibst, welche anders denken und handeln als Du, ist jedoch sehr überheblich und es sieht so aus, als mangele es Dir an Achtung vor Deinen Mitmenschen. Denk mal drüber nach.

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  3. Das Kartellamt hat 2014 Strafen von über 1 Mrd.€ verhängt. Mehrere Hersteller mehrerer Branchen wurden wegen illegaler Preisabsprachen verurteil. Es wird also viel getan (sogar illegales) um den Profit zu maximieren (nichts gegen Profit, aber bitte auf kaufmännisch ehrbare Weise).

    Wenn Unternehmen illegal handeln zur Profitmaximierung wie wahrscheinlich ist es dann, dass sie auch andere Möglichkeiten wie geplante Obsoleszenz nutzen um den Absatz zu erhöhen?

    Das heißt nicht, dass bei jedem Produkt Schwachstellen eingebaut werden, aber es kommt mir doch naiv vor davon auszugehen, dass es so etwas überhaupt nicht gibt (oder es kann nicht sein, was nicht sein darf - das nennt man dann Selbstbetrug).

    Gruß
    Valueer

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  4. Meine Erfahrungen mit der Lebensdauer vieler Geräte deckt sich stark mit der des Couponschneiders. Beim letzten Umzug hat der Kühlschrank den Transport nicht ganz verkraftet und sich nach 6 Jahren verabschiedet. Alle anderen größeren "Erstanschaffungen" leben auch nach über 15 Jahren noch. Auch ich gehe sorgsam mit meinen Geräten um, was sicher mit zur Lebensdauer beiträgt. Ich bin allerdings bei der Auswahl der Geräte auch nicht zu "preisbewußt", d.h. ich kaufe nicht das Billigste vom Billigen, sondern zumeist Geräte, die einst im mittleren bis oberen Preissegment waren und durch Nachfolgegeräte mit mehr Features (die ich allerdings nicht brauche) im Preis gesunken sind.

    Die Schlußfolgerung, dass es demnach keine geplante Obsoleszenz geben kann, würde ich aber nicht daraus ziehen. Mir scheint durchaus eine geplante Lebensdauer zu existieren:
    Es geht mitunter darum, in einem Produkt, das z.B. typischerweise 10 Jahre halten soll, auch nur Komponenten einzubauen, die eben diese Lebensdauer haben. Aus Kundensicht macht es ja wenig Sinn, wenn ein einzelnes Bauteil eines Geräts deutlich länger als der Rest hält und deswegen doppelt so teuer wäre. Das kann ich auch aus Herstellersicht verstehen. Nicht alle Geräte müssen zwangsläufig auf einen Betrieb von 20 Jahren oder mehr ausgelegt sein. Wer nutzt schon noch den Fernseher von vor 20 Jahren? Oder den PC von vor 10 Jahren?

    Die kritische Frage ist doch vielmehr, auf welche Lebensdauer ein Hersteller sein Produkt auslegt. Dass er das bei der Auswahl der Materialien und Einzelteile durchaus tut und tun muss, steht für mich ausser Frage.

    Im Prinzip entscheidet der Käufer über den Preis mit über diese kritische Frage. Kauft er ein billiges Produkt, das er allerdings auch nur wenig nutzt, so kann er damit z.B. 10 Jahre glücklich sein. Wird das gleiche Produkt beruflich und damit auch viel mehr genutzt werden, so muss der erlaubte Verschleiß natürlich deutlich kleiner sein, was wiederum einen höheren Preis rechtfertigt.

    Wer letztlich darüber entscheidet, wie lange ein Produkt tatsächlich halten sollte, wird sich vermutlich am durchschnittlichen Neukaufverhalten orientieren - dumm ist es natürlich, wenn man Produkte gerne länger als dieser Normalverbraucher nutzt. Ich persönlich würde mich dieser Kategorie durchaus zurechnen, fahre aber mit der von mir oben angerissenen Strategie gut.

    (Bei der Frage nach dem Neukaufverhalten landet man natürlich bei einem Henne-Ei-Problem: Kauft der Kunde nur deshalb neu, weils schon wieder kaputt ist oder wollte er gerade eh neu kaufen und das Produkt ist (somit gerechtfertigterweise) am Ende seines Lebenszyklus angelangt?)

    Für mich ist das alles nicht so schwarz-weiß, wie es hier in der Diskussion bislang durchgeklungen ist.

    Just my 2 cents,
    Dummerchen

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  5. Geplante Obsoleszenz gibt es definitiv! Hab neulich ne Doku auf Arte drüber gesehen. Ein Beispiel sind die billigen Elkos in Flachbildschirmen. Ein Cent-Artikel. Genau der sorgt nach einer gewissen Betriebsdauer dafür, dass der Fernseher dann überhitzt und kaputt geht.
    Den Kaufzeitpunkt (Beziehung Händler-Kund) muss der Hersteller also gar nicht kennen weil es auf den Kaufzeitpunkt nicht ankommt sondern auf die Betriebsdauer.

    Deine alten Sachen halten nur so lange weil das damals eben noch nicht so extrem gemacht wurde. Eine Miele Waschmaschine hält heute eben keine 20 Jahre mehr wie früher. Genau wie heute gekaufte Spülmaschinen. Beispiel: ich habe die über zehn Jahre alte Miele meiner Mutter im Betrieb. Die läuft und läuft und läuft. Jeden Tag, ohne schlechter werdendes Spülergebnis. Die die meine Mutter vor vier Jahren gekauft hatte ist schon kaputt und durch eine Neue ersetzt worden.
    Definitiv keine Verschwörungstheorie!
    Frankreich will übrigens per Gesetz die geplante Obsoleszenz verbieten.

    P.S.: wie abwertend du über deinen Vater schreibst ist mir auch übel aufgestoßen. Du scheinst einen ungelösten inneren Konflikt mit der Beziehung zu haben. Aber in einem öffentlichen Internetblog über einen Toten so zu schreiben ist echt schlechter Stil.

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    1. Als Hobbypsychologe sage ich: Über einen Lebenden so zu schreiben, wäre ein noch schlechterer Stil.

      Und als Küchenpsychologe schreibe ich: Mann sollte nicht alles in sich hineinfressen, sondern rauslassen! Das befreit!

      Und mein weiblich-verständliches-sozialverträgliches-TCM-angehauchtes-Ich meint: Das darf man doch nicht sagen, du Ar....sch...ch!

      :-)

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  6. M.E. hat die Zuverlässigkeit von technischen Geräten in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen. Ein Automotor läuft heutzutage ohne Probleme 300000 km und mehr. Die Korrosionsbeständigkeit der Karosserien ist erheblich verbessert.

    Jeder Hersteller, der auch nur in den Verdacht käme, vorsätzlich "Sollbruchstellen" einzubauen, wäre umgehend geliefert. Allenfalls könnte man sich das bei Noname-Produkten im Massenmarkt denken.

    Ich weiß gar nicht, wie ich mir das praktisch so recht vorstellen sollte: Siemens hätte demnach ein hochgeheimes (De-)Entwicklungslabor, in dem hochbezahlte, zu absoluten Geheimhaltung verdonnerte Ingenieure daran tüfteln, wie sie dafür sorgen können, dass die Waschmaschine kurz nach der Garantiezeit kaputt geht. Geht sie vor Garantieablauf kaputt oder geht einer dieser "Entwickler" (weil er unzufrieden oder was auch immer ist) an die Presse, wäre das für die Firma der SuperGau.

    Es handelt sich wohl wirklich um sehr abseitiges Gedankengut. Die Enthüllungs-Journalisten müssen halt auch schauen, wo sie Auflage und Einschaltquoten herbekommen. Dafür eignen sich solche Stories bestens. Wie meist, steckt nichts dahinter als heiße Luft.

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    1. Und genau weil es so viele undichte Stellen in einem Unternehmen gibt und alle Mitarbeiter allumfassend über jede Einzelheit informiert sind, können z. B. Unternehmen wie Apple ihre neuen Produkte auch nie bis zur Einführungsveranstaltung geheim halten. Wer Ironie findet kann sie gegen Naivität tauschen.

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  7. Vor zig Jahren ließ sich meine Mutter eine neue Waschmaschine von einem
    befreundeten Elektriker einbauen. Ganz zum Schluss tauschte er eine Platine in der Steuerung aus und meinte: " So, jetzt läuft das Ding zehn Jahre länger!".......


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    1. Genialer Elektriker, hat bestimmt ein schönes Trinkgeld kassiert ...

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  8. Es ist einfach eine Frage wie man die Sache nennt - geplante Obsoleszenz (klingt so negativ) oder einfach von einer geplanten Lebensdauer ausgeht.
    Googelt einfach mal nach den Begriffen MTTF = Mean Time To Failure und MTBF = Mean Time Between Failure.
    Das sind ganz normale Begriffe, die bei der Auslegung eines jedweden technischen Produktes in Betracht gezogen werden.

    Es ist doch zum Beispiel etwas anderes ein Auto an einen Privatmann zu verkaufen, als ein Nutzfahrzeug an eine Firma, die einen großen Fahrzeugparkt hat.

    Der durchschnittliche Privatmann handelt meist völlig emotional. Er fährt 20000-30000km im Jahr und lässt sich nach spätestens 10Jahren vom TÜV/von Umweltaposteln ("holt die Stinker von der Straße!") oder schlicht von der Werbung (neues Autos ist immer "sicherer", neues Design) davon überzeugen das Fahrzeug zu wechseln und so meist einen Haufen Geld aus dem Fenster zu werfen.
    Bei einem solchen Klientel wäre es einfach unsinnig ein Fahrzeug auf eine durchschnittliche(!!) Lebensdauer von 500000km auszulegen. Das wird vom Kunden nicht honoriert, da so ein Auto in der Anschaffung "zu teuer" wäre. Würde man als Ingenieur gegen alle Widerstände aus dem Controlling so ein Auto durchsetzen fährt die Firma vor die Wand.
    Sicher gibt es auch ein paar Leute, die das Auto gut behandeln und eine solche Lebensdauer erreichen. Das ist aber die Ausnahme.

    Die Situation ist bei Nutzfahrzeugen z.B. eine andere. Da werden die Kosten eines Fahrzeugs fortlaufend durch entsprechende Programme erfasst und ausgewertet. Erfüllt ein Fahrzeuganbieter hier nicht die geforderte Lebensdauer, so ist er schnell weg vom Fenster, bzw muß seine Fahrzeuge über den Preis (d.h. über Rabatte) in den Markt drücken. Aber auch hier müssen die Fahrzeuge nicht ewig leben. Sobald sie abgeschrieben sind können sie vom Hof (d.h. Weiterverkauf in die weite Welt). Auf jeden Fall wäre eine durschnittliche Lebensdauer von 500000km bei einem schweren LKW oder Bus im Gegensatz zum PKW überhaupt nicht akzeptabel.

    Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit damit nicht etwa damit vorhandene Produkte besser zu machen - nein sie müssen billiger sein. Das führt nicht unbedingt zu einer Kostenreduzierung für den Endkunden, sondern eher zu einer größeren Marge auf Seiten des Herstellers eines Produktes.
    Wenn man ehrlich ist verbringt ein Großteil der in der Entwicklung tätigen Ingenieure ihre Zeit damit Produkte einfach billiger zu machen, wobei diese Produkte einfach gerade gut genug für den gedachten Zweck sein müssen - auf keinen Fall besser (und damit teurer).

    Leider spielt in der Produktentwicklung die Reparaturfähigkeit zumindest bei Produkten, die an den Endverbraucher verkauft werden kaum eine Rolle. Da werden gerne mal der Einfachheit halber (z.B. weil man die Taktzeit verkürzen kann) bei der Montage Teile verklebt oder verstemmt, so daß eine Zerlegen nicht möglich oder zumindest erschwert wird.
    Auch hier ist die Welt z.B. bei Investitionsgütern eine andere. Wenn man eine Spritzgussmaschine verkaufen will, dann muß Service und reparaturfähigkeit gewährleistet sein. Ein Anbieter, dessen Maschine bei einem Kunden still steht und dem nur ein flapsiges: "Schmeiss weg, kauf neu" dazu einfällt ist schnell vom Markt.

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    1. Man kann Produkte auch sowohl billiger als auch hochwertiger machen, z. B. durch Standardisierung. In der Firma, in der ich arbeite, haben wir etwas geschaffen, um etliche Monate Entwicklungszeit in Projekten zu sparen.

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  9. Man muss sich nur mal die neuestes Radiorecorder ansehen und kann dann sehr schnell erkennen, dass dort geplante Obsoleszenz am Werk ist. Man muss nur ein Kassetten- oder CD-Fach öffnen und merkt sofort die billige Verarbeitung. Und das für Geräte um die 150 bis 200 Euro. Die C-Klasse von Mercedes ist auch ein gutes Beispiel. Meine Mutter besaß eine solche und die Verarbeitungsqualität war unter aller Sau, angefangen von der Innenausstattung bis hin zum Rostschutz. Couponschneider ist hier einfach gnadenlos naiv. Jeder Produktdesigner wird bestätigen können, dass geplante Obsoleszenz existiert.

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  10. Was hat schlechte oder mangelnde Qualität mit geplanter Obsoleszenz zu tun?

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    1. Schlechte Qualität gerade an substanziellen Stellen eines Produktes wie z. B. das genannte CD-Fach führt zweifelsohne zu einem vorzeitigen "Aus". Ob der Preis eine entsprechende Qualität erwarten lässt, steht auf einem anderen Blatt.

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  12. Ein kurzer Nachtrag.
    Ich lese gerade das Buch "Links, wo das Herz schlägt. Inventur einer politischen Idee" von Rainer Hack. Darin schildert er, wie er anfangs der 70er Jahre, als spät68er, das kapitalistische Sytem entlarvt zu haben glaubte, weil die Kapitalisten vorsätzlich kurze Verfallsdaten in Dinge wie Nylonstrümpfe und Glühlampen eingebaut hätten, um den Profit zu maximieren.
    Ich finde das deshalb bertenderer, weil mit den LED-Lampen nunmehr der Technische Durchbruch zu sehrlanger Haltbarkeit gelungen ist. Eigentlich ein Gegenbeweis zur genannten Hypothese. Aber wer will schon von so einem schönen Feinsbild des finsteren Kapitals lassen.

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  13. Empfehlenswert auch: David Packard: Die große Verschwendung. Ein Buch, geschrieben etwa 1960. Also schon länger bekannt, das Problem.

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